Text 1

Oder wo sich unsere Familie sonst noch rumtreibt !

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Geocaching im Briones Park

Am Montag, den 5ten September feiert die USA den Labor Day, den Tag der Arbeit, weswegen die Preschool geschlossen hat und Barbara und ich mit den Kindern einen Ausflug ins Hinterland machen, um eine Aufgabe der Aachener Schleifer zu erfüllen.
Mit der Schleifscheibe waren wir ja schon auf der Golden Gate Bridge, heute steht der Geocache "Briones Lookout" im Briones Regional Park auf dem Programm (N37° 56,480 und W122° 08,264). Wer nicht weiß, was Geocaching ist: Hier ist die offizielle deutsche Webseite.
Da man eventuell ein Goody in einem solchen Cache finden und mitnehmen kann, haben wir unsererseits mehrere verschieden große Sachen mitgebracht, die wir evtl. in den Cache legen könnten. Wir fahren über die nördliche Route, also den John Muir Parkway, die Alhambra Valley Rd. und Briones Rd. in den Park hinein.
Diesmal hat Andi sowenig gefrühstückt, dass ihm als Beifahrer auf den gewundenen Straßen ein bisschen schlecht wird. Auf der letzten Straße gewinnen wir bereits etliche Höhenmeter. Am Ende der Briones Rd. müssen wir unseren Wagen abstellen und begeben uns mit zwei Kinderwagen, Rucksack und einer Menge Wasser zu Fuß weiter. Heute ist mal wieder ein ganz anderes Wetter als gestern. Der Himmel ist klar und die Sonne brennt.
Am Ende der Briones Rd. müssen wir den Lincoln zurück lassen.

Es geht nur bergauf. Ein wenig erinnert es mich an den Aachener Wald.
Das Land hat sich schon stark ins Braune bzw. Beigegelbe verfärbt.
Nur die Bäume tragen noch sattes Grün.
Im Hintergrund sieht man die Interstate 680, die über die Carquinez Straße der Bay führt.
Kira läuft der vorausgeeilten Mama nun doch hinterher, während sich Kim tragen lässt.
Auf dem sandigen Weg lassen sich die Kinderwagen kaum schieben und zu allem Übel reißt auch noch der Reifen einer der Wagen ab. Wir essen noch schnell ein paar mitgebrachte Snacks und lassen dann die Wagen zurück. Die Kinder spielen mit Sand, Steinen, kleinen Tierchen, Pflanzen, Stöcken und wollen Fangen spielen. Wir kommen keinen Meter vorwärts. Barbara entschließt sich dazu den Geocache alleine zu finden, doch als sie etwa 500 Meter voraus ist, setzt Kira zur Aufholjagd an. Kim ist ermüdet vom vielen Rumtoben und lässt sich nur noch von Papa tragen.

Wir erreichen die Koordinaten des Cache, aber wo ist er? Das GPS von Barbaras Handy ist nur auf etwa 3 Meter genau.

Wir finden eine kleine Filmdose an einem der Pfeiler des Stacheldrahtzaunes. In seinem Innern befindet sich eine Namensliste der Cachefinder. Das Blatt ist von Geocache.com.
Wir haben also unseren Cache gefunden, die von Kim so mühevoll geschleppte Aacherner Printe passt allerdings nicht hinein, dazu ist das Filmdöschen einfach zu klein.


Barbara ist glücklich, die zweite der Schleiferaufgaben erfüllt zu haben. Dann fliegt mir noch meine neue Baseballkappe vom Wind erfasst über den Stacheldrahtzaun. Das bedeutet wieder einen Umweg :(

Langsam geht es wieder auf den Rückweg. Wir treffen noch einige Wanderer und Radler, mit einigen unterhalten wir uns auch für eine Weile - die einen haben sich über die einsamen Kinderwagen gewundert, die anderen wundern sich über die eifrigen Kinder.
Die Sträucher sind verbrannt und tragen kein Grün mehr. Ein paar gelbe Blumen schmücken die karge Landschaft.
Kira ist unzufrieden, dass sie ständig kleine Steinchen in den Sandalen hat und zieht ihre dann einfach aus. Natürlich muss Kim ihrem großen Vorbild Folge leisten und zieht ihre Schühchen auch aus.


