In Kims Zimmer
Kira und Kim essen Chicken-Nuggets im Schlafzimmer, in dem jetzt der Fernseher steht
Für das erste richtige Mittwochsmeeting in der zweiten Januarwoche bitte ich Andor darum, reichlich Muffins vom Costco mitzubringen. Das ist auch nicht schwer, da Costco 2 x 6 Muffins in einer Packung verkauft. Andor besorgt Mandel-Mohn-Muffins, Banana-Muffins, Chocolate-Muffins und Cranberry-Muffins. Ich habe ja keinen richtigen Einstand gegeben – in Aachen war zumindest ein ordentliches Frühstück Pflicht. Nach ein wenig Internetrecherche merke ich allerdings, dass ein Einstand in den USA wie auch in Kanada unüblich ist. Somit verkaufe ich die Muffins als Neujahrs-Welcome. Typisch amerikanisch hat eine Kollegin einen Muffin schon vorher angeschnitten – „Guten Appetit“ kennt man ja in Amerika nicht. Unsere Auswanderungs-Bücher erklären das dadurch, dass man eigentlich mit einem Tischgebet beginnt, aber das es weitgehend entfallen ist und darum die Amis einfach so willkürlich zu essen beginnen. So ist das auch bei unseren Mittwochsmeetings, bei denen jemand vorträgt und alle anderen das zentral bestellte Lunch (Salat oder Sandwiches) verzehren.
Zuhause freuen sich Kira und Kim über übriggebliebene Muffins jeder Colör.
Zusammen mit den Muffins bringen wir zwei der Arbeitsbücherkartons ins Institut. Im Laufe der nächsten Woche kommen die anderen beiden Kartons. In meinem Büro ist nun alles zu Stapeln gepackt – Regale werde ich in meinem neuen fensterlosen Büro bekommen, das demnächst renoviert wird. Anscheinend hat der Zoll doch meine Schleifscheiben und weitere maschinenbauliche Anschauungsstücke (kleine Wälzlager, geschliffene Werkstücke) konfisziert. Wer weiß, was der Zoll sich gedacht hat… dass ich eine kleine Höllenschleifmaschine baue? Jetzt habe ich nur noch eine kleine Schleifscheibe für das Golden Gate Bridge-Foto, das ich den Aachener Schleifern für mein Startgeldgeschenk schuldig bin.
Anfang Januar habe ich meinen ersten frei fliegenden Kolibri in einem Hauseingang gesehen. Ich glaube, er hat sich sogar über Geranien hergemacht wie das Taubenschwänzchen in Deutschland.
Vor Weihnachten hatte ich mit meiner frischen Social Security Number bei unserer Bank eine Kreditkarte beantragt. Später kann man Andor auch darauf anmelden – dann sammeln wir beide für meine Kreditwürdigkeit. Erstmal kann ich nur eine Secured Creditcard beantragen, da ich ja ein unbeschriebenes Blatt für die amerikanischen Banken bin. Der Verfügungsrahmen wird per Scheck hinterlegt. In der 1. Januarwoche erhalte ich Post – eine Unterschrift fehlt auf dem Antrag. Ok – Zu viel Kompetenz sind wir ja hier in Amerika von manchen Angestellten nicht mehr gewöhnt. Zwei Wochen später erhalte ich dann auch noch die Ablehnung des Antrags – Dear Ms. Lunke, wir können Ihnen keine Karte geben. Na klasse… Und mein hinterlegter Scheck ist schon seit einem Monat abgebucht und wird lustig mit der Post hin und her versendet.
Kim stakst durch die Gegend - man beachte die Wandmalereien
Wir müssen jetzt mit Volldampf nach einer Preschool (= Kindergarten) für Kira suchen, da viele Wartelisten für September jetzt schon Ende Januar geschlossen werden. Im Internet gibt es einige Netzwerke, z.B. das vielgerühmte Berkeley Parents Network, das einige Kindergärten nennt. Ein richtiges staatliches System wie in Deutschland scheint es nicht zu geben. Organisationen wie das YMCA bieten Kinderbetreuung, aber da wird man eher Problemfamilien antreffen. Es ist zwischen Day Care (privaten Tagesmüttern/-vätern), Preschools (organisierte Kinderbetreuung bis ca. 5 Jahre) und Kindergarden (Vorschulerziehung für das letzte Jahr vor der Grundschule) zu unterscheiden.
