Donnerstag: Wir tanken die zwei Autos voll und geben den Chevy ab. Mit 13,7 Gallonen Sprit sind wir 220 Meilen gerollt, was einen Spritverbrauch von 17,3 Litern auf 100km ergibt. Unsere durchschnittliche Reisegeschwindigkeit lag immer zwischen 5 und 7 Meilen in der Stunde, da es außer den Freeways keinerlei Umgehungsstraßen gibt, wir uns somit immer durch den Stadtverkehr bewegen mussten und soweit ich mich erinnern kann, mit Ausnahme unserer Dreibrückentour nie schneller als 25 Meilen gefahren sind. Ich bin in diesem Zusammenhang auch gespannt, wie viel sich unser Towncar gönnen wird.
Danach fahren wir zum YWCA der Uni Berkeley um andere Eltern mit ihren Kindern zu treffen. Die Kinder haben viel Spaß, besonders Kim ist begeistert, sie wollte bereits in Barmen auch immer zur Spielgruppe. Das Treffen ist (mal wieder) sehr international. Neben einigen Amerikanern und überwiegend Asiaten treffen wir Chilenen, Finnen und auch eine Familie aus Deutschland. Wir erfahren, das diesen Sa. Die DST (Daylight Saving Time) zu Ende geht und wir dann wieder eine Zeitverschiebung von 9h zur alten Heimat haben. Das Treffen steht unter dem Motto der Kartoffel, dem ‚Potatoeday‘ , man ist hier sehr stolz darauf, das die Kartoffel von Amerika aus die halbe Welt erobert hat. Ein Europäer weiß natürlich, das die Kartoffel eigentlich aus den Anden (Peru) kommt, wir verkneifen uns aber diesen Kommentar ;)
Auf dem Rückweg kopieren wir noch dies und das, da unsere Licenzeplate abgelaufen ist müssen wir eine Kopie des Kaufvertrages im Auto mitführen, da dieser auch dokumentiert, das das Auto registriert wurde. Die Polizei untersucht die Plates akribisch, da ein Auto mit abgelaufenen Plates geklaut sein könnte. Aus diesem Grund muss die Registrierung auch jedes Jahr validiert werden. Leider erspäht Kira eine Schaukel in einem der vielen kleinen zentral gelegenen Parks und will unbedingt auf den Spielplatz. Der Park verdient seinen Namen als solchen nicht, auf einer Grünfläche von weniger als einem halben Fußballfeld haben sich innerstädtische Freiluftsiedler (müssen so um die 20 Personen sein) ihren Schlafsaal eingerichtet. Drei Studenten nehmen ihr Mittagsessen zu sich und Kira jagt einem Squirrel, einer amerikanischen Hörnchenart, hinterher. Sie ruft dabei ständig ‚Sandy, Sandy, bleib stehen Sandy‘.
Mittagsessen gibt es zu Hause und wir verbringen den Rest des Tages auf dem Kinderspielplatz der Village.
Dies und das:
- Wenn man ein Taxi ruft, dann sitzt am Steuer meistens ein Inder mit Turban auf dem Haupt. Das ist also in der Tat keine Hollywoodfiktion. Die Autos werden von den Taxiunternehmen meistens gebraucht von Behörden gekauft und sind alt, als auch ziemlich verranzt.
- Ein Viertel der im Straßenverkehr bewegten Fahrzeuge sind nicht versichert. Hat man mit so einem Fahrer einen Unfall, dann springt aber die eigene Versicherung auch dann ein, wenn man selber keine Schuld am Unfall hat und der nicht versicherte Unfallverursacher wird so behandelt, als hätte er einen Vertrag zu den gleichen Konditionen wie man selber. Alleine aus diesem Grund sind die Versicherungsbeiträge auch höher als in D.
- Barbaras 400€ Laptop kostet hier nur 200 US$.
- Ein Lincoln Towncar gibt es in Deutschland im Prinzip nicht zu kaufen, und wenn doch, dann werden dafür exorbitant hohe Preise verlangt. Wenn man also schon einmal in Amerika ist, sollte man die Gelegenheit, eine echte amerikanische Ikone zu fahren, auch wahr nehmen. Ein Pickup kommt für uns nicht in Frage. Diese sind hier übrigens riesig. Ein Ford F150, Dodge Ram oder Chevy Silverado (auch Toyota und GM haben hier Pickups im Angebot) trinken im Stadtverkehr mal eben 30-35 Liter Sprit und sind auch viel teurer als ein Towncar. Zudem benötigen wir keine Laderampe um die USA vom Auto aus zu erkunden und planen auch keine Tour über unbefestigte Waldwege. Und einen SUV kann man, wie bereits geschrieben, auch später in Europa noch fahren. Ich denke, dort bietet er sich für eine Familie mit zwei Kindern auch an.
