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Oder wo sich unsere Familie sonst noch rumtreibt !

Montag, 23. Januar 2012

Fleet Week an der Bay

Am folgenden Wochenende, aber eigentlich schon ab Do. den 6ten bis Dienstag den 11ten Oktober ist die San Francisco Fleet Week. Barbara kommt leider erst am Sa. Mittag aus Korea zurück und wir erfahren erst dann, wie imposant die Fleet Week eigentlich ist, als wir von SFO nach Albany unterwegs über die GG Bridge fahren.

Vorher essen wir im Mission District zu Mittag.


Hier ein Flieger direkt neben der Golden Gate Bridge.
Wir sind beeindruckt von den vielen Schiffen auf der Bay und es fliegen einige Flugzeuge der Navy Blue Angels herum, da sie zwischen 3pm und 4pm eine Flugshow über der Bay abhalten.
Auf der Brücke stehen die Besucher dicht gedrängt und auch der Vista Point nördlich der Brücke ist überfüllt, so dass wir (auch aus Angst nach dem Ende der Show in einen Megastau zu geraten) die Fahrt einfach fortsetzen.

In Sausalito wollen wir eigentlich zum Bay Area Water Model, einem riesigen Modell der Bay zur Simulation der Tidenhub-Bewegungen. Aber das Center ist geschlossen und so schauen wir den Fliegern nach, die sich so weit nach hier verirren.
Zu unserem Glück wiederholen die Kunstflieger der US Navy ihre Show am Sonntag zur gleichen Zeit.

So kommt es, dass wir am Sonntag Mittag auf Treasure Island, der aufgeschütteten Insel inmitten der Bay sind und uns in aller Ruhe die Flugshow von 12:30 bis 4:00 pm anschauen. Auf der Baybridge nach Süden blickend erkennt Andi bereits einen Flugzeugträger. Barbara, die auf der Beifahrerseite sitzt, kann aus ihrer Position aber leider kein Foto machen.
Es handelt sich bei diesem Schiff um die USS Carl Vinson, einem atomar betriebenen Träger der Nimitz Klasse, dessen Heimathafen einst Alameda war (das Schiff ist mittlerweile in San Diego stationiert) und von der die Blue Angels heute aus operieren werden. Die Carl Vinson war u.a. an der Operation 'Geronimo' die zum Tot von Osama Bin Laden führte, beteidigt. Vom diesem Schiff aus wurde der gefürchtete El Quaida Anführer ins Meer geschmissen ... ich meine bestattet.

Die wohlbekannte Skyline von SF. Es liegt zwar kein Nebel über der Bucht und bewölkt ist es auch nicht, trotzdem ist es etwas diesig.
Vor Alcatraz liegen ein paar Schiffe der US Navy.
An den beiden Schiffen am Embarcadero erkenne ich wenigstens die Nummern die ich später den Schiffen USS Antietam (CG-54 ganz links im Bild), einem Kreuzer der Ticonderoga Klasse mit Aegis-Abwehrsystem und der USS Milius (DDG-69 Bildmitte), einem Zerstörer mit Tarnkappeneigenschaften, zuordnen kann.
Auch die US Coastguard ist am Embarcadero vertreten.
Pünktlich gegen halb ein tauchen auch schon die ersten Kampfjets über der Bay auf.
Der Jet trägt die markannte Siluette einer F-18 ... ja es ist eine F-18.
In meiner Grundausbildung im LAR-II wurde ich u.a. auch zum 'Luftraumspäher' ausgebildet und musste einige hundert Siluetten und Formen aller gängigen Flugmaschinen, von NATO und Verbündeten, als auch von Seiten des Warschauer Paktes, auswendig lernen um diese identifizieren zu können. Das liegt leider schon etwas weiter zurück und die Maschinen, die ich seiner Zeit lernen musste, waren auch alle etwas älter. Trotzdem hat die F-18 damals schon dazugehört und ich erkenne sie sofort, wie auch die F-15 Maschinen die später noch auftauchen werden. Nur bei den neueren Maschinen mit Tarnkappentechnik müsste ich passen, wenn es nicht gerade bekannte Typen wie der B2 gewesen wären.
Allerdings rechne ich auch nicht hier Flugzeuge vom Typ Fishbed, Fitter, Fencer, Flanker, Foxbat, Foxhound oder Fulcrum ausmachen zu können. Das sind alles Natobezeichnungen sovietischer Kampfmaschinen die mir beim Nachdenken noch so im Kopf rumschwirren, ich glaube die Bezeichnungen fingen alle mit 'F' an, weil diese Flugzeuge alles Abfangjäger (Fighter) sind ... die Kampfbomber fingen alle mit 'B' an, aus dieser Gruppe fällt mir spontan aber nur noch der Badger ein, der ein schwerer strategischer Bomber war.

Barbara: Ich bin aus dem Haeuschen, weil ich frueher zahlreiche Flugzeugbuecher durchschmoekert habe und mit meinem Papa Flugzeugmodelle gebaut und realistisch angemalt habe. Auch ohne Luftraumspaeherausbildung erkenne ich einige Flugzeugmodelle. :-) 
Die F/A 18 F 'Super Hornet' in der Nahaufnahme.
Hier demonstriert der Pilot einen Überschallknall, den man dank der hohen Luftfeuchtigkeit sogar sieht.

