Andor gibt noch den Lincoln zur Inspektion und Durchsicht kleinerer Macken ab – auch das passt gut, weil der Leihwagen zur Verfügung steht.
Um 17:00 Uhr geht es dann los. Es gibt zwar starken Verkehr, aber wir kommen pünktlich an und finden auch gleich einen guten Parkplatz nahe Pier 33, wo die Tour mit dem Schiff beginnt. Alcatraz übt immer noch die Faszination aus, die „Räubergeschichten“ so an sich haben und durch Filme immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden. Wir fahren pünktlich um 18:10 Uhr ab – das Boot ist voll besetzt. Wohl alle haben wie wir lange im Voraus gebucht, die meisten lassen sich vor der Abfahrt fotografieren, um später für 2 Allerweltsfotos 22 $ bezahlen zu dürfen.
Die Führung ist interessant – wir haben die deutsche Audioversion gewählt, um kein Detail zu verpassen. Draußen wird es dunkel, und um 20:40 Uhr geht es zurück. Wir sehen zuvor, wie die Sapphire Princess den Hafen Richtung Golden Gate verlässt. Dies Schiff ist mit 290 Metern etwa 40 Meter länger als „unsere ostfriesischen“ Aida-Dampfer. Vor der Abfahrt erfährt Andor, dass der Lincoln einer etwas umfangreicheren Reparatur bedarf, um auf die große Reise gehen zu können. Das Parken entpuppt sich als Zusatzabenteuer: 15 $ sind kein Pappenstiel, sind den Preis jedoch wert, weil der Wächter uns um 21:07 Uhr noch raus lässt, obwohl das Parkhaus um 21:00 Uhr schließt – wir hatten das übersehen, und im Knast war wohl auch kein Zimmer mehr frei - die schmeißen nach der letzten Führung alle raus.
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| Dies ist eins meiner HDR-Bilder. |
Dienstag, 10. Mai
Barbara geht um kurz nach 07:00 Uhr aus dem Haus zur Arbeit. Sie besucht heute mit Prof D. und einer weiteren Kollegin die California State University in Chico – 165 Meilen und damit mehr als 3 Stunden Fahrzeit nördlich von Berkeley.
Von 12:30 – 16:30 Uhr geht Kira zur Schule; zuhause findet Andor endlich einen Schnuller für Kim wieder, die sich natürlich nicht mit einem von Kira hinters Licht führen lässt. Derweil finde ich einen weiteren aus Kims Bestand. Per Anruf von Barbara erfahren wir, dass der Lincoln bereits fertig ist: Alle Achtung. Nachdem wir Kira aus der Schule geholt haben, holen wir den Lincoln ab. Vor der Schule las ich an einem PKW einen Bumper sticker älteren Datums: „Defend America, fight Bush“ – auch das ist Amerika.
Übrigens wollte Kira freiwillig mit mir statt Papa nach Hause fahren. Barbara kommt gegen 18:00 Uhr zufrieden und angeregt aufgedreht von ihrem Außentermin – auch bei der Sierra Nevada-Brauerei.
Abends wird eingekauft im Costco; auffällig ist, dass der Sprit jetzt 4,17 $ kostet; im Blog vom 19.11.2010 sieht man auf dem Foto noch 3,05 $.
Mittwoch, 11. Mai
Wir bringen Kira zur Schule und suchen erneut ohne Erfolg das Brazil Café. Ein „all comes in threes“ wird es nicht geben: Die Hausnummer ist 2161, und die Bude ist bei Google Maps sogar auf der Karte erwähnt.
Nach Kiras Dienstschluss gehen wir mit den Kindern auf den riesigen Spielplatz nördlich des Village, wo sie sich noch austoben.
Donnerstag, 12. Mai
Um 04:45 Uhr höre ich erstmals mit eigenen Ohren das Sprinklersystem im Village. Der Wetterbericht hat ja für heute sommerliche Temperaturen vorhergesagt. Wir schicken Barbara pünktlich zur Arbeit wie sich das gehört. Nachdem Andor meine „complimentary“ Weiterbildungsveranstaltung in Google Earth erfolgreich bestanden hat, können wir gegen 09:45 Uhr nach Blackhawk (ostwärts von Danville) aufbrechen. Auf den 32 Meilen überprüfe ich persönlich, ob die Reparatur des Lincoln korrekt ausgeführt wurde; alles ist ok – auch der Tempomat funktioniert einwandfrei. Es macht Spaß, einmal so eine riesige Kiste fahren zu können, nachteilig ist nur, dass ich den Blick auf die Bay inklusive Golden Gate Bridge hinterm Steuer nicht genießen kann.
Wir bestaunen viele Oldtimer amerikanischer Herkunft, aber auch Jaguare in verschiedenen Variationen, den berühmten BMW 507, den Mercedes 540 K,, mehrere Rolls Royce-Versionen und eine Sonderausfertigung (Concept Car) des Ford Thunderbird.
Die Kinder interessiert das nur kurz, und bald sind wir draußen beim Entenjagen. Dabei geschieht ein Wunder: Kira wirft mir einen Handkuss zu. Wir essen und machen uns auf den Heimweg. Schuster bleib´ bei Deinen Leisten: Andor sitzt selbst wieder am Steuer. Unterwegs sehe ich auf einem Auto den Bumper sticker „Proud parent of a soldier“. Bei der Ankunft um ca. 13:00 Uhr haben wir 22 ° C im Village.
Morgen hört der Spaß ´mal auf, da wird es dienstlich. Wir müssen „unsere“ Barbara zuhause bei Professor D. and his wife Barbara mit bestem Benehmen wohltuend im Hintergrund gesellschaftlich stützen.

Kira scheint ja ganz schön heftig mit Dir zu flirten...
AntwortenLöschenSchön, mal alles aus noch einer anderen Perspektive zu lesen, da ja jedem unterschiedliche Sachen auffallen..
Ich drücke feste die Daumen, dass das mit dem "mit bestem Benehmen wohltuend im Hintergrund gesellschatlich stützen" bei allen Beteiligten klappt.. Toi, toi, toi ;-)
Die armen Amis, wir besuchen mit Kindern und Enkeln alte Römerfestungen, Burgen und Forts und sie können nur den Knast besuchen. Schon wieder ein Grund um in Europa zu bleiben.
AntwortenLöschenGruß Manfred