- Wir versuchen, so amerikanisch wie moeglich zu leben :)
Weil danach gefragt wurde, einige Bilder aus unserer Wohnung:
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| Die Kueche ist derzeit unser einziger eingerichteter Raum |
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| Unser Patio mit Rumpelkammer |
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| Unser Apartment von Aussen. Kira rennt aus der Tuer ins Freie |
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| Das Wohnzimmer, hier steht schon ein Billyregal. Das zweite muss erst noch aufgebaut werden |
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| Kira im Wohnzimmer, welches zur Zeit auch der "Assemblyroom" ist |
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| Der Korridor mit der Tuer zum Bad |
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| Der Kinderschlafraum hat nur zwei Betten |
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| Das hier soll mal das Kinderspielzimmer und Gaestezimmer werden |
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| In allen "Bedrooms" befindet sich ein solcher Schrank. Das Haengeregal ist von IKEA |
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| Unser Queensize im Elternschlafzimmer |
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| Der Restroom |
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| Mit Bath & Shower |
Die Wohnung sieht gut aus, vor allem die Einbauschränke sind praktisch. Hauptsache die Küche ist wohnlich und ein Bett zum SChlafen ist da. Nach unserer Flucht aus der DDR 1957 hat die Familie mit 3 Kindern in einer Dachkammer mit 22m² gewohnt und geschlafen. Wir Kinder mußten jeden Tag die Schlagelegenheiten auf und Abbauen, damit Platz zum Wohnen war. So lebten wir fast ein Jahr.Da habt Ihr es doch super. So ein riesigen Schlitten meinte ich nicht. Ein ehemaliger Arbeitskollege hatte eine Zeit lang in Texas gearbeitet und einen Japaner gefahren. Er wohnte in einem Haus und fand ihn für die Besorgungen praktisch.
AntwortenLöschenNoch viele Grüße
Vater
Die Wohnung sieht gemütlich aus.Ein einziger Kinderspielplatz.Da fühlen sich Kira und Kim bestimmt wohl.Und Kontakt scheint man ja wirklich schnell zu bekommen.
AntwortenLöschenGlaube,ich komme nur mal nach USA rüber,um mir nen Laptop zu kaufen.Sowas ist da ja echt preiswerter.
Der Spritverbrauch ist ja gigantisch.Das die Amis da nichts gegen machen.Wie teuer ist denn da das Benzin?Wenn das billig ist ,ist das ja sch...egal,wieviel der Wagen verbraucht.
Der Spritpreis liegt umgerechnet bei ca. 80 Eurocent pro Litter, man kann hier auch einen VW Jetta kaufen, der verbraucht aber unter diesen Bedingungen dann sicher auch mit einem kleineren Motor sicher auch schon an die 12 ltr. auf 100 km. Uns fallen besonders die in Europa nicht ueblichen amerikanischen Wagen auf, weil man die ganzen Toyotas, Hondas und VWs halt aus D. gewohnt ist. Der Ford Mustang, Chevy Camao oder der Dodge Challenger (die drei momentan zu kaufenden Musclecars) sind so haufig anzutreffen wie der Golf bei uns ... liegen hier aber auch preislich auf dem Niveau des Golfs in Deutschland. Auch den Crwon Victoria oder den Mercury sieht man recht haeufig. Gewaltige Pickups sind eher seltener, weil es in der Bayarea zum einen sehr eng zugeht (die Strassen und Parkplaetze sind nicht breiter als in D.) und weil es ein sehr urbanes Gebiet ist. Erst wenn man die Bayarea Richtung Osten verlaesst, oder wie wir heute (Sa.) ueber huegeliges Gelaende muss, wird einen aber klar, weshalb hier fast alle Autos 200 PS und mehr unter der Haube haben. Da sind Steigungen von 20%-25% schon die Regel, man benoetiget also schon einen Karren mit viel Hubraum oder halt einen Turbodiesel (wobei letztere Autos sehr sehr selten zu sein scheinen).
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