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Oder wo sich unsere Familie sonst noch rumtreibt !

Dienstag, 17. Januar 2012

Lake Tahoe und Gold Country

Samstag, der 17. September

Wir machen uns auf den Weg zum Lake Tahoe, der an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Kalifornien und Nevada in den Bergen liegt. Die Route, knapp 300 Kilometer, führt uns über Sacramento, die Hauptstadt Kaliforniens.
Barbara sitzt neben Kim und Kira hinten im Towncar, so dass ich auf ihr Geheiss hin während der Fahrt mit ihrer Kamera ein paar Fotos schießen. Mich fasziniert der Wandel der Umgebung: von den sehr trockenen und hügeligen Bereichen der Bay-Area, über noch mehr Hügel, zu sehr fruchtbaren und dank sehr intensiver Bewässerung grünen Hochebenen, und schlussendlich in die sehr alpin wirkenden Berge, deren Wälder allesamt unter Naturschutz stehen.

Das bedeutet auch, dass man von sehr dicht besiedelten Gebieten die hinterwäldlerischsten Gegenden fährt, und das alles in nur wenigen Stunden. Eben noch riesige Einkaufszentren mit allem, was das Herz begehrt, und plötzlich muss man sich nach nur wenigen Meilen mit einer einfachen Tankstelle mit Shop zufriedengeben.

Ausserdem reisen wir von wenig über dem Meeresspiegel auf runde 1.800 Höhenmeter.
Das alles macht den Ausflug sehr eindrucksvoll.

Die Aussicht, mit der Barbara die nächsten Stunden vorlieb nehmen muss.

Die Moral auf den hinteren Plätzen ist aber dennoch hervorragend.

Noch sind wir nahe der Zivilisation.

Doch dann wird es langsam aber sicher immer einsamer und ruraler.

Irgendwann schlafen die drei Damen hinten auch ein, wobei Barbara es wohl schwerer hat, als Kim und Kira, weil ihr das Autofahren nicht so gut bekommt. Vor allem in den später folgenden sehr kurvigen Abschnitten, die Andi gerne sportlich ausfährt.

Es wird langsam alpin, die Gegend erinnert mich ein wenig an Norwegen.


Die Tankstellen gehören zu den wenigen Anzeichen von Zivilisation, die man so jenseits der Straßen wahrnimmt. Wir tanken, in doppelter Hinsicht.

...denn auch Andi braucht seinen Treibstoff.

Schließlich kommt Lake Tahoe in Sicht.

Der See liegt in einem Tal, so dass man eine sehr spektakuläre Anfahrt hat: zum einen mit toller Aussicht auf das Tal und den See, zum anderen mit sehr kurvigen Straßen, mit tiefen Abgründen auf der einen und schroffen Felsen auf der anderen Seite.

Andi und Barbara sind ganz heiss auf Fotos mit Schildern von den Orten, an denen sie waren. Daher muss ich hier schnell knippsen, nachdem ich es beim ersten Mal verpasst habe.

Auf dem Weg zu einem Visitors' Center, von dem aus man einige Wanderungen machen kann. Hier holt sich Barbara erstmal einige Information zu Sehenswürdigkeiten und dem See selbst ab. Die Visitors' Center sind da wirklich hervorragend, mit sehr nettem Personal, das sich wirklich alle Mühe gibt, Fragen zu beantworten und einem zu helfen.

Direkt um das Center herum sind einige Infotafeln aufgestellt, die einem viel wissenswertes zum Lake Tahoe vermitteln: wie er gebildet wurde, welche Bedeutung er hat, welche Ökosysteme und Lebensgemeinschaften um ihn herum existieren. Alles sehr verständlich und schön aufgearbeitet. Da können sich deutsche Schutzgebiete was von abschneiden.

In der Nahansicht sieht man die verschiedenen Trails, die man gehen kann, und die unterschiedliche Ansichten bieten und Themen darstellen.

In der größeren Ansicht sieht man, wo sich das Center in Relation zum See und den umliegenden Ortschaften befindet. Der Finger der rechten Hand (die auch eine linke ist *g*) zeigt bereits auf Nevada (auf Höhe des Ringfingers sieht man die Stateline zwischen Kalifornien und Nevada).

Hier wird die Entstehungsgeschichte des Sees erklärt. Man dachte früher, es sei durch vulkanische Aktivität entstanden, die einen Teil des Tals abschloss, wodurch sich dort Wasser sammeln konnte. Stattdessen hat sich das Tal zwischen zwei Gebirgskämmen abgesenkt, und zwar so tief, dass sich der See gebildet hat, der bis zu 500 m tief ist.

Die Infotafeln sind aber auch interessant!

Die umgebenden Berge bieten eine wunderschöne Szenerie, egal in welche Richtung man schaut.

