Wir sind wieder früh auf, denn wir müssen unser Zimmer in der Lodge gegen 11:00 geräumt haben. Nach dem Frühstück trifft sich Babs mit den Lab Kollegen. Nach ihrem Meeting werden sie noch mit dem Bus zum Ahwahnee Hotel gefahren um dort Mittag zu Essen. Die Kinder und ich haben also den Vormittag für uns, und ich beschließe mit dem Auto durch die Gegend zu fahren um Fotos zu machen.
| Nach dem Frühstück so gegen 08:30 im Innenhof. Wir schlendern noch mal alle zusammen über das Gelände der Lodge. |
| Babs zeigt auf den Balkon unseres Zimmers. |
| Nachdem wir uns von Babs verabschiedet haben geht's zum Auto. Das Reinigunspersonal ist schon an der Arbeit, da das ganze Lab sich schon ausgecheckt hat. |
An einer Stelle, wo es vor nicht alzu langer Zeit einen Brand gegeben haben muss, parke ich den Lincoln und steige mit den Kindern aus. Ich will ein paar Fotos vom Wald und der Umgebung machen.
| Verkohlte Baumreste liegen auf dem Boden und das Unterholz ist gelichtet. |
Wir gehen einen Wander- und Radweg entlang durch den Wald. Ganz in der Nähe hört man das seichte Rauschen des Merced Rivers. Das Tal ist wie gesagt nicht sehr breit.
| Die ersten Bäume und Sträucher sprießen aus der geaschten Erde. |
Man muss es sich vorstellen: In der letzten Eiszeit vor ca. 100.000 Jahren reichte der Merced-Gletscher bis an die Oberkannte der Felswand. D.h. über Kira würden damals ca. 400 Meter gefrohrenes Eis liegen. Während seiner größten Vergletscherung lag die Schnee- und Eisschicht über der kompletten Sierra Nevada etwa 1200 Meter hoch und bedeckte die Rocky Montains bis auf die höchsten Bergspitzen.
Kutz bevor wir zum Wagen zurückkehren sieht Kim einen kleinen Pfad und läuft in Richtung Fluss. Da wir eh Zeit haben lasse ich beide Kinder laufen und folge ihnen einfach. Außerdem kann ich dann ja auch Fotos vom Fluss machen.
| Der Merced River fließt inmitten des Tals. |
Wir wollen zum El Capitan und parken keinen km davon entfernt. Der Wald rechts und links des schmalen Weges ist dicht genug, so daß die Kinder von selbst auf dem Weg bleiben. Kim schaut sich in aller Ruhe alles an und fällt mal wieder zurück.
| Kira will einfach den Weg weiter gehen, Kim sieht aber so viele interessante Sachen und muss alles genauer anschauen. |
| Die gegenüberliegende Südseite, der Weg führt nur wenige zig Meter an der Nordflanke entlang. |
Rechts der Felsen von 'El Capitan'. Hier ist eigentlich der Aussichtspunkt, aber ein Trampelpfad führt näher zum Felsen herran.
Wir wandern über den steil ansteigenden Pfad durch dichtes Gehölz zum El Capitan. Zumindest so lange, wie wir können. Denn wie aus dem Nichts versperren hausgroße Boulder den Weg. Kira und Kim kann ich unmöglich beide gleichzeitig über die riesigen Felsbrocken tragen, das wäre in der Tat schon allein schwer genug und aus Sicherheitsgründen sollte man das eh nur im Team machen, gerade weil das Handy im Tal kein Netz hat.
Kira will unbedingt weiter, es dauert eine ganze Weile, bis ich sie dazu bewegen kann mit mir und Kim wieder zurück zu gehen. Wieder unten am Viesta Point vergeht Kira plötzlich auch noch die Lust am weitergehen und ich muss beide Möpse die 0,6 Meilen zurück zum Auto auf den Armen tragen. Ein Kind links eins rechts.
