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Oder wo sich unsere Familie sonst noch rumtreibt !

Montag, 20. Februar 2012

Pferderennen auf den GG-Fields

Sonntag 27. November

Am Sonntag machen wir uns alle zusammen zu den Golden Gate Fields, dem Stadion direkt hinter dem UC Village, auf. Denn wie an jeden Sonntag, so ist auch heute der sogenannte Dollarday, wo alles nur einen Dollar kostet: Parken für 1$, Eintritt 1$, Hotdogs 1$, Bier 1$ und der Mindestwetteinsatz ist auch nur 1$.
Auf den Fields werden Pferderennen abgehalten. Wer wann wie und wo gegen wen reitet steht jeden Sonntag auch im Chronicle im Sportteil. Experten machen sich natürlich vorher schlau und platzieren ihre Wetten aufgrund irgendwelcher Statistiken. Wir gehen nur um der Sache Willen ... und des Spaßes. Obwohl wir schon über ein Jahr an den Fields wohnen und auch vom Dollarday wissen, haben wir irgendwie noch nie die Zeit (oder Ueberwindung) gefunden uns mal ein Pferderennen anzusehen. So ist auch für uns heute ein Premieretag.


Wir kommen rechtzeitig zum Start des dritten von insgesamt sieben Rennen des Tages. Die Startbox wird auf den Rasen geschoben. Mal starten die Pferde auf dem Grün, mal rennen sie über die Sandbahn außen rum. Mal dürfen nur bis Pferde im Alter zwischen 2 und 3 Jahren rennen, mal die Senioren.

Start und los.

Die Jockey sind wahrlicht von zwergenhafter Gestallt. Wie die Elflein reiten sie auf ihren hohen Rössern ;) Die meisten sind aus Suedamerika.

Das dritte (und für uns das erste) Rennen das Tages ist um. Auf der Anzeigetafel prangert nicht nur das offizielle Endergebnis, sondern auch die 'Odds', die Quoten, mit denen vorher gewettet wurde.
Pferd 3 hat es als erstes über die Ziellinie geschafft. Die Quote für WIN lag bei 1 zu 4,8. Wer den Sieger auf PLACE (1ter oder 2ter) gewettet hat, erhält noch 2,8$ für seinen eingesetzten 1 Dollar. SHOW bedeutet, dass Pferd und Reiter es unter die ersten drei schaffen, die Quote lag bei 1 zu 2,4.
Für den zweiten (Pferd Nummer 6) und den Dritten (Pferd Nummer 4) gibt es natürlich auch noch Quoten für PLACE und SHOW.
Man kann auch noch EXACTA, TRIFECTA und PERFECTA wetten. Dann muss man die ersten Beiden, die ersten Drei oder Vier Pferde (bzw. Reiter) in der richtigen Reihenfolge vorhersagen.
Angezeigt wird die Quote für EXACTA. Wer die beiden ersten Pferde in dieser Reihenfolge (3 und 6) gewettet hat, darf sich über 9,5 Dollar je gesetzten Dollar freuen. Das alles lernen wir aus dem Begleitbuch zu den heutigen Rennen, welches (wie überraschend) einen Dollar gekostet hat.

Erst mal ein Bier und Hotdogs.
Andi organisiert Bier und muss sich dafür an einem extra Stand ein Band besorgen, dass er sich um's Handgelenk legt und das ihn als Ü-21 ausweist. Die Kinder lassen sich die Hotdogs schmecken.

Der Campanile aka Sather Tower ist von den GG-Fields aus zu sehen.
Das Reitstadion ist trotz der günstigen Preise recht spärlich besucht.

Neu erlerntes Wissen lässt sich bekanntlich dadurch festigen, indem man es direkt anwendet. Andi zieht also los und löst für 20 Dollar einen Voucher ein und plaziert mehrere Wetten für insgesamt sechs Dollar für das vierte Rennen. Der Wettautomat druckt einen neuen Voucher für 14 Dollar aus. Die Rennen folgen im 30 Minuten Abstand, wer nicht warten kann, kann auch auf Rennen in anderen Stadien wetten, die via Bildschirme im überdachten Teil der Tribüne, wo auch die Wettautomaten stehen, übertragen werden. Heute finden in fünf verschiedenen Reitstadien, die über ganz Kalifornien verteilt liegen, Rennen statt. Freunde des Pferderennsportes kommen also ganz auf ihre Kosten.