Ich sehe mir im Internet etwa 15 Preschools in Albany an und 10 der mindestens 40 Einrichtungen in Berkeley. Die Erziehungskonzepte reichen von „play-based“ über Montessori und Waldorf zu CV-based. Manche Schulen bieten nur Vormittage an, manche zusätzliche Nachmittagskurse, manche sind flexibel bezüglich der Anzahl der Tage. Das UC Berkeley Early Childhood Program mit Facilities direkt am UC Village macht einen sehr guten Eindruck, umfasst aber 5 volle Tage pro Woche und kostet etwa 1500 $ im Monat. Andere Schulen kosten monatlich von 250 – 800 $ für 5 Vormittage. Zum Teil werden die Kinder erst ab 3 Jahren angenommen und dann auch nur, wenn sie schon „potty trained“ sind. Mit Glück gibt es ansonsten eine „diaper fee“.
Ich schreibe mehrere Schulen per Email an und habe in kurzer Zeit 3 Termine mit Schulen ausgemacht, die jetzt auch schon Plätze am Nachmittag anbieten könnten. Einen Tag der Offenen Tür gibt es noch und eine Ausstellermesse des East Bay Mom Netzwerk in Oakland. Der Tag der Offenen Tür stellt sich nachher als falsche Verlinkung von einem ehemaligen Kindergarten in Albany, CA auf Albany, NY heraus, so dass wir diesen Termin wieder streichen.
Als erste Einrichtung besuchen wir die Albany Preschool am 18.1., die in der Nähe an der BART-Linie gelegen ist und ein ganzes Haus mit großem Garten, 60 qm Sandkasten, Klettergerüst und großen Spielräumen umfasst. Richard, der Vater zweier Kindergartenkinder begrüßt uns und erklärt alles. Hier werden 24 Kinder von 2 Erzieherinnen betreut – morgens sind 4 weitere Erwachsene dabei, die sich aus den Eltern rekrutieren. Das Verhältnis 4:1 bewirbt Richard besonders und wundert sich: „Ich als Elternteil ersetze nur einen halben Lehrer.“ Nachmittags sind 4 Teacher für 24 Kinder da, was ein Verhältnis von 6:1 bedeutet. Diese Einrichtung entpuppt sich wegen der Parent Participation als „Cooperation“, die wir ja ursprünglich nicht ins Auge gefasst haben, da Andor sich dann zum einen auf TB testen lassen müsste (was aber doch ein Hauttest ist und keine gefürchtete Blutabnahme beeinhaltet). Zum anderen könnte während der Betreuungszeit Kim nicht mitgenommen werden, was einen Mehraufwand an Organisation mit anderen Eltern oder mir bedeuten würde. Mit 280 Dollar für 3 Vormittage ist die Einrichtung natürlich sehr günstig, aber eben zum Preis eines Andor-Vormittags alle 2 Wochen. Außerdem verlangt die Coop die Teilnahme am monatlichen Elternabend und freiwillige Dienste, wie Fund raising, Führungen, Marketing, o.a.
Auf besonderen Wunsch – hier ein Foto mit Fahrrad. 3 – 4 Mal pro Woche fahre ich mit dem Rad zur Etcheverry Hall – ich rede mir ein, dass ich das Busgeld spare und auch noch Work-Out betreibe. Leider wäre es cooler, wenn ich nach Hause bergauf fahren würde und nicht morgens. So nehme ich mir Wechselklamotten mit und habe noch nicht herausgefunden, ob man nicht sogar irgendwo kurz duschen könnte. Naja, der Postdoc-Koreaner in meinem Büro ist zu höflich ;-) Die Fahrrad-Route nennt sich „Bicycle-Boulevard“, hat Schilder mit Entfernungsangaben und Kennzeichnungen auf der Straße, dass hier Radfahrer unterwegs sind. Zur Arbeit muss ich ständig bergauf fahren (ca. 30 min), zurück muss ich lustigerweise fast nie in die Pedale treten, weil es nur bergab geht. Daher müssen die billigen Bremsen auch schon bald erneuert werden. Ich habe noch nicht verstanden, wie Fahrradfahrer hier als Verkehrsteilnehmer verstanden werden – an Übergängen werden sie eher als notwendiges Übel betrachtet. An Zebrastreifen steige ich meistens ab, aber selbst dann halten die Autos nicht. Wenn ich allerdings auf dem Fahrrad über die besonders langen Zebrastreifen fahre, bleiben sie stehen. Abends sind die Straßen schon sehr dunkel, dass ich mich ärgere, nicht das noch teurere Frontlicht gekauft zu haben.
