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Oder wo sich unsere Familie sonst noch rumtreibt !

Sonntag, 10. Juli 2011

Wasserfälle und Terrassen

Nach der ausgiebigen Wanderung über das Norris Geysir Basin fahren wir weiter auf der Norris Canyon Road Richtung Osten in das Zentrum des Yellowstone Nationalparks. Auf der Straße liegen sogleich die Virginia Cascaden. Eine Kette von Wasserfällen am Gibbon River.















An der Junction bei Canyon Village angekommen fahren wir ein Stück in Südliche Richtung zu den Lower und Upper Falls. Die Wasserfälle liegen diesmal am Yellowstone River der vom gleichnamigen Lake nach Norden aus den Park fließt. Die Kinder sind etwas laufmüde und schauen sich einen Film auf dem portablen DVD Spieler an. So macht sich Barbara alleine auf den Weg.



Zwischen Canyon Village und Tower Junction wird es noch einmal sehr bergig.
Auf dem Dunraven Pass in ca. 2700 Meter Höhe hat man eine wunderschöne Aussicht auf das Gelände.
In Serpentinen geht es wieder hinunter in die Ebenen.


Doch bevor wir die Kreuzung (Junction) erreichen, passieren wir schon die Tower Falls. Da Barbara bei den letzten Falls alleine auf Tour war und die Kinder mittlerweile eingeschlafen sind, mache ich mich diesmal auf Schusters Sohlen.
Am Visitor Center kostet die Tasse Kaffe 4 US$, weshalb ich keinen Kaffee mitnehme und gleich die Treppen ins Tal hinabsteige um den Wasserfall von unten zu fotografieren.









Über Stege und Treppen geht es etwa 200 Höhenmeter herunter


Doch dann geht es nicht mehr weiter. Der Fluss hat den Steg im letzten Winter zerstört und dieser ist nicht wieder aufgebaut. So kommen ich und auch andere Besucher nicht 'um die vorletzte' Kurve um die unterste Aussichtsplattform zu erreichen. Noch schlimmer: Den Tower Fall bekommt man so gar nicht vors Gesicht bzw. vor die Kamera. Enttäuscht ziehen die Wanderer und auch ich wieder ab. "A pretty hard walk for this boring view", meint einer der Wanderer unten und meint damit den nun anstehenden Anstieg.
Ich bin sichtlich erschöpft nach der Klettertour die deutlich länger in Anspruch genommen hat als gedacht. Barbara ist ebenfalls eingeschlafen und schon wieder wach, als ich zum Auto zurückkehre.

Direkt bei den Tower Falls findet man in der Erde eine dicke Schicht Säulenbasalt.
Basalt entsteht, wenn ausgetretendes Magma an der Oberfläche erkaltet. Die Basaltschichten sind also Zeugnisse des sich hier seit Jahrmillionen abspielenden Naturereignisses.
Irgendwann wird es hier wieder einen Ausbruch geben , der die Erde erneut mit dünnflüssiger Lava überzieht.
Eine Rehkuh (Deer) am Wegesrand.
Als nächstes halten wir am Petrified Tree. An dieser Stelle wurde vor Zeiten ein Baum meterhoch in heißer Vulkanasche eingeschlossen und sein unterer Stamm luftdicht versiegelt. Der obere Teil des Baumes ist wahrscheinlich verbrannt und der Baumstumpf wurde dann über die Jahrtausende hinweg versteinert.


Wind und Wetter haben den versteinerten Baumstumpf dann wieder freigelegt. So steht er heute dann noch.

Es ist übrigens ein Redwood Tree, wie er jetzt nur noch bei uns an den Küsten Kaliforniens vorkommt.
In den Ebenen treffen wir abermals auf Büffel.

Und auch ein mänliches Reh (Deer) mit dem typischen Geweih lässt sich blicken.
Elche sind wohl die wahre Rarität im Park.
Bei Roosevelt, einer Versorgungsstation an der Tower Junction geht es dann zurück in westliche Richtung nach Mammoth Springs. Unterwegs halten wir am nächsten Wasserfall, den Udine Falls. Den in der nähe gelegenen Wraith Falls suchen wir nicht auf ... es sind wahrlich genug Wasserfälle für einen Tag.














Wir erreichen Mammoth Hot Springs, die Hauptzentrale der Parkverwaltung.

