Nachdem die Mädels zur Preschool gebracht sind machen wir uns auf den Weg zur USS Hornet im Hafen von Oakland (hier das Satellitenbild in GoogleMaps). Der Weg dahin ist unglaublich schlecht ausgeschildert, dafür dass das ja ein Museum ist. Bei uns würde sowas nicht durchgehen. Andis Navi sucht eine gute Route raus, allerdings fahren wir durch ziemlich abgeranzte und verlassene alte Hafenviertel, die man eigentlich nur aus CSI oder sowas kennt - wo Drogengeschäfte laufen, man Menschen in alten Lagerhallen gefangenhalten und foltern kann, und wo Leichen einfach so verschwinden. Schon irgendwie komisch...
Andi aber leitet den Lincoln unbeirrbar zum Ziel. Es ist wenig los, es steht nur eine überschaubare Anzahl Autos auf dem Parkplatz.
Der Bug der USS Hornet. Wie wir von einem freundlichen Veteranen, der uns durch Teile des Schiffes führt lernen werden, wurde der nach einem verheernden Schaden (ich meine durch einen Sturm) umgebaut. Den Bugbereich mit den monströsen Ketten werden wir sogar besichtigen.
Die "Island" der USS Hornet. So nennt man das turmartige Gebilde, wo Flugkontrollraum, die Brücke und diverse andere Einrichtungen konzentriert sind.
Das Flightdeck. Zur Veranschaulichung stehen alte Flieger herum, so dass man sieht, wie das mit dem Starten und Landen auf dem Deck so funktioniert hat, und wie wenig Platz hier eigentlich ist. Im Hintergrund sieht man Downtown San Francisco. Heute herrscht traumhaftes Wetter: super sonnig, aber angenehm von den Temperaturen her.
Im Eingangsbereich unter Deck schauen wir uns aber erst einen Film über die Hornet an. Hier wird man über die Geschichte der Hornet, die Sehenswürdigkeiten und einige Modilitäten und die richtigen Verhaltensweisen informiert. Überall auf dem Schiff laufen alten Veteranen der USS Hornet rum, die jetzt als "Docent" alle Fragen beantworten und auch Führungen übernehmen können.
Auf dem Flightdeck treffen wir einen netten älteren Herren, ich meine, er hieß Richard, der freundlich mit uns ins Gespräch kommt und uns direkt einige Sachen erklärt. Er gibt uns dann auch eine Führung der Island, so dass wir den Kontrollraum die Brücke und einige andere Dinge sehen.
Von der Island aus hat man einen perfekten Blick auf San Francicso.
Unter Deck gibt es auch sehr viel zu sehen, so dass wir nach der Tour der Island uns erstmal vom Sonnenlicht verabschieden und tief in den Bauch des Schiffes vordringen und ein wenig auf eigene Faust erkunden.
Die Verhältnisse für die Soldaten sind Kriegsschiff-bedingt natürlich sehr spartanisch.
Diese Toiletten sind mit Panzertape zugeklebt, denn HIER soll man NICHT sein Geschäft verrichten.
Das soll man nämlich HIER. Kein Witz, ohne Tür. Andi und ich gehen pinkeln, die Pissoirs sind quasi ganz normal.
Interessant: jedes große Kriegsschiff hat eine eigenständige Abordnung von Marines, die die interne Sicherheit gewährleisten sollen. Sie bewachen das Gefängnis und fungieren als Military Police an Bord. Sie unterstehen dabei nicht direkt dem Kapitän des Schiffes, sondern dem vorgesetzten Offizier der Einheit selbst. Und sie haben einen eigenen Bereich im Schiff, mit eigenen Quartieren etc.
Pathetische und vaterländische Sprüche dürfen natürlich nicht fehlen, wobei an diesem natürlich durchaus was dran ist.
Wie erwähnt, die USS Hornet hat eine bewegte Geschichte. Neben Einsätzen in Vietnam spielte das Schiff eine wichtige Rolle im Apollo Programm der NASA. Als die Mannschaft der ersten Mondlandung wieder auf die Erde zurückkam, wurde die Kapsel von der USS Hornet geborgen. Die Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin wurden dann unter Quarantäne gesetzt - man befürchtete, die könnte eine gefährliche "moon flu" mit auf die Erde zurückgebracht haben. Extra dafür konstruierten die Ingenieure der NASE die Mobile Quarantine Facility (MQF):

