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Oder wo sich unsere Familie sonst noch rumtreibt !

Dienstag, 5. Juli 2011

Die Bighorn Mountains und wieder der Wilde Westen


Dienstag, der 7.6.2011

Nach einer stürmischen, regnerischen Nacht frühstücken wir draußen im Innenhof des Motel. Dachpappen liegen überall auf dem Parkplatzgelände.
Der Wind fegt meinen Kaffee von der Tischplatte und die Kinder haben keinen rechten Appetit. Zunächst fahren wir wieder zu der Tanke ohne Bier, füllen den Tank auf und kontrolieren den Ölstand, der sich aber nicht geändert hat. Auf dem Weg con Mt.Rushmore zum Crazy Horse Memorial hat die Windschutzscheibe allerdings einen Steinschlag von einen herabstürzenden Kiesel abbekommen. Unter dem 'Einschlagkrater' hat sich ein ca. 8mm langer Riss gebildet. Ich glaube mit Smartrepair kann man da nichts mehr reparieren. Allerdings ist der Riss nicht im Sichtbereich des Fahrers und wird auch nicht größer, daher hoffen wir einfach, daß die Scheibe bis zum Abschluß der Tour durchsteht (sie wird es).

Da wir absolut kein Bargeld mehr haben (wir haben nur 300 US$ mitgenommen) besorgt Barbara in der Sundance State Bank ein paar Scheinchen ... das Backsteinhaus am Platz ist allerdings verwaist.

Wir finden das neue Bankgebäude einige Blöcke weiter und fahren dann nicht auf die Interstate sondern auf der US Route 14 zum Devils Tower.





Trailorpark in Sundance.
Der Teufelsturm aus der Ferne.
Straßenarbeiten behindern unsere Weiterfahrt.
Die State 24 (nicht 'unsere' California State 24) bringt uns an den Tower näher heran.
Der Berg wird umrahmt von Mythen und Legenden.
Wir halten am Devils Tower View Point an der State 24 und genießen den Blick auf den Vulkanstumpf. Der Berg besteht aus massiven Granit, der einst das Innere eines Vulkanes gewesen ist. Der Vulkan der den versteinerten Schlot umgab ist hingegen durch Wind und Wetter abgetragen worden. Nur die erstarrte Lava war hart genug und ragt nun als 'Turm' über die Landschaft.

Der Berg ist nicht nur durch seine jahrhundertelange Verehrung durch Indianer sondern vor allem durch den Steven Spielberg Film „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ von 1977 bekannt. Die Aliens nutzten den Berg für ihre Anreise.

Die Straße ist als scenic (Straße mit schöner Aussicht) gekennzeichnet und führt schnurgerade durchs Land. Wyoming ist für seine Steaks und Rinderfarmen bekannt, die Bauweise der Farmen ist ganz anders als die im Milchland Wisconsin. Aus Zeitgründen entscheiden wir uns jedoch gegen ein Besuch des Visitor Centers direkt am Berg und fahren wieder zurück auf die US 14 um dort weiter immer Richtung Westen auf die Interstate zu gelangen.


Auf der US Route 14 geht es nun weiter nach Moorcroft und dort auf die Interstate. Der Yellowstone Nationalpark wirft bereits seine Schatten voraus.
Unterwegs auf der US Route 14. Auf der Strecke sind wir nahezu allein. Wegen des Aussicht haben wir versucht die großen Interstates so oft es geht zu vermeiden.


Man mag es glauben oder nicht: Mit 1009 Einwohnern ist Moorcroft eine der größeren Ortschaften in Wyoming und dick auf unserer Karte vermerkt.

Die Häuser erinnern an die Bayarea ... zumindest an die der Eastbay.

Auf der Interstate 90 ist bedeutend mehr los.
Kurz vor Gilette treffen wir auf das Wyodak Power Plant.
Gleich gegenüber der Interstate wird die Kohle für das Kraftwerk aus dem Boden gebaggert.
Schneebedeckte Berge erscheinen am Horizont.
Wir treffen immer wieder auf Gummispuren auf dem Asphalt. Die Interstate 90 scheint ein beliebter Ort bei Motoradfahrern zu sein um einen sogenannten 'Burnout' zu machen.

Wir passieren Buffalo und Sheridan und fahren an den Big Horn Mountains entlang. Die Berge sind bekannt durch die Schlacht am Little Big Horn River in der die Lakota Indianer (Sioux), die Arapaho und Cayenne unter ihren Führern Crazy Horse, Sitting Bull und Big Foot (der später im Woundet Knee Masacre ermordet werden wird) die US Armee unter General Custer vernichten schlugen konnten. Die Niederlage wurde in den US amrerikanischen Geschichtsbüchern und zahlreichen Filmen als Kampf eines heldenhaften Generals gegen die Wilden verklärt. Seit die Behandlung der Indianer bei der Eroberung Amerikas mittlerweile als Unrecht begriffen wird, hat sich in den letzten Jahren das Bild der Schlacht am Little Bighorn jedoch gewandelt.
So standen die ca. 650 Soldaten der US Armee keinen zigtausend Kriegern gegenüber sondern einer etwa gleichstarken, jedoch ebenfalls mit Feuerwaffen ausgerüsteten und auch ausgebildeten Gruppe von Kämpfern der oben genannten Indianerstämme. General Custer hatte nicht mit einer solchen Gegenwehr gerechnet, die Kampagne sollte dazu dienen alle Indianer aus dem Gebiet der Black Hills zu vertreiben bzw. zu töten.
Vorallem dem Sioux Anführer Crazy Horse, der den weißen Einwanderern stehts misstraute und daher ein Heer für den Widerstand aufgebaut hatte war es zu verdanken, daß die amerikanischen Truppen am Fluss in einen Hinterhalt liefen und die geplante ethnische Säuberung des Gebietes um die Black Hills (fürs erste) fehl schlug.