Auf dem Weg kommt mir ein junges Pärchen (vieleicht Mitte 20) entgegen und müssen grinsen. Ich sach noch zu den Zweien: "If you have them, you've got to deal with them."
| Unten am Eingang des Tals überquert man erneut den Merced und fährt dann auf dessen Südufer wieder ins Tal hinein. |
Ich halte n och hier und da, und mache Fotos. Die Kinder schlafen unterdessen im Wagen ein. Ich time die Rückfahrt so, daß ich Barbara zum vereinbarten Zeitpunkt um 12:30 beim Hotel abhole. Gemeinsam fahren wir auf der nördlichen Straße wieder aus dem Tal raus und passieren die ganzen Stellen, von denen ich Fotos gemacht habe und wo die Kinder rumspaziert sind. Ich erzähle Barbara das alles natürlich, auch von unserer Krakzeltour am El Capitan.
Wir fahren über den El Portal Drive aus dem Yosemite herraus, weil wir auf dem Rückweg die Orte Mariposa (spanisch für Butterfly), eine typische Westernstadt, und Modesto fahren wollen.
Der Merced River fließt steil aus dem Yosemite herraus. Das Gefälle liegt bei durchschnittlich 8 Grad, die Straße hat ein ähnliches Gefälle und wir fahren im 1ten Gang mit Tempo Meilen 20 flußabwärts.
| Hier hat der Merced einst die Straße unterspühlt und zum Einsturz gebracht. |
| Jetzt trotzt eine meterdicke Betonwand den Fluten. Im Spätsommer ist der Merced allerdings sehr ruhig. |
| Ein Erdrutsch hat die Straße vor uns mit Getein überrollt. Eine provisorisch aufgestellte Brücke ermöglicht die Weiterfahrt auf der gegenüberliegenden Seite. |
| Der kleine Ort Mariposa. Mit 49ers ist nicht das Footballteam aus SF gemeint, sondern die Goldsucher, die 1849 in Scharen in den Bächen der Hügel und Berge nach Gold geschürft haben. |
| 1849 war dies eine brummende Goldgräberstadt mit Bordellen, Kasinos und Pistolenduellen. |
Wir tanken den nahezu trockenen Lincoln auf und fahren weiter nach Modesto, CA. Ein Ort, den vielen Filmfans bekannt sein dürfte. George Lucas wurde hier geboren und wuchs hier auf. Sein erster kommerziell erfolgreicher Film 'American Graffiti' spielt in diesem Kaff. In der Folge wird Modesto immer als Synonym für eine bäuerlche Kleinstadt verwendet, z.B. im Film 'Monster vs Aliens' oder im PS/2 Spiel 'Destroy all humans'.
| Modesto liegt im San Joaquim Valley, umgeben von Farm- und Weideland. |
Wir fahren die 9te, die 10te und die 11te Straße in Modesto entlang. Hier hat der Film American Graffiti gespielt, hier wurden die Ampelrennen zwischen Herrison Ford und Paul LeMat ausgetragen.
Den Film haben wir vorher natürlich auf DVD geschaut. Dabei viel mir ein Übersetzungsfehler auf: Ein Kunde trifft seinen Mechaniker auf der Straße und fragt, ob der 'Fender' von seinem Mofa schon fertig ist. Der Fender beim Motorad ist der Schmutzabweiser (wie jeder weiß, der schon mal OCC gesehen hat). In der deutschen Fassung wurde der Fender aber als 'Stoßstange' übersetzt ... da der Fender beim Auto tatsächlich die Stoßfängerabdeckung ist. Als ich den Film damals als jugendlicher im Kino gesehen habe, brach das Puplikum bei diesem Satz in Gelächter aus (nur wegen dieser Szene erinnere ich mich überhaupt daran, den Film schon mal gesehen zu haben). Wer montiert sich schon eine Stoßstange an sein Motorad? Die bekloppten Amerikaner ;) <-- Einhellige Meinug des deutschen Kinopublikum.
Im englischen Original war die Szene dann nicht ganz so witzig.
| Der Palmenboulevard von Ripons Main Street. |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen