Den Mittwoch verbringen Andor, die Kinder und ich zuhause bzw. auf dem Spielplatz vom UC Village. Barbara ist schon früh zur Arbeit gefahren. Nachmittags bringt Andor Kira wieder für ein paar Stunden zur Schule. Dann holen wir (Andor, Kim und ich) Babs an der Etcheverry Hall ab. Als richtige amerikanische Familie werden dabei quasi nur eines der Kinder und das Auto übergeben. Andor und ich werden nämlich am International House, welches sich auch auf dem Campus befindet, abgesetzt, wo wir einem Workshop mit dem Thema "Cultural Adjustment: What does it mean for me?" beiwohnen. Dieser ist echt sehr interessant, neben vielen Vorurteilen aus anderen Ländern über die Amerikaner können wir erfahren, wie "amerikanisch" wir in unserem Denken und Handeln sowie in unseren Werten sind. Barbara und die Kinder, denn Kira wurde in der Zwischenzeit von Babs abgeholt, erwarten uns am Ende des Workshops und wir entspannen ein wenig im Café des International Houses. Von hier hat man einen phantastischen Blick auf den Sonnenuntergang über der Golden Gate Bridge.
Am Donnerstag machen Kira, Babs und ich uns vormittags auf den Weg nach „Little India“. Dies ist kein wirklich offizieller Teil von Berkeley, allerdings gibt es entlang der University Avenue eine hohe Dichte an indischen Geschäften und Restaurants, deswegen haben wir die Ecke so getauft. Direkt im ersten Laden werden wir fündig: Barbara kauft sich zwei sehr schöne Tops und ich ein komplettes Set, ein sogenanntes Salwaar Kameez, sowie ebenfalls zwei Tops. Kira bekommt ein sehr süßes indisches „Prinzessinnenkleid“, selbstverständlich in pink, sowie Armbänder ebenfalls in pink. Es ist echt süß zu sehen, wie sie sich mit leuchtenden Augen im Spiegel beim Anprobieren der Sachen betrachtet. Kim, die die Reise nach Indien im UC Village verschlafen hat, bekommt auch Armbänder, allerdings in lila. Glücklich posieren wir am Ende des Einkaufs mit der netten Verkäuferin aus England.
Nachdem wir noch indische Süßigkeiten und Tee in einem Geschäft erwerben, holen wir uns auch noch unser Mittagessen in einem indischen Restaurant. Dieses nehmen wir nach Hause und essen dort mit Andor und Kim. Es schmeckt sehr lecker und zu diesem Zeitpunkt weiß ich auch noch nicht, dass ich später davon krank werden werde…
Abends gehen Kira, Babs und ich noch zur Kindergymnastik im UC Village. Am besten scheint Kira die Circle Time gegen Ende zu gefallen, hier werden Lieder gesungen und dazu müssen die Kinder zum Beispiel wie die in den Liedern vorkommenden Tiere laufen. Babs und ich erfahren später aus dem Internet, dass der Instructor, Matt, sein BSc in Sports und LEISURE ACTIVITIES hat…
Am Freitag geht es mir nicht besonders gut (s.o.), daher machen wir einen ruhigen und gemütlichen Tag. Vormittags geht es wieder zum Playground im UC Village.
Am Nachmittag nutzen wir die Zeit, die Kira in der Schule verbringt, um im „dress for less“ einzukaufen und finden alle ein paar schöne Stücke. Dann holen wir Kira ab und fahren zum Albany Waterfront Trail, der direkt am Strand der Bay entlang führt. Kira, Babs und ich sind mutig genug, um tatsächlich auch kurz mit den Füßen ins Wasser zu gehen, denn es ist wirklich sehr sehr kalt. Während Babs und ich danach froh sind, wieder den warmen Sand unter unseren Füßen zu spüren, ist Kira fast gar nicht mehr vom Wasser zu bremsen. Hier sieht man sie beim Plantschen, mit der schönen Skyline von San Francisco im Hintergrund.
Abends chillen wir noch zuhause und schauen mit der ganzen Familie Shrek 4 an. Babs und ich haben uns übrigens bei „dress für less“ Snugies gekauft, beide in dezenten Farben, wie das folgende Bild beweist.
Der Samstagmorgen beginnt zur großen Freude der Kinder mit dem letzten Teil der Geschenkeorgie, der wiederum Conny und Tom virtuell beiwohnen. Kimie wird übrigens ein richtiges amerikanisches Kind, denn sie reagiert auf Erstaunen und Freude nicht mit einem „Aahh“ oder „Oohh“, sondern ruft nur entzückt „wow“.
Dann posieren wir draußen in der Sonne mit unseren neuen indischen Kleidern, während der Haus-und-Hof-Fotograf Andor alles für die Nachwelt festhalten muss.
Gegen Mittag machen wir dann den obligatorischen „Samstagnachmittagausflug mit dem Auto“. Uns zieht es nach Napa Valley im Norden von Berkeley, welches ein bekanntes Weinanbaugebiet ist (unter anderem, aber nicht nur, wird hier der Aldi-Wein hergestellt). Auf dem Weg durch Tal ermittelt Babs, was wir alles sehen können, während die Kinder schlafen und Andor sich entspannt in der Autokolonie einreiht, die sich durch Napa Valley schlängelt. Wir fahren durch eine schöne Landschaft mit vielen Weinstöcken und Weingütern, bevor wir schließlich in Calistoga unsere verspätete Mittagspause machen. Babs und ich genießen dabei ein Glas des hiesigen Weines, der wirklich gut schmeckt.
Für den Besuch einer alten Mühle sind wir danach leider ein wenig spät, schaffen es aber noch rechtzeitig, den „Old Faithful Geyser of California“ anzuschauen, der zu den am regelmäßigsten Ausbrechenden weltweit gehört. Hier gibt es auch Tiere, die von den Kindern gefüttert werden (mit Unterstützung durch die Eltern) sowie ein tolles Labyrinth aus Schilf.
Am Sonntag geht es für mich schließlich leider wieder nach Hause. Da ich ja laut Barbara das gute Wetter nach Kalifornien gebracht habe, nehme ich es selbstverständlich auch wieder mit (hoffentlich nach Deutschland). Dies erkennt man an dem Bild auf der Bay Bridge, wohinter eigentlich direkt die San Francisco Skyline zu sehen sein sollte.
Die Vier bringen mich noch zum Flughafen und da ich nach dem Einchecken noch ein wenig Zeit habe, fahren wir mit dem Airtrain zweimal über den Flughafen, damit die Kinder auch ein paar Flugzeuge sehen können. Um bei der Gelegenheit Missverständnisse aus meinem ersten Eintrag aufzuklären: der „Katzensprung von 19 Stunden“ bezieht sich auf die Gesamtreisedauer, das heißt vom Abschließen der Haustür in Aachen bis zum Wiedersehen mit Babs, Andi, Kira und Kim.
An dieser Stelle endet meine Autorenschaft in diesem Blog, denn ich befinde mich wie gesagt leider schon über den Wolken. Ich möchte mich dennoch auf diesem Wege nochmal ganz herzlich und stark bei Babs und Andi sowie Kira und Kim für Alles bedanken, denn mein Kurzurlaub in Berkeley war einfach nur phantastisch!!!