Zuhause angekommen essen wir Mittag, Barbara versucht die Kleinen ins Bett zu bekommen und ich versuche die Plastikbekleidung der Beifahrertür zu entfernen. Zwei Schrauben kriege ich mit IKEA-Werkzeug gelöst, die Plastikblende mit dem Bedienelement des Scheibenhebers bekomme ich auch noch entfernt. Um die innere Türverkleidung zu entfernen muss ich nur noch zwei Schrauben am Haltegriff entfernen … und das scheitert dann am nicht vorhandenem Sechskantschraubendreher. Mit halb entfernter Türverkleidung fahre ich den Lincoln dann in die Fordwerkstatt, erkläre das Problem, erwähne beiläufig, dass ich den Wagen erst letzte Woche hier gekauft hatte und warte ab. Der Mechaniker setzt sich in das Auto und siehe da, die Regel vom Vorführeffekt (Murphys Law) tritt sofort in Kraft und die Scheibe geht ohne zu murren zu oO
Immerhin erkennt der Mechaniker das Problem und erklärt mir, dass in der Tür eine automatische Scheibenreinigung eingebaut ist und dass das Gummi sehr stark gegen die Scheibe drücken kann oder schon einmal festpappt, wenn die Scheibe längere Zeit nicht bewegt worden ist. Die Scheibe ist auch arg schwer, weshalb der Motor dann die ihm abgeforderte Leistung nicht mehr schafft und die Scheibe unten bleibt. Mit einem Silikonspray schmiert er die Gummidichtung, in der die Scheibe läuft, reinigt die Scheibe und gibt mir den Rat, die Scheibe mal zu wachsen. Ich kann mich erinnern, dass ich mal einen Wagen mit elektr. Scheibenheber kannte, bei dem man einen Notgriff für den Fall, dass die Elektrik ausfällt, installieren konnte um die Scheibe behelfsmäßig manuell wieder zu schließen. Diese Möglichkeit bietet der Lincoln aber leider wohl nicht. Naja, dafür kostet uns die Reparatur nichts.
Am Abend machen wir noch einige Besorgungen in Downtown Berkeley. Im Gebrauchtbuchladen kaufen wir u.A. eine engl. Version vom Kleinen Hobbit, schön aufgemacht mit vielen Bildern und Karten in einem goldfarbenen Umschlag. Als die Sonne schon untergegangen ist und sich der Mantel der Nacht über die Bucht legt fahren wir noch einmal die Hügel hoch um zum Aussichtspunkt zu gelangen, an dem wir morgens schon einmal waren, um die selbe Szenerie auch mal bei Nacht bestaunen zu dürfen. Jedoch hat sich ein dichter Nebel um die Hügel gelegt. So dicht, man sieht stellenweise keine fünf Meter weit. Als wir die Laurence Hall erreichen, halten wir an und Blicken ins Tal. Man sieht nichts. Die Straßenlampen in unmittelbarer Nähe sind als schwach glimmende gelbe Blasen zu erkennen. Berkeley unter uns ist hinter einer dichten dunkelgrauen Wand verschwunden. Wir kehren daher um, lassen den Abend mit einem Glas Sekt und etwas Fernsehen ausklingen. Im TV läuft Riddik, ein Film mit Vin Diesel, den wir auch auf DVD haben. Der Film wird alle 11 Minuten von einem 4 Minütigen Werbeblock unterbrochen. Das ist die Regel hier, weshalb Kurzfolgen von Serien wie ‚Spongebob Squarepants‘ immer 11 Minuten bzw. 22-23 Minuten lang sind. Volle Länge bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine Serie von 45 Minuten Länge dreimal durch Werbeblöcke unterbrochen wird und somit eine Sendezeit von exakt einer Stunde hat. Daher läuft auf allen Sendern, mit Ausnahme von Nachrichten, Wetter, Sportübertragungen, Talksendungen usw. die Werbung immer gleichzeitig.
Btw.: Unsere Nachbarn (angrenzendes Haus, zweite Etage), welche hier bereits seit zwei Monaten wohnen, haben es uns gleich gemacht und ihren Leihwagen (ein silberner, recht neuer Dodge SUV) abgegeben und ein älteres, großes V8 Schlachtschiff gekauft. Einen Buick Century. Der ist zwar nicht ganz so groß wie der Park Avenue vom gleichen Hersteller, der in etwa die Größere unseres Lincoln hätte, aber auch schon ziemlich groß ;) Der Buick wäre ja auch eine Option für uns gewesen, die Kisten haben auch jeden erdenklichen Luxus an Bord. Ich werde unsere Nachbarn irgendwann mal auf den Spritverbrauch ansprechen, dann sehen wir ja, wessen Karren der durstigere ist.