Beim Ort Mammoth Hot Springs liegen die gleichnamigen Terrassen. Das hier zu Tage tretende etwa 70 Grad Celsius heiße Wasser ist sehr kalkhaltig. Der Kalk bleibt an der Oberfläche zurück, während das Wasser recht schnell verdampft. Wie in einer Tropfsteinhöhle (nur wie im Zeitraffer) bilden sich dann so genannte 'Sinterterrassen'.

Über Holzstege wandern wir über die Terrassen. Das Verlassen der Wege ist natürlich untersagt, da man sonst die Terrassen als auch die im Wasser lebenden Bakterien beschädigen bzw. beeinträchtigen könnte.

Kira und Kim sind wieder fit und schieben ihre eigenen Kinderwagen vor sich her. Auf den Hot Springs ist die Luft sehr schwefelhaltig.





Durch Kalkablagerungen haben sich Sinterterrassen gebildet.

Eine Quelle wirft in kürzester Zeit einen Dom auf. Wenn der Dom ausreichend hoch gewachsen ist, reicht der Wasserdruck nicht mehr um die Quelle weiter zu 'bedienen'. Das Wasser bricht dann einfach an einer anderen Stelle aus.
Bakterien färben das Wasser in den Terrassen in unterschiedlichen Farben.

Bäume werden durch das Wasser einfach mit Kalk und Mineralien überdeckt.
Ein umgefallener Stamm wird vom Kalk eingehüllt. Die Terrassen wachsen schnell und sind ständig im Wandel.

Ein anderer Bereich wird nicht mehr von Wasser überflossen und verwittert.
Nichts bleibt für die Ewigkeit.
Wir müssen wieder mal eine Menge treppensteigen.






Nachdem wir den unteren Bereich ausführlich bestaunt haben, wollen wir auch nach ganz oben auf die Terrassen. Dazu könnte man den Fußweg weiter die Treppen hinauf folgen. Wir haben uns aber schon vorher kundig gemacht und wissen, dass es oberhalb der Terrassen einen Parkplatz und auch einen Rundweg für das Auto gibt.
Also setzen wir uns wieder in den Lincoln und fahren die Straße zu den Terrassen hinauf.












Mit dem Auto kann man eine Schleife über die Terrassen fahren. Wer will, braucht gar nicht erst aussteigen.
Wer dennoch aussteigt, kann einige Aussichtsplattformen abwandern.

Es beginnt zu nieseln und Gewitter grollt.
Auf dem Weg hinunter nach Mammoth Hot Springs.
Hier befand sich das Fort Yellowstone. Rehtiere grassen auf einer Grünfläche inmitten des Ortes.
Jetzt bloß nicht mit dem Wagen stehen bleiben ;)
Richtung Norden geht es dann aus dem Nationalpark hinaus.

Der Nordeingang des Parks mit dem Tor.
Der Ort Gardiner nörtlich vom Park lebt ebenfalls ausschließlich vom Tourismus.
Gardiner liegt in unserem nächsten Bundesstaat Montana.
Es dämmert als wir die US-89 aus Gardiner Richtung Bozeman hinausfahren.

Bozeman liegt schon wieder an der Interstate 90. Vom Ort unserer letzten Übernachtung liegt er keine 90 Meilen entfernt. Wir hätten die Strecke also auch in 90 Minuten bewältigen können.
In Bozeman fahren wir zum Applebee's und feiern mit Kim noch mal ihren Geburtstag.
Während wir auf das Essen warten, können sich die Kinder mit ein paar Malstiften beschäftigen.

Man kann ja nicht jeden Abend bei Mac Donald's oder Fertiggerichte aus der Microwelle essen. So genießen wir ein rustikales Ambiente, nette Musik, eine Bedienung und gutes Essen. Kims zweiter Geburtstag wird uns auf jeden Fall für immer im Gedächtnis bleiben.
In der Nacht fahren wir noch etwa eine Stunde weiter nach Butte ins Motel. Dort werden gerade umfangreiche Straßensanierungen getätigt.
Die Eindrücke aus dem Park sind wirklich phänomenal. Barbara will irgendwann mindestens noch ein mal zurückkehren . Mal sehen ob's klappt, der Park liegt 16h Fahrzeit von zuhause entfernt. Sonst, wenn die Kids größer sind :-)

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