Seit wir von unserem Roadtripp an der Ostküste in die heimatliche Bayarea zurückgekehrt sind, habe ich (Andi) angefangen Baseball zu schauen. Die Saison ist im vollen Gange und die SF Giants spielen nahezu jeden Tag entweder zu Hause oder bei einem der Divisionsgegnern.
Die gegnerischen Mannschaften sind immer die selben, da es in der National League West nur fünf Mannschaften gibt. Die SF Giants, die letzte Saison die NL als auch die World Series gewinnen konnten (wir berichteten), die Arizona Diamondbacks, die dieses Jahr ein starkes Team stellen werden, die LA Dodgers, an deren Stadion wir schon waren, die Colorado Rockies sowie die Padres aus San Diego. Die Giants haben gute Pitcher und sind verdammt gut in der Defence. Leider haben sich gleich Anfang der Saison die beiden besten Batter, Pablo Sandoval und Buster Posey, sowie der Closer der Giants Brian Willson verletzt. In der Offence tun sich die Giganten bei jedem Spiel schwer und das Ergebnis ist immer knapp. Oft wird das Spiel in einen der letzten Innings entschieden oder es müssen zusätzliche Innings gespielt werden.
Da ich mich erst richtig auf den Fernseher konzentrieren kann, wenn die Kinder schon im Bett liegen, verpasse ich stehts die ersten Innings und kann das Spiel meist erst ab dem 6ten oder 7ten Inning sehen. Zu meinem Glück wiederholt ESPN (der amerikanische Sportsender) die wenigen 'Highlights' aus den vorausgegangenen Spielrunden immer zwischen den Wechseln. Man verpasst daher nicht viel.
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| Der AT&T Park gleich an der Bay ist die Heimat der SF Giants. |

Am ersten September Wochenende gastiert Barbara bei einem Treffen deutscher Austauschakademiker in den USA, das auf dem neuen Campusgelände der University of SF im zugeschütteten China Basin stattfindet. Ich hole sie zweimal abends nach den Abendveranstaltungen ab und komme deswegen auch am Stadion der Giants, das sich ebenfalls am China Basin befindet, vorbei. Leider habe ich Pech, an allen drei Tagen haben die Giants genau zur Zeit, an der ich Babs abholen soll, ein Heimspiel und ich gerate jedes mal in einen Stau.
Dafür erkunde ich schon einmal die Location. Für den Besuch meines Bruders Stefan, der ein grosser Baseball Fan ist und für die Jülich Dukes spielt, habe ich extra zwei Karten für ein Heimspiel gegen die Padres gekauft.
Die Karten werden von der MLB Organisation zentral verkauft. Sie kommen nach wenigen Tagen mit der Post aus Texarkana, TX. Ein Ort, den ich mit dem Film 'Smokey and the bandit' mit Burt Raynolds verbinde.
Barbara: Das
German Academic International Network (GAIN) ist ein Netzwerk für deutsche Austauschwissenschaftler in Nordamerika und fördert die Kommunikation zwischen Deutschland und Nordamerika. Über mein DFG-Stipendium und Emailverteiler habe ich früh von der
Jahrestagung in SF erfahren und mich zeitig angemeldet. Im Wechsel findet die Jahrestagung an der Ost- und an der Westküste statt.
Es sind ca. 300 Wissenschaftler über DAAD, DFG Alexander-von-Humboldt, o.ä. als Teilnehmer hier. Daneben sind noch ca. 150 Offizielle und Organisatoren hier von den teilnehmenden Förderorganisationen und Ansprechpartner von Unis, Fraunhofer-Instituten, Fachhochschulen, Helmholtz-Instituten, etc. und ein paar Firmen, die alle Wissenschaftler anwerben wollen. Zehn Hochschulpräsidenten sind hier und einige Politiker, insbesondere Prof. Dr. Birgitta Wolff, Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt und Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie einige Bundestagsabgeordnete.
Auch der DFG-Präsident ist dort, wie er und ich schon in Budapest festgestellt haben. Wir kennen uns schon von einem früheren Projekt, da er auch Produktionstechniker ist. Ich bin stolz, DFG-Stipendiatin zu sein. Besonders bei den Ingenieuren nehmen nur weniger als 30 Leute pro Jahr dieses Angebot in Anspruch.
Am Freitag morgen vor der GAIN-Tagung haben der DFG-Präsident und seine Kollegen einen Termin mit Prof. D bei uns im Lab. Von dort aus fahre ich mit ihnen gemeinsam nach San Francisco.
Am Freitag Abend, als Andor mich abholen will, darf er erst noch den Kanzler der RWTH Aachen zu einem Termin bringen. Kira und Kim nutzen die Zeit zum Herumtoben auf dem tollen neuen Uni-Gelände.
Rückkehr nach Deutschland ist ein großes Thema in den Plenarvorträgen und Workshops bieten Infos zu Berufungsverfahren, Firmengründung, Aufbau von Nachwuchsgruppen, Double Career Couples, Forschungsmanagment als Alternative zur Forschung, etc. Es wird kontrovers diskutiert, was Deutschland jungen Wissenschaftlern bieten kann im Gegensatz zu Assistant Professuren mit Tenure Track (Aussicht auf Anstellung auf Lebenszeit) in Amerika. Der Workshop zu Berufungsgesprächen mit dem RWTH Kanzler und dem Fachbeauftragten vom Deutschen Hochschulverband ist so herrlich rheinisch und erinnert mich an Büttenreden im Karneval, dass ich etwas Heimweh verspüre.
Ich lerne nette Leute aus Madison, WI kennen und kann direkt von meinem Aufenthalt dort im Juni schwärmen. Es ist schon toll, bereits so viel von den USA gesehen zu haben.
Ich treffe auch witzigerweise Katrin, eine alte Klassenkameradin aus Overbach, die als DAAD Beauftragte für Nordamerika das GAIN-Jahrestreffen seit Jahren mitorganisiert.
Alles in allem ist die Tagung sehr inspirierend und gibt ein tolles Gefühl, dass man als deutschler Wissenschaftler sehr umworben wird. :-)
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| Sonntag fahren wir wieder mal zum Fisherman's Wharf. |