Wir trinken eine Menge Wasser während unseres mehrstündigen Aufenthaltes.
Auf dem rechten Foto kann man erahnen, dass die Straße mit schwarzem Teer geflickt ist. Die schwarzen Streifen ziehen sich kreuz und quer über die ganze Straße bis hin zur Alhambra Valley Rd. Im Satellitenfoto von GoogleMaps kann man das sehr schön erkennen (1092 Briones Road, Lafayette, CA, United States).

Kira und Kim hinterlassen ihre Spuren im Staub.


Am Sonntag den 11ten September kommt uns mein kleines Brüderchen Stefan für 12 Tage besuchen. Er wird dann an unserem Blog mitschreiben, so wie es schon Anjali (bereits zweimal) und Opa Joachim getan haben.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

GAIN SFO, die Giants und der Wharf

Seit wir von unserem Roadtripp an der Ostküste in die heimatliche Bayarea zurückgekehrt sind, habe ich (Andi) angefangen Baseball zu schauen. Die Saison ist im vollen Gange und die SF Giants spielen nahezu jeden Tag entweder zu Hause oder bei einem der Divisionsgegnern.
Die gegnerischen Mannschaften sind immer die selben, da es in der National League West nur fünf Mannschaften gibt. Die SF Giants, die letzte Saison die NL als auch die World Series gewinnen konnten (wir berichteten), die Arizona Diamondbacks, die dieses Jahr ein starkes Team stellen werden, die LA Dodgers, an deren Stadion wir schon waren, die Colorado Rockies sowie die Padres aus San Diego. Die Giants haben gute Pitcher und sind verdammt gut in der Defence. Leider haben sich gleich Anfang der Saison die beiden besten Batter, Pablo Sandoval und Buster Posey, sowie der Closer der Giants Brian Willson verletzt. In der Offence tun sich die Giganten bei jedem Spiel schwer und das Ergebnis ist immer knapp. Oft wird das Spiel in einen der letzten Innings entschieden oder es müssen zusätzliche Innings gespielt werden.
Da ich mich erst richtig auf den Fernseher konzentrieren kann, wenn die Kinder schon im Bett liegen, verpasse ich stehts die ersten Innings und kann das Spiel meist erst ab dem 6ten oder 7ten Inning sehen. Zu meinem Glück wiederholt ESPN (der amerikanische Sportsender) die wenigen 'Highlights' aus den vorausgegangenen Spielrunden immer zwischen den Wechseln. Man verpasst daher nicht viel.

Der AT&T Park gleich an der Bay ist die Heimat der SF Giants.


Am ersten September Wochenende gastiert Barbara bei einem Treffen deutscher Austauschakademiker in den USA, das auf dem neuen Campusgelände der University of SF im zugeschütteten China Basin stattfindet. Ich hole sie zweimal abends nach den Abendveranstaltungen ab und komme deswegen auch am Stadion der Giants, das sich ebenfalls am China Basin befindet, vorbei. Leider habe ich Pech, an allen drei Tagen haben die Giants genau zur Zeit, an der ich Babs abholen soll, ein Heimspiel und ich gerate jedes mal in einen Stau.

Dafür erkunde ich schon einmal die Location. Für den Besuch meines Bruders Stefan, der ein grosser Baseball Fan ist und für die Jülich Dukes spielt, habe ich extra zwei Karten für ein Heimspiel gegen die Padres gekauft.

Die Karten werden von der MLB Organisation zentral verkauft. Sie kommen nach wenigen Tagen mit der Post aus Texarkana, TX. Ein Ort, den ich mit dem Film 'Smokey and the bandit' mit Burt Raynolds verbinde.


Barbara: Das German Academic International Network (GAIN) ist ein Netzwerk für deutsche Austauschwissenschaftler in Nordamerika und fördert die Kommunikation zwischen Deutschland und Nordamerika. Über mein DFG-Stipendium und Emailverteiler habe ich früh von der Jahrestagung in SF erfahren und mich zeitig angemeldet. Im Wechsel findet die Jahrestagung an der Ost- und an der Westküste statt.