Wo wir schon mal beim Verbrauch sind: Da am heutigen Mittwoch eine Tour ansteht wurde der Wagen während dieser Tour aufgetankt. Mit 11.96 Gallonen schafte der Lincoln 176,3 Meilen bei angezeigten 12 MPG (behauptet der Boardcomputer). Es sind aber, wenn man nachrechnet 14,7 MPG und ergeben glatte 16 Liter auf 100 km. Der Verbrauch blieb also weit unter dem, was ich befürchtet hatte, lag der angegebene Verbrauch ja in etwa bei 19,6 ltr/100 km. Die angegebene Geschwindigkeit ist im Übrigen sehr genau, was sich an den vielerorts aufgestellten Messstationen mit Anzeigetafel gut verifizieren lässt. Aber wenden wir uns nun angenehmeren Dingen zu:
Geplant ist also ein Ausflug zur Half Moon Bay, welche auch als die Cote de Azur von San Francisco genannt wird, weil sie dieser landschaftlich doch sehr gleichen soll. Die kürzeste Route würde über den Highway 101 am SF0 (dem Airport von SF) vorbei an hässlichen Gewerbegebieten und Reihenhaussiedlungen oder dem State Highway 35 quer durchs Gebirge und exakt über der San Andreas Verwerfung führen. Wir entscheiden uns für einen kleinen Umweg, verlassen die Interstate 80 in San Francisco auf der 8ten, fahren am Civic Center (mit dem Plaza und der City Hall) vorbei auf die Mc Allister Richtung Westen. Wir sehen den Alamo Square, als wir auf der Fulton weiterfahren, schauen am Main Campus der University of S.F. vorbei und biegen in die Stanyan St. ein.
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| Die Civic Center City Hall |
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| Typische Häuserfasade im alten Herzen der Stadt |
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| Im Stadtteil Haight Ashbury ist der Spirit of '69 noch vorhanden. |
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| Im Lincoln fährt es sich auch sehr gemütlich. |
Auf der Frederick geht es am Golden Gate Park immer weiter Richtung Pazifik, bis wir den Golden Gate National Recreation Highway entlang des Pazifik Richtung Süden weiterfahren um auf den legendären State Highway 1 zu gelangen, den wir dann so lange abfahren, bis wir die Half Moon Bay erreichen. Der Highway 1 ist auch meine 1te Wahl, sollten wir mal einen Ausflug nach L.A. machen, führt dieser auch an den Traumstränden von Santa Monica, Santa Barbara und Malibu Beach vorbei. Und dass diese Straße viel für das Auge zu bieten hat, können wir alsbald selber bezeugen. Man fühlt sich in eines dieser Autorennspiele versetzt.
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| Auf dem Golden Gate Nat. Recreation HW. |
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| Hier trifft San Francisco auf den Ozean. |
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| State Highway 1 schlängelt sich am Pazifik entlang. |
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| Regelmässig trifft man auf Buchten und Sandstrand. |
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| Der Lincoln quält sich durch enge Schluchten zur nächsten Bucht. |
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| Urlaubsort an der Half Moon Bay |

Wir fahren an Miramar vorbei und erreichen unser Ziel, Venice Beach im kleinen Ort Half Moon Bay am gleichnamigen Küstenabschnitt. Der Ozean schleudert gewaltige Wellen gegen Küste und Strand. Leider ist es viel zu windig. Wir würden trotzdem gerne am Strand entlang gehen, aber Kim ist der Wind nicht geheuer und Kira erkundet die Dünenlandschaft schon auf eigene Faust. Wir verbringen dann doch nur kurze Zeit hier, durchqueren die Ortschaft (hatte ich schon erwähnt, dass in Kalifornien Winter ist) und nehmen unser spätes Mittagsmal in einem ital. Cafe ein. Es gibt Pasta und Pizza, aus den Lautsprechern erkling ital. Folklore… nur die Bedienung ist mexikanisch ;)

Zurück fahren wir über die 92. Zunächst erblicken wir viele Farmen rechts und links des Weges, die jede erdenkliche Arte von Feldfrüchten verkaufen. Dann geht es (mal wieder) ab in die Berge und über das Crystal Spring Reservoir, südlich des (kleineren) San Andreas Lake gelegen. Beide Seen liegen direkt über der San Andreas Verwerfung. Es geht immer weiter auf der 92 über die San Mateo Bridge. Damit haben wir alle vier großen Brücken, die über die Bay führen, mind. einmal befahren. Es gibt noch drei kleinere. Aber die vier großen Brücken sollte man schon gesehen haben, wenn man für zwei Jahre hier lebt. Auf der 880 geht’s dann Richtung Norden an Alameda und Oakland vorbei wieder nach Albany.
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| Die Kinder quängeln, Babs setzt sich nach hinten. |
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| Downtown Oakland vom Westen aus betrachtet. |
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| Stau auf den letzten Meilen. Wir nutzen die Fastlane, da wir 4 Personen im Auto sind. |
Kira und Kim gehen mit Mama noch zum Spielplatz um sich nach der langen Fahrt wieder austoben zu können. Beide Kinder sind am Abend nur schwer ins Bett zu bekommen. Kira übergibt sich in der Nacht leider dann auch noch.
Zu allem Übel habe ich beim letzten Waschtag die Karte leer gemacht und vergessen diese wieder aufzuladen. Ich kann beide Decken und den Matratzenbezug nicht waschen, da ich die Karte zu so später Stunde leider nicht laden kann.
Ich hänge sie daher am Zaun des Patio auf.
Kleines Erratum: Wir wollten die Monterey-Bay, das Monaco Kalifoniens, besuchen - sind aber nicht ganz so weit gefahren und haben die auch sehr schöne Half Moon Bay bewundert.
AntwortenLöschenAch ,es ist Winter in Kalifornien?
AntwortenLöschenHier tobt Carmen.Furchtbarer Sturm seit zwei Tagen.Mir fliegt schon das Altpapier weg.Zum Glück habt Ihr ja noch was Zeit,um Euch die Gegend anzugucken und Ausflüge zu machen.Hört sich immer alles sehr spannend an.