Wir entscheiden uns für einen Trail, der zu einem Creek führt, der den See mit anderen Gewässern verbindet. Der Weg führt dabei über sumpfiges Gelände, und überall gibt es Informationstafeln, die einem die Besonderheiten des Lebensraums näher bringen.

Kim muss mal eine Runde verschnaufen. Kira ist bereits vorgelaufen, Dady muss ihr hinterherjagen. Barbara, Kim und ich müssen uns anstrengen, um den Anschluss nicht zu verpassen.

Einen kleinen Abschnitt des Creeks kann man dank eines Tunnels auf Höhe des Flussbettes ganz nah erleben. Es ergeben sich tolle Einblicke.


Am Parkplatz wartet ein einheimischer Vogel auf uns.

Wir fahren in einem Applebee's etwas essen, denn wir haben alle furchtbaren Hunger. Dann fahren wir aber noch zum Strand und zu einem Aussichtspunkt am süd-westlichen Teil des Sees.
In unmittelbarer Nähe befindet sich ein früheres Ressorts, in dem reiche Leute ihren Urlaub verbracht haben (noch heute ist Lake Tahoe ein sehr beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel). Die Häuser kann man sich anschauen, auch wenn sie wegen fortgeschrittener Uhrzeit bereits verschlossen sind. Von hier aus können wir aber schön an den Strand gehen. Das Wasser ist sehr warm, was mich überrascht. Und es ist unglaublich klar, weil es nahezu destilliertes Wasser ist: die einzigen Quellen stellen der Regen und Schnee von den umliegenden Bergen dar.

Kira ist mal wieder kaum zu bändigen.
Die Anlage ist hübsch erhalten und gibt einen Einblick, wie man früher so seinen Urlaub verlebt hat - wenn man denn zu den heute viel zitierten 1% gehörte.


Die Anfahrt zum Aussichtspunkt ist der Hammer, denn es geht über einen sehr schmalen Grad, der gerade einer zweispurigen Straße Platz gibt: rechts und links geht es steil nach unten, schon ein wenig gruselig. Doch die Fahrt lohnt sich, sowohl wegen des Weges, als auch wegen des Aussichtspunktes.

Da unten hat sich jemand ein kleines Anwesen oder Schlösschen gebaut.

Die Sonne geht unter und beschert uns eine tolle Atmosphäre.

Untergebracht sind wir in einer Lodge unmittelbar an der Stateline. Barbara scheucht Andi und mich vor die Türe: wir brauchen Bier und wollen uns auch mal ein Kasino anschauen. Nevada ist ja direkt um die Ecke, und wie wir schon beim herumfahren gesehen haben, stehen direkt hinter der Staatsgrenze einige richtig dicke Kasinogebäude.

Im Hintergrund erkennt man die Hochhäuser der Kasinos.

Andi: Im Kasino bekommen wir noch das letzte Inning vom Spiel der SF Giants mit, die mal wieder mit einem Punkt Vorsprung gewinnen. Sehr zum Ärger einiger anderer Gäste, die Wetten auf die andere Mannschaft abgeschlossen hatten. Das Kasino beherbergt eine große Halle mit einigen zig großdimensionierten TFT auf denen alle Sportkanäle laufen. Vom Sitz aus kann man an kleinen Computern Sportwetten abschließen. In einem anderen Bereich stehen die üblichen einarmigen Banditen.
Wir tingeln allerdings nur etwas durch das Kasino und machen uns zeitig wieder auf den Weg zurück, kaufen noch ein Sixpack und begeben uns ins Hotel.

Schwer zu lesen, aber das Schild heisst uns im Staat Kalifornien willkommen. Somit habe ich in kürzester Zeit immerhin zwei Bundesstaaten gesehen.

Am nächsten Tag steht die Rückreise über einige Goldgräberstädtchen an. Sehr müde von dem langen Tag fallen wir ins Bett und schlafen.




Sonntag, der 18. September

Nach einem typischen Lodge-Frühstück bestehend aus Kaffee, Obst, Cereals und süßem Gebäck geht es wieder auf Tour: den Rückweg hat Barbara so geplant, dass wir uns einige der alten Goldgräberstädtchen anschauen können. Denn der große Goldrausch hat Kalifornien berühmt und reich gemacht - kurz nachdem die Mexikaner das Land an die USA abtreten mussten.
Doch zuerst einmal heisst es: hinkommen. Und in Amerika ist ja irgendwie nichts wirklich direkt um die Ecke. Die Größenordnungen sind schon was anderes - was man beim Bestaunen der Landschaft auch merkt.