Es sind ca. 300 Wissenschaftler über DAAD, DFG Alexander-von-Humboldt, o.ä. als Teilnehmer hier. Daneben sind noch ca. 150 Offizielle und Organisatoren hier von den teilnehmenden Förderorganisationen und Ansprechpartner von Unis, Fraunhofer-Instituten, Fachhochschulen, Helmholtz-Instituten, etc. und ein paar Firmen, die alle Wissenschaftler anwerben wollen. Zehn Hochschulpräsidenten sind hier und einige Politiker, insbesondere Prof. Dr. Birgitta Wolff, Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt und Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie einige Bundestagsabgeordnete.
Auch der DFG-Präsident ist dort, wie er und ich schon in Budapest festgestellt haben. Wir kennen uns schon von einem früheren Projekt, da er auch Produktionstechniker ist. Ich bin stolz, DFG-Stipendiatin zu sein. Besonders bei den Ingenieuren nehmen nur weniger als 30 Leute pro Jahr dieses Angebot in Anspruch.
Am Freitag morgen vor der GAIN-Tagung haben der DFG-Präsident und seine Kollegen einen Termin mit Prof. D bei uns im Lab. Von dort aus fahre ich mit ihnen gemeinsam nach San Francisco.
Am Freitag Abend, als Andor mich abholen will, darf er erst noch den Kanzler der RWTH Aachen zu einem Termin bringen. Kira und Kim nutzen die Zeit zum Herumtoben auf dem tollen neuen Uni-Gelände.

Rückkehr nach Deutschland ist ein großes Thema in den Plenarvorträgen und Workshops bieten Infos zu Berufungsverfahren, Firmengründung, Aufbau von Nachwuchsgruppen, Double Career Couples, Forschungsmanagment als Alternative zur Forschung, etc. Es wird kontrovers diskutiert, was Deutschland jungen Wissenschaftlern bieten kann im Gegensatz zu Assistant Professuren mit Tenure Track (Aussicht auf Anstellung auf Lebenszeit) in Amerika. Der Workshop zu Berufungsgesprächen mit dem RWTH Kanzler und dem Fachbeauftragten vom Deutschen Hochschulverband ist so herrlich rheinisch und erinnert mich an Büttenreden im Karneval, dass ich etwas Heimweh verspüre.

Ich lerne nette Leute aus Madison, WI kennen und kann direkt von meinem Aufenthalt dort im Juni schwärmen. Es ist schon toll, bereits so viel von den USA gesehen zu haben. 
Ich treffe auch witzigerweise Katrin, eine alte Klassenkameradin aus Overbach, die als DAAD Beauftragte für Nordamerika das GAIN-Jahrestreffen seit Jahren mitorganisiert.

Alles in allem ist die Tagung sehr inspirierend und gibt ein tolles Gefühl, dass man als deutschler Wissenschaftler sehr umworben wird. :-) 
 
Sonntag fahren wir wieder mal zum Fisherman's Wharf.

Andi: Am Sonntag hole ich Barbara bereits um 12 Uhr am China Basin ab und da wir schon mal in der großen Stadt sind, nutzen wir die Gelegenheit für einen Ausflug zum Fisherman's Wharf. Wir parken in einem Parkhaus an der Beach St. Ecke Jones St. Das Parkhaus ist recht voll und wir müssen hoch bis auf's Sonnendeck. Heute ist wieder so ein nebliger Tag mit viel Wolken. In SF ist es ja immer etwas kühler, aber wenn die Wolken die Sonne verdecken, wird die gefühlte Temperatur gleich viel kälter.

Weil wir alle noch nichts zu Mittag gegessen haben, kauft Barbara an einem der vielen Crab Shacks Fingerfood. Der Wharf ist gut besucht und wir müssen warten bis sich uns eine Sitzgelegenheit an einem der Piers bietet.






Kimmi hat Spaß am 'Fingerfood'
Zum Nachtisch will Kira Cotton Candy haben. Natürlich in pink.
Die Seelöwen Kolonie am Pier 39 ist ein Touristenmagnet. Die Statue stellt eigentlich zwei Seelöwen dar und müsste etwas seitlich fotografiert werden, wie wir erst bei einem zukünftigen Besuch feststellen werden.
Das Restaurant 'Forbes Island' ist nur mit einer Shuttlefähre erreichbar und sehr beliebt.
Die Seelöwen sind bis auf einige Exemplare ausgeschwärmt.
Gegen Nachmittag wird das Wetter besser, es klärt auf.

