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Oder wo sich unsere Familie sonst noch rumtreibt !

Sonntag, 26. Juni 2011

Die Badlands


Sonntag, der 5.6.2011

Als wir Sioux Falls via. Interstate 29 Richtung Norden verlassen sind wir wieder in der Mitte von Nirgendwo. South Dakota ist extrem dünn besiedelt. Auf unserer AAA Karte die kaum größer ist als eine Din A3 Seite sind Ortschaften mit um die 500 Einwohner namentlich aufgeführt.Orte mit 1200 Einwohnern sind dicker und Orte mit über 2500 Einwohner gar rot makiert. Man stelle sich vor, man hätte eine Karte der alten Bundesrepublik mit allen Ortschaften in dieser Größenordnung auf einer Din A3 Seite ... den so groß ist South Dakota in etwa.
Nicht Rapid City ist 1/4 Meile entfernt, sondern der Zubringer zur Interstate 90 in diese Richtung.

Nach einer Weile erreichen wir Mitchell. Hier befindet sich der Welt einzige Maispalast (Cornpalace) denn wir heute auch besuchen werden. Der Maispalast steht immer nur eine Saison und wird jedes Jahr neu dekoriert. Hierzu werden getrocknete Maiskolben verschiedener Färbungen mit Nägeln an riesige Bretter befestigt so daß sich ein Bild ergibt.

Mitchell, SD
Der über alle Landesgrenzen hinaus bekannte Mais Palast ;)
Das "How To" für ein Maisbild.




Der Shop im Palast. Der Palast selber scheint die Sporthalle einer Schule zu sein.
Im Shop kaufen wir für K+K neue Kopfbedeckungen im örtlichen Design.
Auf Der I-90 bei Chamberlain treffen wir wieder auf den Missouri River.
Wir überwqueren mal wieder eine "Timeline" (hier mit T gekennzeichnet). Dieses mal verläuft sie allerdings mitten ducrh den Staat South Dakota und nicht über eine Staatsgrenze wie die Male zuvor.
Draper, SD von der I-90 aus betrachtet.
Der nächste größere Ort "Wall" wirbt damit, die Tasse Kaffee für nur 5 Cent zu verkaufen.
Soth Dakota ist auch der Fundort der großen Raubechsen.
... und echter Cowboys.
Bei Cactus Flat verlassen wir die I-90, tanken den Lincoln voll und fahren in südlicher Richtung auf der State 240 in die Badlands hinein.
Während ich tanke und mir einen Kaffee besorge macht Barbara Bilder von Präriehunden.

Als wir die Interstate verlassen um in die Badlands zu fahren treffen wir per Zufall auf ein Areal , auf dem die US amerikanischen Streitkräfte zu Zeiten des kalten Krieges ihre strategischen Nuklearraketen stationiert hatten. Insgesammt wurden in South Dakota über 150 dieser Raketen (500 in den gesammten USA), die in nur 30 Minuten ihre Ziele in der damaligen Sowietunion erreichen konnten, in sechs großen Arealen stationiert.


Bis Moskau sind es also 5.170 Meilen. Unser Roadtripp wird eine längere Strecke in Anspruch nehmen.
Irgendwo da draußen sind die (noch intakten) Silos unter der Graßnarbe versteckt. Auf Satalietenfotos erkenne ich später an dieser Stelle immerhin drei Abschussrampen. Von unten so sind sie nicht mehr zu erkennen.

Die hier stationierten Raketen waren vom Typ "Minuteman-II" und besassen einen 1.2 Megatonnen Sprengsatz (das ist 100 mal so viel wie die Hiroschimabombe und entspricht von der Sprengkraft etwa 60% aller im WW-II abgeworfenen Bomben). Die Raketen wurden nach Ende des kalten Krieges dazu verwendet unsere heutigen GPS Sateliten in den Orbit zu schaffen oder wurden als Zielobjekte für neuere Raketenabwehrsysteme verwendet. Das Trägersystem "Minuteman-III" existiert heute noch und bildet nach wie vor den Kern der US amerikanischen Atomstreitkraft.

Das Visitor Center.
Wer will kann einen Hubschrauberflug über die Badlands buchen.