Donnerstag am 20.1. geht Andor alleine zur Berkeley Preschool, da uns in der Erinnerungsmail am Vortag doch von der Mitnahme der Kinder abgeraten wird. Die Preschool macht einen professionellen und gutbetuchten Eindruck – Andy erhält direkt eine Informationsmappe. Diese Schule hat das bisherige „Montessori“ aus ihrem Namen gestrichen um eine höhere Flexibilität bei den Erziehungsmethoden zu haben. Auf Andors Montagstreffen in Point Richmond erfahre ich, dass viele Kindergärten gerügt wurden, weil sie die angepriesenen Erziehungskonzepte nicht richtig durchziehen. Die Berkeley Preschool ist ziemlich weit von unserer Wohnung entfernt und fast auf meinem Weg zur Arbeit. Sie ist bei den Berkeley-Eltern besonders beliebt, weil die angeschlossene Elementary School und Highschool einen besonders guten Ruf haben und man mit der Kindergarten-Teilnahme bessere Chancen auf diesen Bildungsweg hat.
Wenigstens ist das Wetter momentan toll. Die Sonne scheint, es wird mittags bis 18 °C warm und die Magnolien blühen schon. Dennoch kühlt es nachmittags schnell ab und es wird immer noch früh um 17 Uhr dunkel. ... Ich habe mich allerdings zu früh gefreut, weil es ein paar Tage später wieder Katzen und Hunde regnet.
Am Müllcontainer vor unserer Haustür ist immer 'was los - mal stehen dort alte Möbel, mal findet man einen tollen Hello Kitty-Wecker, mal stochern die Plastikflaschensammler in den Recycling-Containern herum. Letzteres steht manchmal sogar im wöchentlichen Polizeireport, den uns das UC Village per Mail schickt. Mitnahme von Recyclingmüll aus Mülleimern (in- oder outdoors) ist Diebstahl, aber es stört ja eigentlich auch nicht.
Sonntags morgens hat Kira einen 30minütigen Soccer-Kurs für 3 – 5jährige. Das Training findet zu dieser Jahreszeit in der Halle statt, weshalb wir Non-marking shoes gekauft haben. Andor geht mit ihr dorthin und zieht ihr besonders gerne das schwarz-weiße Deutschland-WM-Outfit an. Das erste Mal hat Kira den Ball wild und her gekickt und nur 5 min geweint, als sie realisiert hat, wie viele Leute da herumwuseln. Beim zweiten Mal war Kira zu aufgeregt wegen der bevorstehenden Zugfahrt nach San Francisco. Beim dritten Mal spielte sie wieder mit und es gab schon Teams, in denen jedes Kind allerdings einen eigenen Ball hatte. Kim war beim Abholen sehr begeistert und hätte auch gerne weitergemacht.
Donnerstags nachmittags gehe ich mit Kira zur Gymnastics Class – Tanzkurse gibt es leider hier im UC Village noch nicht für ihre Altersklasse. Eine große beheizte Turnhalle ist mit allerlei Turngerät – Balken, Ringen, Reck, Sprungbrett, weichen Matten, etc. – ausgestattet, an denen die Kinder herumprobieren sollen. Es geht ganz wild vonstatten und Kira tobt gerne nach den üblichen 5 Aufwärmminuten herum. Einmal wollte ihr eine Kursleiterin beim Klettern über eine Leiter helfen, was in Geheule endete. Kira kann nicht leiden, wenn sie etwas nicht kann und man es ihre Unzulänglichkeiten korrigieren will oder wenn sie zu etwas gedrängt wird.
Andor sucht noch eine Möglichkeit, Outdoor-Fussball zu spielen. Aus dem Maschi-Department kenne ich einen Kanadier, der auch im Village wohnt und mir erzählte, dass er jeden Dienstag und Donnerstag Abend von 9 – 10.30 pm in der Sporthalle mit ein paar Leuten Fussball spielt. Trotz der späten Uhrzeit macht sich Andi auf den Weg und kommt enttäuscht zurück – eine Gruppe Mexikaner spielt „Futsal“, ein wildes Herumgekicke, das auch mit Hallenfußball wenig gemein hat.