 Kim mag 'Wasser' ist aber stehts vorsichtig. Kira hingegen würde am liebsten Baden gehen.

Auf dem Weg zurück trödeln wir durch das touristische Stadtviertel und sehen dieses T-Shirt Geschäft. Kira und Kim giggeln minutenlang über "Popo" und sind nicht vom Schaufenster wegzubewegen.

Da wir angeblich einen großen Rabatt für unser Parkticket bekommen, wenn wir in dem Block, in dem unser Parkhaus ist, kaufe ich mir in einem Sportgeschäft ein Merchandiseprodukt der SF Giants. Eine offizielle MLB Baseballkappe um präzise zu sein.

Die Kappe wird natürlich gleich für einen kleinen Aufschlag individualisiert und bekommt meinen Namen aufgedrückt.

Leider macht der Laden doch nicht beim Billiger Parken-Arrangement mit, weshalb wir den vollen Tarif bezahlen müssen. Auch alle anderen Geschäfte bis auf Walgreens machen nicht mit,.

Das ist leider etwas typisch in den USA und erinnert mich ein wenig an meine Bundeswehr Zeiten: Meistens hat ein Geschäft/Bank/Amt nur eine Person, die dieses oder jenes machen darf. Und wenn diese Person gerade Urlaub hat, dann hat man halt Pech.

In der Bank of Amerika in Albany darf auch nur eine einzelne Person ausländische Währung tauschen. Und die arbeitet nur Vormittags.

Wir fahren (wie so oft) via Golden Gate Brücke zurück nach Albany.

Wenn man bereits in SF ist und zur Eastbay möchte, dann sind alle Brücken zollfrei. Wir nutzen diese Gelegenheit häufig um über die Golden Gate Brücke nach Norden und dann über die Richmond -San Rafael Brücke wieder nach Hause zu fahren. Diese Tour ist zwar etwas weiter als über die Baybridge zu fahren, dafür aber deutlich schöner. Auf der Baybridge fährt man aus SF 'raus ja auf der unteren Etage und sieht kaum etwas durch die hohen Seitenwände.

Von Sausalitos kann man noch einmal einen Blick auf die Stadt werfen.
Die Brücke nach Richmond.

Samstag, 24. Dezember 2011

Wieder daheim - Tour durch SF - Budapest

Am Sa. den 6ten August sind Kira und Kim zunächst bei Cole anlässlich seines 3ten Geburtstages eingeladen. Wir fahren also nach El Sobrante und treffen noch ein letztes Mal die Personen aus dem Pram in Point Richmond. Coles Mama Maria, die Barbara noch immer 'Debra' nennt, hat lecker gekocht. Die Kinder spielen im Garten. Im Vorgarten wurde ein Hüpfburg aufgebaut und zum Abschluss wird eine Pinata zerschlagen. Auch wenn Tim und Maria keine mexikanischen Vorfahren haben, das mit der Pinata hat sich in Kalifornien bei Kindergeburtstagen wohl eingebürgert.

Noch was zum Wetter: Es ist zwar August und Hochsommer, aber richtig 'heiss' wird es in der Stadt irgendwie nicht. Erst weiter Land einwärts hinter den Hügeln steigen die Lufttemperaturen deutlich an. Das Bay Wetter wird im Sommer dominiert von Seenebel, der landeinwärts ins Valley zieht, bis das Valley sich ein paar Tage später so weit abgekühlt hat, dass es keine kalte Luft mehr anzieht, der Nebel über'm Pazifik bleibt und sich die SF Bay aufwärmen kann. Dann wird auch das Valley wieder warm und der Nebel kriecht wieder über Berkeley hinweg.

11. August - Nebel am Morgen über Berkeley
11. August - Nebel am Nachmittag über der Bay

Am Wochenende drauf nehmen wir uns dann die Zeit noch mal eine kleinere Tour durch SF zu nehmen um Plätze aufzusuchen, wo wir noch nicht waren. Wir waren ja schon eine längere Zeit nicht mehr in 'unserer' Stadt.

An der Ostquerung der Baybridge wurde kräftig weitergebaut. Der Pylon, der die auf nur noch einer Etage liegende 10 spurige Fahrbahn tragen soll ragt majestätisch in den Himmel. Laut Zeitung (SF Chronicle) ist man einige Monate vor dem Zeitplan und sehr zuversichtig, die neue Brücke wie geplant 2012 fertigstellen zu können.