Besucher am Rim. Im Hintergrund die 240 auf der es in den Badlands entlang geht.
Eine unwirtliche Gegend und letztes Deportationsgebiet der Sioux.


Der Höhenunterschied ist nicht annähernd so groß wie am Moab Fault und dem Arches Nationalpark.

Was man auf den Bildern (wegen der fehlenden Relation) aber nicht unbedingt sehen kann.

Das "grosse" Visitor Center inmitten der Badlands.

Es wird sehr schnell sehr warm als die Sonne auf die Mittagsstellung zugeht. Das Visitor Center ist dank Klimatisierung angenehm kühl. Im Auto zurück müssen wir erst einmal die Klima anmachen. Bei jedem Aussteigen verflüchtigt sich aber auch die kalte Luft und nach kürzester Zeit ist es wegen der Sonneneinwirkung im Lincoln bald noch wärmer als draußen. Wir schmieren uns und die Kinder mit Sonnenschutzcreme ein.

Wenn ein Weg ins Tal hinunter und gleich wieder bergan auf den Kamm geht, so nennt sich die Straße ebenfalls einen 'Pass'. Es führen viele Passstraßen ins Tal hinunter und wieder bergauf.
Auf diesem Expeditionsfeld wurden Fossile präpariert und am Rande des Steges ausgestellt. In den Badlands wurden viele neuzeitliche Fossile gefunden mit denen sich die Zeit nach den Dinos rekonstruieren ließ.
Wenn Kira nicht wäre, wäre von den Größenunterschied zwischen Badlands und den Canyons in Utha nichts zu erkennen. Die Felsformationen in Utha waren mehrere hundert Meter hoch.
Kira hat Bewegungsdrang.
Papa muss sie wieder einholen.









Die Sioux, mehrfach deportiert,  flüchteten 1890 in die Badlands und wurden von der US Armee im "Wounded Knee Massacre" getötet. Südlich des Badlands Nationalparks befindet sich heute noch das Indianerreservoir. Nachdem die beiden wichtigsten Anführer der Sioux, Sitting Bull und Crazy Horse bereits in Militärgefängnissen ohne Prozess getötet wurden markiert das Massaker das Ende des indianischen Widerstandes.
Die Sioux kamen eigentlich aus dem Gebiet um die grossen Seen und lebten auch vom Ackerbau.



Wir fahren ins kleine Örtchen Wall an der I-90 gelegen. Ein Touristenort für Wildwest-Fans. Den angepriesenen Kaffee für einen Nickle (5 Cent) finden wir nicht, dafür eine Menge Geschäfte mit Tinnef und Tant. Eine Touristenfalle eben. Den Kindern macht das herumtollen in den Shops und die vielen Attraktionen viel Spass.
Mehrere Blocks bestehen aus einer riesigen zusammenhängenden Western-Mall.
Eine dieser Mall von innen.





















Im Radio läuft übrigens vor allem Hard Rock ... das muss eine lokale Eigenart sein. Sonst läuft im mittleren Westen fast ausschließlich Country Musik im Radio. Auch das jährliche Sturgis-Motorrad-Treffen ist wohl unter Insidern bekannt. In den Badlands hat der Lincoln aus unerfindlichen Gründen einen ganzen Liter Motoröl verbrannt, an den Anstiegen haben die Hydrostößel (vermute ich jetzt einfach mal) ordentlich geklackert als das Öl immer weniger wurde. Natürlich kontrolieren wir regelm. den Ölstand und gleichen immer aus, wenn das Öl weniger wurde. Auf den 7000 Meilen wird der Lincoln insgesammt 2,7 Liter Öl verbrauchen.

Während Andor und Kira sich am eiskalten Pool (der wurde erst am Vortag geöffnet und noch nicht beheizt) vergnügen, frischen Kim und Barbara im Wall Food Mart unsere Wasser-, Bier- und Nahrungsbestände auf. Die Mädels verputzen das Abendessen aus der Mikrowelle mit Appetit, dazu schmeckt den Eltern ein „Rolling Rock“ Pale Ale.
Hier ist wieder einmal keine Verbindung über das amerikanische T-Mobile-Handynetz verfügbar und so bleibt es auch noch eine Weile.



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