Nördlich von Sheridan, bei einem Mac Donnalds mit 'Kidz Zone' machen wir halt. So können Barbara und ich etwas essen während K+K sich an den Gerüsten austoben können.
Ab und an will auch der Reifendruck überprüft werden. Exxon ist übrigens der Esso Konzern.
Kira und Kim sind nach dem Essen und der Herumtollerrei etwas müde.
Bei Ranchester verlassen wir die Interstate und fahren auf der US Route 14 ducrh den Big Horn National Forest.
Bei Dayton überqueren wir den Tongue River, Schauplatz einer weiteren 'Schlacht'.
Die Bank von Dayton hat einen einprägsamen Namen.
Rinder besiedeln das Land in dem vor ca. 150 Jahren noch gewaltige Büffelherden grasten.
Wir nähern uns vom Osten den Bighorn Mountains, die so nach den ansässigen Großhorn-Schafen benannt wurden. Die Landschaft erinnert an Bayern mit den verstreuten Häusern zwischen Wiesen und Kühen und den steil aufragenden blauen Felsen. Im National Forrest wird es das Gestein abwechslungsreicher. Es stehen sogar immer wieder Schilder am Straßenrand, die den Namen und das Alter der Gesteinsschicht angeben. Wir reisen in der Erdgeschichte vor- und rückwärts und es ist kein Wunder, dass hier viele Dinosaurierskelette gefunden wurden. Man sieht an den Bighorn Mountains eindrucksvoll, welche gewaltigen Kräfte am Werk waren um riesige Verwerfungen zu schaffen und ganze Gebirgszüge zu bilden.

Der Blick zurück: Serpentinen führen den Berg hinauf.
Die Bäume geben einen Blick über die Ebene frei.
Wir erreichen den Nationalwald.
Ganz hier in der Nähe sind zwei Urkontinente zusammengestossen und haben den Nordamerikanischen Kontinent gebildet in dem die Plattentektonik das Meer zwischen den Rockys und den Apalachengebirge zurückdrängten.


Das Gebiet um den Nationalpark wurde vor ca. 60 Mio. Jahren sehr stark aufgeworfen. Wind und Wasser trugen die obersten Gesteinsschichten wieder ab. So kommt es, daß wir an einer Wand vorbei fahren, die vor über 300 Mio. Jahren noch der Boden eines Ozeanes war.
















Während die Gesteinsschichten immer älter werden wird der Ausblick immer gewaltiger.
Wir sind mal wieder froh statt der (komfortabel erscheinenden) Interstate eine US Route gewählt zu haben.
So fahren wir zwischen Jahrmillionen alten Gesteinsschichten und wünderschönen Panoramaausblicken.
Einen auf der Straße liegenden Stein nehme ich dann mit.
Der Stein wurde ca. 400 Mio. Jahren lang aus abgelagerten Sedimenten im Schoss der Erde 'zusammengebacken'.
Diese Gesteinsschicht heisst 'Big Horn Formation' und stammt aus dem Ordovizium. Die Schichten werden anhand der in ihnen gefundenen Fossilien datiert.
Die Landschaft wird karger ... und es wird kühl.

Am Burgess Junction Visitor Center müssen wir alle nacheinander mal austreten. Das Besucherzentrum ist geschlossen weil keine Saison ist. Es liegt Schnee, aber es ist nicht wirklich kalt.
Kira freut sich über den Schnee.
Ihr macht es auch nichts aus Barfuss zu laufen. Die Temperatur beträgt 8 Grad Celsius.
Ab der 'Junction' teilt sich die US-14 in zwei Strecken auf. Wir wählen die US 14 A- Das A steht für 'alternative'.
Auf der 14A Richtung Cody (unserem Ziel).
Allerdings nur ein paar hundert Meter, denn die Strasse ist noch nicht geräumt worden.
Macht ja nix. Die US 14 ist ja noch frei. Leider erreichen wir so nur nicht eines unserer Reiseziele:  Die Medicine Wheel National Historic Site.
Im 'Winterwunderland' geht es wieder herab.
Der Schnee verschwindet allmählich.



Auf der westlichen Seite der Bighorn Mountains sieht es wieder ganz anders aus und nichts erinnert mehr an Bayern. Rotes Felsgestein lugt zwischen den grünen Wiesen hervor und vereinzelt gibt es Formationen, wie wir sie aus dem weiter südlich gelegenen Colorado und Utah kennen.

(to be continued)

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