Die Westquerung zwischen Yerba Buena und SF soll wie sie ist erhalten bleiben.
Das Ferry Building.
Das Ferry Building liegt am Pier 1. In San Francisco hat man sich etwas ganz inteligentes einfallen lassen. Damit der Hafen unbegrenzt wachsen kann, haben die Piers, die nach Norden vom Ferry Building abgehen, aufsteigend ungerade Nummern. Die nach Süden haben aufsteigend gerade Nummern. So kann man auch anhand der Nummer in etwa abschätzen, wo sich ein Pier befindet. Pier 39 liegt z.B. im Bereich vom Fisherman's Warf, während sich Pier 40 ganz woanders am China Basin befindet.


Wir besuchen das nahe am Zentrum gelegene 'Chinatown' in San Francisco.

Typischer Laden in Chinatown.
Broadway Ecke Columbus.

Auf der Columbus Avenue, die etwa 40 Grad versetzt zum USA-typischen Schachbrettmuster verläuft, fahren wir auf die Transamerica Pyramid zu. Links zu sehen ein typisches 'flatiron building', die man nur an dieser Strasse zu sehen bekommt.

Unser Lincoln spiegelt sich in einem Schaufenster im Financial District.
Wir parken in der City Center Plaza Garage zum Sondertarif von 9 USD für den Tag.
Wie man am Bild erkennen kann: So viel Platz bieten die amerikanischen Parkhäuser auch nicht. Eigentlich finden wir nie einen Stellplatz der es uns ermöglichen würde, die langen Türen des Sedans voll zu öffnen.

Die City Hall von San Francisco.
Die City Hall ist das 'Rathaus' der Stadt San Francisco. Sie wurde 1880 gebaut, 1906 beim grossen Beben vollständig zerstört und dann in nur zwei Jahren nach den alten Plänen 1 zu 1 wieder aufgebaut. Dies bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, dass beim nächsten grossen Beben hier wieder alles in Schutt und Asche liegen dürfte, das Gebäude also nicht besonders erdbebensicher ist.

Der 'Heart of the City Farmer's Market' an der Fullon St. und auf dem UN Plaza. Hier kaufen wir frisches Gemüse für ein Ratatouille ein.
Dann essen wir im Carls Jr. , einer weiteren Fastfood Kette. Wir haben uns vorgenommen, jede grössere Kette mindestens ein mal aufzusuchen. Carls Jr. ist eine Kopie von Mac Donalds und bietet nichts Aussergewöhnliches.
Zum Abschluss gehen wir auf den Kinderspielplatz direkt vor dem Supreme Court of California.
Die Kinder spielen ganz schön lange herrum. Die Sonne verschwindet schon hinter der City Hall und es wird sehr frisch.

Barbara verbringt die folgenden Tage mit Reisevorbereitungen. Vom 21ten bis zum 28ten August fliegt sie nach Budapest zur CIRP General Assembly. Sie nimmt einen Flug mit American Airlines und steigt in JFK, New York um.

Am Sonntag findet direkt ein Meeting mit den Research Affiliates statt und danach ist ein bisschen Gelegenheit, die Stadt und den Palastbereich zu sehen. Die ganzen Tage ist es ziemlich schwül und die Konferenz ist wie erwartet betriebsam, so dass die Zeit schnell verfliegt. Andor und Barbara sprechen oft über Skype, auch wenn Andis Webcam nicht funktioniert und daher die Kinder nie mitmachen.





Mit der Bahn auf den Palasthügel, direkt gegenüber vom Hotel
 


Das große Dinner am Mittwochabend findet in einem Eisenbahnmuseum statt
Es war früher mal ein Kopfbahnhof - Barbara findet keinen Amerikaner, der den genauen Begriff im Englischen weiß. Der Grund liegt nahe - in den USA sind Kopfbahnhöfe selten.
Genau zu Barbaras Rückflug nach SFO über JFK beherrscht Hurrikan Irene die Ostküste mit großen Unwetterwarnungen und Evakuierungen von Teilen New Yorks. Mit viel Geduld und langen Telefonaten kann Barbara über London und LA umgebucht werden, muss aber einen Tag früher abreisen und in London übernachten. Die Busfahrt im hässlichen Stadtteil Heathrow ist abenteuerlich und dauert ewig, bis Barbara in einem Bed&Breakfast ankommt. Der Flug von London nach LA wird dann auch noch durch eine Zwischenlandung in Island verzögert, da ein Herr zwei Sitzreihen schräg hinter Barbara Verdacht auf Herzinfarkt hat. Alles geht gut aus und der Flieger wird in Island wieder betankt, da er für die Landung viel Kerosin über die Tragflächen aussprühen musste. Nur der kranke Herr ist etwas verwirrt und will gar nicht aussteigen, wie die Stewardessen nachher erzählen.