Samstags am 22.1. fahren wir nach Oakland zur Preschool-Messe der East Bay Moms. Hier stellen 80 Preschools und Kinderprogramme von Zoos, Bibliotheken, Museen, etc. aus. Naturgemäß konzentrieren sich die Preschools eher auf Oakland, aber es sind auch einige Vertreter von Einrichtungen in Berkeley dort. Die Selbstdarstellung ist sehr variationsreich – von Fotowänden mit aktiven Kindern bis zum beigefarbenen Ökodesign gibt es hier alles. Eine weitere Montessori-Schule bewirbt sich mit 2 überzeugten Müttern: „We are the best school.“ Warmes Essen zu Mittag wird mir auch als Vorzug einer Schule genannt. Es ist laut und eng hier – ich kann mit einigen Leuten sprechen, während Andor versucht Kira und Kim bei Laune zu halten. Manche Malaktivitäten oder Bottiche mit Reis und Schaufeln beschäftigen die beiden Mädels auch gut. Von den zwei rosafarbenen Ballons geht einer flöten, was Kim aber tapfer nimmt. Viel schlimmer ist für Kira die Erkenntnis am nächsten Tag, dass der Ballon kleiner wird und knapp über dem Boden schwebt. Eine kleinere Preschool im Süden Berkeleys würde sich auf Kira sehr freuen und ich überlege, dort am Montag einen Termin auszumachen. Die 1,5 h hier waren sehr erfolgreich. Übrigens haben wir auch Richard wiedergetroffen, der hauptberuflich als Anwalt für Vormundschaften tätig ist.
Andor hat mir extra etwas weniger warme Queen Size Bettdecken aus dem IKEA mitgebracht – allerdings entpuppen sie sich als King Size Decken (ca. 2 x 2 m). Die Decken waren allerdings so reduziert, dass wir sie nicht zurückbringen. Damit hat sich aber immer noch nicht das Problem erledigt, dass wir ein Queen Set mit Decken- und Kissenbezügen sowie Spannbettlaken in einem kaufen könnten. Eine King Size Decke legen wir aufs Bett, die andere Decke nutzen wir als Schutz für das braune Sofa im Wohnzimmer, das von Kira und Kim immer ganz ordentlich eingesaut wird.
Der Besuch bei der Little Village Preschool am Montag Morgen, den 24.1., erfüllt meine Erwartungen. Auch hier ist wieder ein Haus zum Kindergarten umgebaut. Uns begrüßt die Direktorin Tami, deren Vielsträhnchenfrisur ich toll amerikanisch finde. Zwei Betreuerinnen kümmern sich hier morgens um bis zu 20 Kinder, nachmittags derzeit 10 Kinder. Die Erziehung ist „play based“, aber die Kinder haben einen Tagesrhythmus mit Gartenzeit, Circle-Time, Frühstück, Mittag und Nachmittagssnack. Während der mittaglichen Nap Time werden die größeren Kinder mit Kindergarden-Fähigkeiten wie Schreiben und Zählen belehrt. Andor findet das Haus recht klein und ok; für mich ist die Spaziergangweite von unserer Wohnung und die große Flexibilität für Kiras sofortige Teilnahme anprechend. Auch Kim könnte schon mit 2 Jahren hier in die Preschool gehen. Ich will jetzt gar nicht noch mehr Kindergärten anschauen, sondern fülle mit Andor die Application am nächsten Morgen aus.
Im Best Buy holen wir uns einen Bluray-Discplayer. Die Geräte mit eingebautem WLan aus dem Sonntagszeitungsprospekt sind schon am Montag ausverkauft. Wir lassen uns von einem Verkäufer beraten, der die ganze Zeit vor sich hin schnieft und insgesamt wenig kompetent wirkt. Aber das schreckt uns ja nicht mehr und durch die Kürzungen im deutschen Ausbildungssystem steuert Deutschland ja auf den gleichen Zustand zu.
Mit dem neuen Player können wir jetzt amerikanische DVD’s und Bluray-Discs abspielen. Die Preise sind ähnlich wie in Deutschland – neue Filme kosten 25 $ oder mehr, ältere kosten vereinzelt nur noch 5 $. Im Internet habe ich für Kira den heißgeliebten Heffalump-Winnie Puh-Film erstanden. Sie beschwert sich auch gar nicht, dass der Film nur in Englisch abgespielt werden kann.
Samstags feiert ein Nachbarsmädchen ihren 3jährigen Geburtstag mit einer Hüpfburg und Pinata-Schlagen in unserem Backyard. Schade ist nur, dass es nieselt und kühl ist, so dass die Kinder alle nasse Füße bekommen. Die Gelegenheit ist günstig für mich, zum ersten Mal Muffins zu backen – ich nehme eine Fertigmischung mit eingebauten bunten Streuseln. Zum Schmücken nehme ich rosafarbenes Topping mit Vanillegeschmack – total easy, hier zu backen :-)
Zum ersten Teil meiner 5stündigen Einweisung in den Student Workshop will ich meine schönen stabilen Sicherheitsschuhe tragen, die in meinen Nachsendekartons aus Aachen waren. Beim Auspacken im Büro merke ich zu meinem Entsetzen, dass die Sohle des einen Schuhs zur Hälfte abgefallen ist. Kurz habe ich die schwierigen Transportbedingungen im winterlichen Flugzeug vor Auge, die in der Wochenendzeitung eindrucksvoll mit einer eingefrorenen Katze geschildert worden waren. Dann wird aber klar, dass der Zoll auch hier Böses vermutet hat und die Metalleinsätze in den Schuhsohlen herausgepult hat. Die Schuhe landen im Müll und ich atme tief mit kalifornischer Gelassenheit durch.