Andi: Am Sonntag hole ich Barbara bereits um 12 Uhr am China Basin ab und da wir schon mal in der großen Stadt sind, nutzen wir die Gelegenheit für einen Ausflug zum Fisherman's Wharf. Wir parken in einem Parkhaus an der Beach St. Ecke Jones St. Das Parkhaus ist recht voll und wir müssen hoch bis auf's Sonnendeck. Heute ist wieder so ein nebliger Tag mit viel Wolken. In SF ist es ja immer etwas kühler, aber wenn die Wolken die Sonne verdecken, wird die gefühlte Temperatur gleich viel kälter.
Weil wir alle noch nichts zu Mittag gegessen haben, kauft Barbara an einem der vielen Crab Shacks Fingerfood. Der Wharf ist gut besucht und wir müssen warten bis sich uns eine Sitzgelegenheit an einem der Piers bietet.
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| Kimmi hat Spaß am 'Fingerfood' |
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| Zum Nachtisch will Kira Cotton Candy haben. Natürlich in pink. |
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| Die Seelöwen Kolonie am Pier 39 ist ein Touristenmagnet. Die Statue stellt eigentlich zwei Seelöwen dar und müsste etwas seitlich fotografiert werden, wie wir erst bei einem zukünftigen Besuch feststellen werden. |
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| Das Restaurant 'Forbes Island' ist nur mit einer Shuttlefähre erreichbar und sehr beliebt. |
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| Die Seelöwen sind bis auf einige Exemplare ausgeschwärmt. |
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| Gegen Nachmittag wird das Wetter besser, es klärt auf. |
Kim mag 'Wasser' ist aber stehts vorsichtig. Kira hingegen würde am liebsten Baden gehen.
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| Auf dem Weg zurück trödeln wir durch das touristische Stadtviertel und sehen dieses T-Shirt Geschäft. Kira und Kim giggeln minutenlang über "Popo" und sind nicht vom Schaufenster wegzubewegen. |

Da wir angeblich einen großen Rabatt für unser Parkticket bekommen, wenn wir in dem Block, in dem unser Parkhaus ist, kaufe ich mir in einem Sportgeschäft ein Merchandiseprodukt der SF Giants. Eine offizielle MLB Baseballkappe um präzise zu sein.
Die Kappe wird natürlich gleich für einen kleinen Aufschlag individualisiert und bekommt meinen Namen aufgedrückt.
Leider macht der Laden doch nicht beim Billiger Parken-Arrangement mit, weshalb wir den vollen Tarif bezahlen müssen. Auch alle anderen Geschäfte bis auf Walgreens machen nicht mit,.
Das ist leider etwas typisch in den USA und erinnert mich ein wenig an meine Bundeswehr Zeiten: Meistens hat ein Geschäft/Bank/Amt nur eine Person, die dieses oder jenes machen darf. Und wenn diese Person gerade Urlaub hat, dann hat man halt Pech.
In der Bank of Amerika in Albany darf auch nur eine einzelne Person ausländische Währung tauschen. Und die arbeitet nur Vormittags.
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| Wir fahren (wie so oft) via Golden Gate Brücke zurück nach Albany. |
Wenn man bereits in SF ist und zur Eastbay möchte, dann sind alle Brücken zollfrei. Wir nutzen diese Gelegenheit häufig um über die Golden Gate Brücke nach Norden und dann über die Richmond -San Rafael Brücke wieder nach Hause zu fahren. Diese Tour ist zwar etwas weiter als über die Baybridge zu fahren, dafür aber deutlich schöner. Auf der Baybridge fährt man aus SF 'raus ja auf der unteren Etage und sieht kaum etwas durch die hohen Seitenwände.
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| Von Sausalitos kann man noch einmal einen Blick auf die Stadt werfen. |
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| Die Brücke nach Richmond. |