Es handelt sich dabei, wieder kein Scherz, um einen umgebauten Airstream Wohnwagen!
Andi fühlt sich wie die Helden der Raumfahrt und sitzt auch mal in der MQF ein.
Das Innere der Apollo Raumkapsel.
Andi: Es ist interessant, wie die Amerikaner mit den Zeugen ihrer Zeitgeschichte umgehen. Der umgebaute Airstream ist der originale Wohnwagen, der als Quarantänestation diente. Direkt daneben ein Plakat, auf dem Nixon zu sehen ist, wie er über ein Intercom mit den Weltraumpionieren redet.
Auch die Raumkapsel, mit denen die Astronauten wieder zur Erde zurückgekehrt sind, ist im original und kann von den Besuchern auch angefasst werden.
Wir gehen nochmal raus auf das Flightdeck, denn leider stellen wir fest, dass einige Teile des Schiffes abgesperrt sind und nur mit Docent im Rahmen einer Führung betreten werden dürfen. An der Kasse sagt man uns aber, dass die alten Herren alle bereits nach Hause gegangen seien und es deswegen keine Führungen mehr gäbe.




Wir treffen den netten Veterannen von vorher wieder, der immer noch sehr gesprächs- und hilfsbereit ist. Auf Nachfragen erzählen wir ihm, dass wir leider die unteren Decks noch nicht sehen konnten, und kurz entschlossen spricht er mit der Kasse ab, dass er mit uns nochmal schnell eine "scenic tour" macht.
Wirklich toll, denn er kennt sich natürlich bestens aus und zeigt uns einige Winkel, die wir sonst nicht zu sehen bekommen hätten.
Andi: Unser Schiffsführer (so erzählt er jedenfalls) hat nicht auf der USS Hornet gedient (CV-12), sondern auf dem Schwesterschiff, der USS Wasp (CV-18). Auch die Intrepid, die wir in New York nur kurz gesehen haben gehört zu dieser Klasse von Trägerschiffen.



Besonders eindrucksvoll der Maschinenraum. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, liefen hier große, dampfgetriebene Turbinen, die die Schiffsschrauben antrieben. Der Dampf kam aus zwei separaten Kesseln pro Turbine und Schiffsschraube (und vier Schrauben hat der Pott). Wobei ich nicht mehr weiss, was da verfeuert wurde.
Die reine Größe der Anlage ist atemberaubend - aber so ein großes Schiff muss ja auch irgendwie angetrieben und auf seine Knoten gebracht werden!
Der riesige Mixer in der Küche. Leider kommt die Größe nicht so raus, aber die Aufsätze waren mehrere Handspannen groß.
Unsere Tour umfasst den Knast (noch schlimmer als Alcatraz, hier eingesperrt zu sein), den Bereich, wo die Munition für die Flieger gelagert, vorbereitet, verarbeitet und per Aufzug aufs Flightdeck gebracht wurde, sowie einige Messen und Kantinen, in denen teilweise neue Ausstellungen vorbereitet wurden.
Schließlich müssen wir Abschied nehmen. Es sind einige Stunden im Flug vergangen, und wir müssen ja wieder zurück, Kira und Kim abholen.
Wir fahren noch zum Bevmo, um neues Bier zu holen - seit meiner Anwesenheit ist natürlich der Coors Verbrauch gestiegen.
Der Laden hat wirklich alles, was es an Getränken zu haben gibt, geografisch sortiert.
Wenn man allerdings die Regale mal genau unter die Lupe nimmt, stellt man fest, dass das nicht so ganz eingehalten wird. So findet man tchechische Biere einsortiert unter "Germany", und andere Schweinereien.Dafür ist die Auswahl wirklich riesig.

Und Coors ist aber auch ein gutes Bier!
Für morgen ist ein Ausflug in die Muir Woods geplant, ein Areal, in dem noch jahrhunderte bis jahrtausend alte Redwoods stehen. Einen Besuch hatte mir auch meine Sitznachbarin auf dem Hinflug empfohlen, und auch Babs meint, dass man das gesehen haben muss.













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