Phase 1 des Student Shop Trainings macht echt Spaß. Endlich kann ich nochmal Werkstattluft schnuppern und freue mich über die englischen Fachbegriffe und die Umwandlungstabellen mit metrischem System und Inch. Für mein Fahrrad habe ich mich ja schon mit 3/8 24 Schraubengewinden auseinandersetzen müssen. Die Sägen laufen mit 70 - 800 "Surface Feet per Minute". Eindrucksvoll ist hier, dass pro Jahr ca. 160 Studenten eingewiesen werden und eigenständig kleine Konstruktionsprojekte anstellen. Civil Engineers machen Brückenmodelle, die Maschies bauen Solarautos oder High Milage Cars, die Nuclear Engineers hantieren wohl öfter mit Bleiplatten herum (!?). Es gibt 6 Standbohrmaschinen, 4 Fräsmaschinen, 2 Standsägen, Bandschleifmaschinen und mehr alleine für die Studenten. Eine angeschlossene Werkstatt fertigt weiteres Forschungsequipment. Unfallverhütung und Sicherheit sind natürlich die wichtigsten Themen in der Einweisung. Mick wird auch nicht müde zu betonen, wie wichtig die Sauberkeit und gegenseitige Achtung in einer Werkstatt sind, da sich Techniker und Ingenieure den Rücken decken müssen. :-) Liebe Grüße nach Aachen!
Andor fotografiert die permanent erscheinenden Fettaugen im Spülwasser. "Das Essen ist so unglaublich fettig hier, dass sich das Spülwasser in Suppe verwandelt. Manchmal muss ich zweimal spülen."
Als ich montags abends um 5.30 pm nach Hause komme, erschrecke ich - Kim liegt im Flur auf dem Boden. Es ist total still und dunkel in der Wohnung. Andor und Kira liegen aber nur schlafend im Schlafzimmer - Kim hat sich zwischendurch heimlich vom Bett geschlichen. Kim kann jetzt übrigens schon ziemlich eigenständig bis zu 20 Schritte durch die Gegend laufen. Manchmal schreit sie aber noch penetrant "Hand! Hand!" und will an beiden Händen geführt werden.
Für die Einschreibung in der Little Village Preschool müssen wir einigen Papierkram erledigen. Verschiedene State of California-Dokumente gewähren die Persönlichkeitsrechte des Kindes und der Eltern. Wir füllen Notfallinformationen aus – wer soll angerufen werden, darf der Krankenwagen gerufen werden, wenn die Eltern nicht erreichbar sind, darf Fiebermittel verabreicht werden, Gebühren, wenn man das Kind nach der 5 Minute Grace Period abholt, etc. Eine medizinische Beschreibung des Kinderarztes werden wir nachreichen. Wir erstellen ein komplexes Persönlichkeitsprofil mit Kiras Sozialverhalten, Problemen, Tagesroutinen, Wörtern für Stuhlgang ("Toilette gain", "pee pee" :-) ), usw.
Tami hat den Unterlagen einen Kühlschrankmagneten mit Kontaktadresse des Kindergartens beigelegt. Der passt gut neben die zwei Magneten vom UC Village. Für mich ist damit die zentrale Rolle des Kühlschranks im amerikanischen Leben bewiesen – hier hat man alle wichtigen Informationen direkt vor Augen.
Wir packen Kira ein Erdbeben-Kit mit Familienfoto und Dosenessen ein. In einer "Child-sized shoe box" (Schuhbox in Größe eines Kindes oder Box in Größe von Kinderschuhen?) werden Ersatzklamotten eingepackt und drei Fotos von Kira sollen wohl ihre Fächer im Kindergarten schmücken.Kira geht erstaml drei Nachmittage pro Woche (Dienstag, Mittwoch und Freitag) von 12.30 - 4.30 pm i die Schule. Morgen am 1.2. geht's zusammen mit Andor los. Mal schauen, wie`s Kira gefällt.
