Sonntag 3.Dezember:

Nach einem kurzen Frühstück im Hoten schecken wir aus und fahren zunächst nach Jamestown und zum
Jamestown State Historic Park, der aber geschlossen ist.
Das ist sehr schade, denn, wie Andor nachher recherchiert, ist dieser Park als "the movie Railroad" bekannt. Die hier ausgestellten Lokomotiven waren in über 200 Filmproduktionen zu sehen. U.a. wurden hier im Park auch die komplette Eisenbahnszenen aus "Zurück in die Zukunft" und "High Noon" gedreht. Sie soll die meist fotografierte Eisenbahnstrecke der Welt sein.
Also setzen wir unsere Reise fort und fahren in den Yosemite hinein. Dank unseres Jahrespass für amerikanische Nationalparks brauchen wir dieses Mal nicht zu zahlen. Der Pass gilt für den ganzen Wagen und deren Insassen. Viel los ist im Park allerdings nicht. Die Bäume haben ihre Blätter verloren, das Gras ist gelb und es fließt noch weniger Wasser den Merced hinunter als letztes Mal im Oktober.
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| Der Half Dome von der Big Oak Rd. aus gesehen. |
Wenn man das Foto mit dem aus Street View vergleicht, fällt auf, dass in den Aufnahmen von 2007 die Bäume hier noch nicht abgebrannt sind.
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| Der obere Teil des Yosemite Fall. Man beachte, wie wenig Wasser nur noch fließt. |
Das Yosemite Valley ist nur ein kleiner Teil des Parks, der zusammen mit dem Stanislaus National Park im Norden und dem Sierra National Forrest im Süden sowie noch vielen weiteren Parks die gesamte Sierra Nevada Bergkette überdeckt. Über den Bergen der Sierra fällt schon ab November der Schnee, der in einer Höhe von über 2000 Metern dann auch nicht mehr taut. Wenn ab Mai das Tauwetter einsetzt, kommt so viel Wasser die Felswände herunter, dass man sich besser nicht im Merced River aufhält. In 2011 hat der Yosemite auch mind. 18 Menschenleben gefordert, so viele, wie schon lange nicht mehr. Hierunter sind drei Leute, die über den Vernal Wasserfall geschwemmt wurden, und deren Körper im Herbst nach und nach gefunden wurden.

Wir fahren ins Yosemite Village und gehen vom großen Parkplatz am Shop zu Fuss zum Visitor Center. Auch wir waren noch nicht dort gewesen, weil bei unserem ersten Besuch zu hoher Andrang war. Wir sind zwar nicht alleine im Visitor Center, aber die Kinder haben genug Platz um zu spielen oder rumzulaufen.
Hier links im Bild ist der Zustand des Valley vor etwa 100 Millionen Jahren abgebildet. Die Sierra lag direkt am Ozean über einer Subduktionszone. Die hier abgebildete Magmakammer ist später zu Granitstein erstarrt und wurde durch Erosion freigesetzt. Plattenbewegungen haben dann das östliche Ende dieser Steinplatte angehoben und mehrere Gletscher haben dann das Yosemite Valley geformt.
Irgendwie gruselig, wenn man bedenkt, dass wir uns in inmitten einer ehemaligen Magmakammer befinden, die sich zu Zeiten der Dinos noch um die 12 Meilen unter der Erde befunden hat.
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| Vor dem Besucherzentrum liegt eine Zeitkapsel begraben. Sie wurde anlässig des 100jährigen Bestehen des Parks vergraben und soll 2090 zum 200jährigen Jubiläum wieder geborgen werden. |

Es ist schwer die Kinder vom Rumtoben abzuhalten und zum Weitergehen anzuhalten. Als wir das Visitor Center dann endlich verlassen, trennen wir uns. Andi geht zurück zum Parkplatz und fährt den Wagen zur Lodge. Der Rest geht zu Fuss durch den Wald zum Yosemite Fall.
Die Kinder halten uns gehörig auf, so daß Andi uns bereits an der Bushaltestelle, wo die Besucher rausgeworfen werden, erwartet und sogar einen Kaffee getrunken hat.
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| Dafür gibt es dann dieses schöne Erinnerungsfoto mit dem berühmten Half Dome im Hintergrund. |
Hier zu sehen die Schleife, die wir gleich wandern werden und die Andi schon mit den Kindern alleine abgelaufen ist. Es geht zunächst zur Bench, wo das Foto mit Kira im trockenen Flussbett entstanden ist. Zur Regenzeit wird man hier einen reissenden Bach vorfinden. Wir laufen dann weiter Richtung Norden bis zu den "Lower Falls"- Von der Aussichtsplatform wird man nur den unteren Teil des Wasserfalls erkennen können. Danach geht es zurück zur Lodge, wo der Wagen geparkt steht.
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| Andi deutet auf die Stelle, wo Kira das letzte Mal in den Fluss gestiegen ist. Das Flussbett ist jetzt allerdings nahezu trocken. |
Zuerst dachten wir, dass die Parkangestellten nachlässig mit dem Räumdienst sind, da ja auch kaum Besucher im Park sind. Später erfahren wir, dass das von den Stürmen in den letzten Tagen stammt und viele Äste und Zweige von den Bäumen geweht wurden.
In Deutschland macht sich die Verwandtschaft sorgen, da die Nachrichten über Stürme in ganz Kalifornien berichten. In den Hills von Oakland sind wohl wirklich ein paar Bäume auf Häuser gefallen, als wir weg waren.

Hier schön zu sehen der obere und der untere Wasserfall.
Von unten sieht man nämlich nur bis zum Finger ;)
Wir suchen die Lodge auf, essen etwas, und fahren dann zum Mirror Lake. Dort sind aber die Straßen gesperrt und wir können nur einen flüchtigen Blick auf die leerstehenden Hütten und Zeltlager werfen.
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| Der Brautschleierfall ist auch von Wasserarmut geplagt. |
Da wir den Yosemite bereits vorgestellt haben, verzichte ich heute auf noch mehr Bildmaterial und ausgiebige Erklärungen. Wir fahren über Mariposa und Merced aus den Sierra Montains heraus und verlassen bei Modesto mal eben die Interstate. Wir erklären Annika und Angelika die Bedeutung dieser Stadt für die amerikanische Filmgeschichte ;) etwas weiter nördlich halten wir noch schnell bei einem McDonalds, damit die Kleinen noch etwas in der Kidsplay Area spielen können.
Ein paar Stunden später halten wir in Oakland dann noch ein weiteres Mal bei einem Kentucky Fried Chicken. Andi kauft einen Eimer frittierter 'Drums' für ca. 20 USD, den die Amerikaner so gerne auf dem Sofa sitzend mit einem Sixpack Bier bei einem Footballspiel verzehren, und den wir dann zuhause in Albany gemeinsam essen.
Wir müssen im Auto lange vorm Kentucky Fried Chicken warten. Ein paar 30 cm hohe, seltsame Vögel mit roten Augen hüpfen vor dem Auto herum und beäugen alle Passanten. Annika macht Fotos von den unheimlichen Vögeln, die auch ganz angriffslustig auf sie zu spazieren. Später recherchieren wir im Internet und finden heraus, dass das Night Herons (Nachtreiher) sind, die hier im Oakland Lake Merrit leben.