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Oder wo sich unsere Familie sonst noch rumtreibt !

Montag, 16. Januar 2012

Die Muir Redwoods

Freitag, der 16. September

Freitags muss nur Kira in die Preschool, so dass zum heutigen Ausflug Kim mitgenommen wird. Mit nur einem Mädchen geht das auch alles prima - schließlich kann sich Daddy ja voll und ganz nur einer widmen, und muss sich nicht aufteilen. Das kommt gut an. Kim ist aber auch außerordentlich süß und brav. Zumindest, wenn sie alleine unterwegs ist.

Heute geht es in die nördlich von San Francisco gelegenen Muir Woods, die ein National Monument sind. Es handelt sich dabei um ein 226 Hektar großes Schutzgebiet, in denen noch auf rund 100 Hektar die großen Redwoods (Sequoia sempervirens) stehen. Diese Bäume werden viele hundert, manche sogar bis zu und über 2000 Jahre alt, und gehören zu den höchsten Bäumen überhaupt.

Andi und Babs waren schon hier und wohl sehr angetan. Und auch meine "Flugzeug-Kim" hatte einen Ausflug angeregt. Daher freue ich mich (und als Biologe natürlich sowieso) auf dieses Schmankerl.

Wir machen uns also auf den Weg - der ziemlich kurvig ist, und uns in die recht kühlen Hügel nördlich von San Francisco führt. Eigentlich ist heute ein sonniger und warmer Tag, aber in den Muir Woods ist es dann deutlich kühler, was ich sehr angenehm finde. Andi findet direkt am Visitors' Center einen Parkplatz (was wohl an Besucher-intensiven Tagen absolut nicht möglich ist), ich löse die Tickets und ab gehts ins Grüne.

Eine Reihe von Rundwegen führt durch den Park, die gut ausgeschildert sind. So kann man sich, je nach Lust und Laune, die Entfernung für einen Spaziergang suchen, die einem passt. Ausserdem starten hier einige Trails in den noch größeren direkt angrenzenden Park (hiking ist hier ganz groß).
Leider ist allerdings eine der Brücken in Reparatur, so dass man ein wenig eingeschränkt bei der Auswahl ist. So kommt es, dass wir einen relativ langen Weg aussen rum gehen, der aber sehr schön ist (und den Kim sehr gut mitmacht).

Das Faltblatt, das man am Center bekommt, informiert über die Biologie der Redwoods und die speziellen Eigenarten des Ökosystems. So dachte man lange Zeit, Wildfeuer, die hier regelmäßig wegen der Trockenheit ausbrechen, eindämmen zu müssen. Bis erkannt wurde, dass die Redwoods selbst wegen ihrer immens dicken und harzlosen Borke nicht brennen, dafür aber das Unterholz bei so einem Brand fast ausnahmslos drauf geht: so wird letztlich aber wieder ein Zustand hergestellt, der die Abfolge und Entwicklung bestimmter Arten begünstigt.
Die Wildfeuer sind also wichtiger Regelungsfaktor in der Sukzession in diesem Ökosystem, so dass man ab und an sogar selbst Feuer legt mittlerweile.

An vielen Bäumen kann man die Spuren dieser Feuer auch gut erkennen, sie sind auf den untersten Metern teilweise schwarz verkohlt, teilweise auch innen.

Wie gewaltig diese Baumriesen sind sieht man, als Andi und Kim sich in einem Exemplar kurz verstecken.

Die Redwoods vermehren sich auch vegetativ, wie man am oberen Foto sieht: es wachsen einfach neue kleine Sprößlinge aus dem Wurzelstamm heraus, die sich dann normal weiterentwickeln. Daher stehen dann auch häufig mehrere Riesenbäume direkt eng nebeneinander.
Es sieht relativ wenige Besucher da, zumal auf der Route, die wir gehen. Und es herrscht eine unglaubliche Ruhe im Wald. Es gibt aber auch kein wirkliches Unterholz, und damit ist der Wald faunistisch gesehen sehr artenarm.

Leider kein Größenvergleich, aber die Borke ist dicker als eine Handspanne.

An Stellen wie diesen erwartet man entweder Ewoks oder die Elben aus Lorien.

Kim läuft tapfer über Stock, Stein und Wurzel mit uns mit. Irgendwann wird es ihr aber zu anstrengend, und Daddy muss sie ein wenig tragen. Ausserdem wird sie müde und ein wenig quengelig, möchte auch unbedingt Saft haben, den wir aber nicht mit uns führen.
Dafür, dass wir recht lange im Wald herumlaufen, hält sie sich aber tapfer.

Ein kleiner Bach, der sich durch den Wald zieht, steigert noch die Romantik. ;)

Hier ein wirklich angekohltes Exemplar, das einem Brand widerstanden hat. Der letzte Brand in diesem Gebiet soll rund 150 Jahre her sein, laut Faltblatt.

Als wir wieder am Visitors' Center ankommen, wird erstmal was gegessen und getrunken. Kim hat das sehr nötig.
Anschließend fahren wir, weil es ich von der Fahrtstreck her anbietet, noch in der Nähe der Golden Gate Bridge in die Berge, um dort von einigen Aussichtspunkten einige Fotos zu schießen.

Von der neuen Straße, die sich direkt an die Hügel nördlich von San Francisco anschmiegt, und an der einige Stellen zum Halten und Fotos Schießen eingerichtet sind, hat man einen hervorragenden Blick. Und das Wetter spielt heute grandios mit. So kann man sich einen sehr guten Überblick über den Fisherman's Wharf, Downtown, das Presidio und Lincoln Park macht.
Und wenn man die Straße weit bis nach oben fährt, kann man auch den Golden Gate Park und den Strand sehen, den wir am ersten Tag bereits besucht hatten.

Wir fahren noch zu einer alten Verteidigungsstellung, die die Amerikaner für den etwaigen Fall einer japanischen Invasion an der Westküste gebaut hatten.
Nichts besonders Spektakuläres, bis auf einen Fotografen, der mit einem leicht bekleideten weiblichen Model ein Fotoshooting "hinter Gittern" in der Ruine macht.


Das beendet unseren Ausflug. Der Abend wird mit Baseball und Bier verbracht. Und mit Planungen für den Wochenendtrip, denn Barbara hat die Idee, doch mit Kind und Kegel zum Lake Tahoe zu fahren, und auf dem Rückweg noch einige Goldgräberstädte zu besuchen.
Vielversprechend - wie man in den nächsten Posts sehen wird.

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