Das kleine Örtchen, das wir ansteuern, heisst Volcano. Es ist wirklich klein: es geht eine Straße hindurch/dran vorbei, an der sich einige Häuser drängen. Offensichtlich noch die alte Struktur von damals, denn die Gebäude sind teilweise die originalen von früher.
Dann zwei oder drei Nebenstraßen mit Neubauten aus unserer Zeit. Das wars. Es ist sehr warm und sonnig - ganz anders als in der Bay.

Die Hauptstraße in Volcano. Hinten biegt die Straße links ab, da stehen dann noch ein paar Häuser.

Volcano, wie es hinter der Biegung weitergeht. Hinten im Bild ein Hotel.

Hier wurde für die Minenarbeiter das Bier gebraut.

Wir laufen ein wenig herum und schießen Fotos. Wirklich viel zu sehen gibt es hier nicht. Aber es gibt in der Nähe so einiges zu sehen.
So fahren wir ein Stück zur Black Chasm Cavern, einer Tropfsteinhöhle. Zunächst wird der Andenkenladen durchstöbert und Eis gegessen.


Auf dem Parkplatz stehen einige Autos, darunter auch dieser alte Pickup.


Man kann hier auch selbst zum Gold- und Edelsteinschürfer werden: draussen fließt Wasser in einer hölzernen Rinne, an mehreren Stellen sind dort Siebe befestigt. Im Laden kann man Tüten mit Erde kaufen, in denen unterschiedlichste Edelsteine versteckt sind. Sie da herauszuholen ist natürlich großer Sport für Kira und Kim, aber auch Barbara, Andi und ich haben unseren Spaß.

Brav werden die gefundenen Steine gesammelt und nachher mit einer Karte, auf denen die Edelsteinarten dargestellt sind, verglichen.


Wir entscheiden uns, es doch mit einer Führung zu versuchen und schaffen es gerade auch noch rechtzeitig, zum Trupp dazu zu stoßen.
Nach einer kleinen Einführung in die Höhle und die Benimmregeln (nichts anfassen!), geht es hinab in das kühle Dunkel.

Weil die Treppen doch sehr steil sind, nimmt Andi Kim lieber auf den Arm.

Zunächst gibt es das übliche zu sehen: Stalaktiten und Stalagmiten. Gut wird erklärt, wie sich so eine Tropfsteinhöhle bildet. Wissensvermittlung wird in der Tat groß geschrieben.

Dort unten liegt in großer Tiefe ein See, der dann nochmal so tief ist, wie die Distanz zu seiner Oberfläche. Noch kommt man allerdings nicht dorthin, dies soll in späteren Ausbaustufen aber möglich sein.

Das besondere an dieser Höhle ist das Vorkommen von Helektiten. Deren Bildung geschieht wie bei den anderen Tropfsteinen, nur dass das Wasser durch deren hohles Inneres fließt. Je nachdem, wo es dann durchbricht, wird dann eben dort das Material abgelagert. Das führt zu sehr komplexen Strukturen. Die Helektiten wachsen buchstäblich in alle Richtungen, auch entgegen der Schwerkraft.

Die Höhle ist insbesondere in den tieferen Bereichen vollgepackt mit Helektiten, die allerlei Formen annehmen, so dass man meint, Drachen und andere Figuren zu erkennen.

Die Führung dauert eigentlich nicht lange, doch die Kinder werden zum Ende unruhig und so trifft sich das vom Timing her ganz gut, dass wir wieder aufsteigen können.

Geschafft und wieder auf der Oberfläche!

Die Reise geht weiter nach Sutter Creek. Die Stadt, die nach dem Fluss benannt ist, in dem damals der den Gold-Rausch auslösende Brocken Gold gefunden wurde, ist deutlich größer als Volcano und hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten.

So stellt man sich den wilden Westen vor (bis auf die Autos), und hier ist er auch noch lebendig. Die Gebäude sind alle sehr gut erhalten, und beim Visitors' Center bekommt man eine schöne Karte, auf der alle historischen Häuser verzeichnit sind.

Die geschürften Edelsteine werden sortiert und bestimmt. Natürlich muss verglichen werden, wer mehr hat.

Wir gehen mexikanisch essen. Sehr lecker! Überall kann man mal probieren, und es schmeckt wirklich sehr gut.

Einige Luftballons an einem Haus halten Kira auf dem Weg zurück zum Auto auf. Eigentlich will sie da gar nicht mehr weg.

Auf dem Parkplatz stehe ein Wohnwagen, wie die NASA ihn damals zur MQF umgebaut hat.

Der Weg nach Albany führt durch Amador, welches ebenso ein altes Goldgräberstädtchen ist und sogar seine eigene Bank hat.


Zurück fahrt Barbara. Andi ist ja gestern schon den ganzen Tag gefahren, und Barbara will ja auch mal das Schiff durch die Gegend kutschieren. ;)
Hinten schlafen Kim, Kira und Andi bald ein.

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