Hier ein Manöver in Rückenlage.
Für meinen Amiga gab es auch einen Flugsimulator, mit dem man in einer F/A-18 über der Bay solche Manöver fliegen konnte. Wenn man wollte, konnte man sogar auf der GG Brücke landen (man fiel aber durch die Asphaltdecke ins Wasser)

Jetzt wird es interessant, eine Boing 747 will mit gewagten Flugmanövern beeindrucken.

Normaler Weise fliegt eine 747 den SFO International an und nicht die Golden Gate Bridge.
Langsam und minutiös gleitet das riesige Fluggerät über der Bay dahin.

Es ist erstaunlich, wozu so ein so großer Jet wie die 747 in der Lage ist. Ich frage mich allerdings, weshalb die US Navy so etwas hat ? Dann fällt uns auf, dass es eine Maschine von United Airlines ist.


United Airlines Flug 'wasauchimmer' im Anflug auf Lincoln Park Subregional Airport gleich an der GG Brücke ;)
Der Pilot hat es sich anders überlegt und verschwindet mit dem Flugzeug in Richtung Norden.
Schon tauchen die nächsten Jets auf.
Die Flugzeuge steigen von der USS Carl Vinson auf (die 747 natürlich nicht) und sammeln sich über dem Sunsetdistrict von SF, das haben wir am Sa. beobachten können, als wir den Presidio Richtung GG Bridge durchquert hatten. Sie kreisen ein paar mal über der Stadt um dann ihr eingeübtes Manöver über der Bay zu vollziehen.

Eine F-15 im Steilflug. Die F-15 erkennt man an den sich verjüngenden Flügeln ganz gut.
Die F-15 'Eagle' ist auch schon ein etwas älterer Jet und wird zur Bekämpfung von Bodenzielen (in der Navy also zur Schiffsbekämpfung) eingesetzt.
Aufgrund der vielen Waffen, die dieser Jet zu tragen im Stande ist, nannte man ihn zu meiner aktiven Dienstzeit den 'Rambo der Lüfte' (kein Witz).
Nachbrenner rein ... und ab gehts!
Hier zu sehen sind die parallel zueinander stehenden Seitenruder der F-15, ein markantes Merkmal dieses Kampfjets.
Schön nach all den Jahren so einen Jet mal 'in seinem natürlichen Lebensraum' gesehen zu haben.
Dann taucht ein Kunstflieger auf und malt Spiralen in den Himmel.
Das einmotorige Propellerflugzeug ist klein und wendig.
Papa ist begeistert.
Die Kinder interessieren die Darbietungen nur periphär und krabbeln lieber über die Felsen.


Nach dieser Kunstflugeinlage erscheint wieder ein etwas größeres Flugzeug auf dem Screen.


Es ist eine C-130 Hercules der Kunstfliegerstaffel 'Blue Angels'. Die Einheit untersteht der US Navy, allerdings sind auch Flugzeuge und Piloten des US Marine Corps dieser Kunstfliegerstaffen zugehörig.

Die Hercules ist der größere Bruder der C-160 Transall, die u.a. von der Bundeswehr eingesetzt wird.

Apropos C130-Hercules: Dieses Flugzeug wurde so designed, daß es ohne Katapult und ohne Fanghaken auf einem Träger der damals aktuellen Forrestal-Klasse landen und starten konnte. Bild


Kim hat Wanderlust und geht mit Papa die Zuschauerreihen entlang.
Barbara kann die Kamera nicht weglegen und huetet Kira, die weiter auf Felsen herumklettert und mit Kindern spielt.
Kurz nach drei erscheinen auch die Kunstflieger der 'Blue Angels' Staffel.





Irgendwo hinter Yerba Buena liegt die USS Carl Vinson vor Anker.
Die Navy hat ihre Fans auch in der Bayarea.
Die Blauen Engel im Anflug auf die Zuschauer.

Die Blue Angels überfliegen unsere 'Stellung' auf Treasure Island leider nur zwei Mal und fliegen dafür mehrere Figuren/Manöver in direkter Nähe vom Fisherman's Wharf, wo sie sicher von noch mehr Zuschauern bestaunt werden. Die am Embarcadero anliegenden Schiffe kann man heute und weiteren Tagen der Fleet Week als Besucher begehen wenn man denn will. Heute Abend wird noch die Musikband der US Marine (Navy) beim Spiel der 49ers gegen Tampa Bay spielen. Die Blue Angels werden dabei noch mehrmals über das volle Stadion fliegen.

Der wirklich tolle, mehrtägige Event geht dann am Montag zuende. Dienstags verlassen die Schiffe wieder die Bay, der größte Teil steuert dann seinen Heimathafen in San Diego an. Man kann nur jeden Fan solcher Darbietungen einladen, nächstes Jahr zu uns zu Besuch zu kommen ... dann werde ich auch versuchen mind. eines der Schiffe zu betreten (Mindestalter liegt leider bei 8 Jahren).

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