Barbara zum ersten Mal auf Island

Der Anschlussflug von LA nach SFO muss daher auch verlegt werden. Nachts ist die Küste von Kalifornien mit vielen Lämpchen beleuchtet und sieht unglaublich toll aus. Alles in allem kommt Barbara aber auch nur 2 Stunden später als geplant zuhause an - allerdings dauerte die Reise statt 16 Stunden nun 40 Stunden.

In der Zeit, in der Barbara in Europa weilt (und die Woche davor), hat Kira schulfrei. Wir melden Kim für das neue Preschool Jahr im September an. Sie soll dann vorerst drei Tage in der Woche (Mo. Di. und Do.) Kira begleiten. Kira wird ab dem neuen Schuljahr dann vier statt wie bisher drei Tage zur Preschool gehen (Mo. Di. Do. und Fr.). Kira wird als 'Pre-K' (das bedeutet: Das Jahr vor dem Kindergarden) eingestuft und bekommt sogar Lehrstoff. An einem der letzten Schultage hat Kira 'Cape Cod' nachgemalt. Sie behauptet das zumindest. Der Grüne Fleck sieht dem Kap, das als Kühlschrankmagnet bei uns in der Küche hängt, dennoch sehr ähnlich.

Kira malt das Cape Cod aus dem Gedächtnis herraus in der Preschool nach.
Ich lasse mich von Simone, der aus Brasilen stammenden Kindergärtnerin von Kira, zu einem Fundraiser nach Bodega einladen. Das sind ~60 Meilen von Albany aus, was ca. 90 Minuten Fahrzeit entspricht. Ich habe sofort zugesagt und eine Karte für mich gekauft (die Kinder haben freien Zutritt). Es sollen viele Eltern aus der Preschool da sein und es dient ja einem guten Zweck. Trotzdem: Wenn mich in Deutschland jemand zu einer Kinderparty ins 120km entfernte Bochum eingeladen hätte, hätte ich wohl erst einmal gefragt, ob sie oder er nicht Falschluft zieht ;) Hier in Kalifornien hingegen habe ich mich an die etwas grösseren Strecken und die wegen der Tempolimits auch viel längeren Fahrzeiten schon irgendwie gewöhnt.

Wir bleiben nur drei Stunden auf dieser Party. Die brasilianische Community sorgt sich wirklich nett um die vielen Kinder. Wir spielen auf Instrumenten und machen Musik mit Rasseln, Flöten, Stäben ... allem mit dem man Krach machen kann. Kira gewinnt 'Good Girls' Marken und kann diese gegen Ende der Veranstaltung gegen eine Barbiküche mitsammt neuer Barbipuppe eintauschen. Kim erhält einen Brasil-Teddy ein pinkes Sparschwein das lustig grunzt, wenn man einen Dollar hineinwirft.
Beide Kinder schlafen sofort ein als wir nach Hause fahren. Ich glaube die sind schneller eingeschlafen als der Motor warm werden konnte.

Am 30ten August gebe ich Kim gegen 15:30 zum allerersten mal in der Preschool ab und verbringe die Stunde bis ich Kim und Kira wieder abholen kann in Albany und finde auch mal die Zeit mir die Geschäfte auf der Solano Ave. anzuschauen. Die Tage drauf bleibt Kim immer etwas länger dort. Sie weint zwar bitterlich wenn ich sie abgebe, aber am Geschrei merke ich, dass es reine Protestschreie sind mit denen mich Kim dazu bewegen will bei ihr zu bleiben. Angeblich weint sie nur noch wenige Minuten und wird dann wieder fröhlicher, spielt mit den anderen Kindern und freut sich immer riesig, wenn Papa sie abholen kommt.