Andi erklärt einer Dame, was es mit den Begriffen auf sich hat.
Schon lassen die Jockey ihre Pferde für den nächsten Start warmlaufen und winken auch mal Barbara ins Teleobjektiv zu.
Auf der gegenüberliegenden langen Geraden sieht es noch nicht so gut aus. 2 liegt vor 8 und Andis Champ, die 7 hat noch gewaltigen Rückstand.
Dann läuft Nummer 7 in der Kurve auch noch Außen ... schlimmer gehts ja wohl nicht.
Nur noch 1/16 Meile, 7 liegt vor 2, wie von Andi vorhergesagt. Leider befindet sich davor (nicht im Bild) noch die 8 ... Pech gehabt!
Da geht er dahin, der Wetteinsatz.

Der Ausgang der Rennen ist immer sehr knapp. Denn es sind jeweils 'Handicap' Rennen. Das bedeutet, das ein Schiedsrichter im Vorfeld den stärkeren Pferden Zusatzgewichte verpasst hat, je nachdem wie erfolgreich sie in letzter Zeit unterwegs waren. Aus dem Grund liegen die Quoten zwischen den Pferden auch nicht weit auseinander.



Von der oberen Tribüne hat man eigentlich die bessere Aussicht über das Geschehen am Boden.

 
Kim macht es den Großen nach und notiert sich die Ergebnisse.













Derweil kümmern sich Traktoren um den ordnungsgemäßen Zustand der Rennstrecke.





Die Hochzeit der Pferderennen war in den 80ern. Damals waren die Rennstadien mit Besuchern gefüllt.

Wir schauen uns vier Rennen an und verbringen mehr als 2 Stunden auf der Bahn. Angelika und Andi verkürzen sich die Zeit mit ein paar Wetteinsätzen, die Kinder spielen mit anderen Kindern, schauen sich aber gerne die Rennen an. Echte Pferde in Natura sind halt schon cool und sieht man nicht alle Tage. Wir haben viel Spaß und eigentlich sollte man mal öfters hierher um einen Vor- oder Nachmittag zu verbringen.


Montag 28. November:

Annika und Andi machen sich heute sehr früh, bereits um 06:00, auf um beim heutigen Cyber Monday zuzuschlagen. Der Cyber Monday ist der Black Friday der Unterhaltungs- und Computerindustrie. Heute (und zwar nur heute) gibt es besonders günstige Angebote alles rund um Konsumerelektronik. Andi hat auf diesen Tag gewartet um seine Geldgeschenke aus der alten Heimat, die er zu seinem 40ten erhalten hat, in harte Ware umzusetzen.
Die Kinder hatten einige Wochen zuvor durch einen nicht genehmigten Wurf die alte Playstation 2, die wir noch von zuhause mitgenommen hatten, unbrauchbar gemacht. Auf dem Einkaufszettel ganz oben steht daher eine PS 3, die es zusammen mit zwei aktuellen Spielen (Ratchet and Clank 4 sowie Little Big Planet 2), die schon alleine 120 US$ kosten würden, für zusammen 199 US$ gibt.
Der an der San Pablo gelegene Radio Shack hat gerade auf, als Annika und Andi den Laden betreten. Kein Ansturm am Cyber Monday, die PS 3 gibt es ja auch bereits etwas länger und kostet normal ohne Spiele 299 US$. Wir kaufen noch einen zweiten Wireless Controller für 30 US$ (normal 55 US$) und spenden mit dem Einkauf auch einen Dollar der Lance Amstrong Krebsstiftung.
Annika ist enttaeuscht, dass die angekuendigten Menschenmassen wohl nicht hier aufgeschlagen sind. Im lokalen Fernsehen laufen Live-Reportagen von grossen Schlangen und volen Kaeufhaeusern. Hinter Livermore ist sogar nachts ein Paerchen ausgeraubt worden, das im Jeep vor einem Supermarkt gecampt hatte um ein Schnaeppchen zu machen.
Tage spaeter geht es auch zum Game-Stop am El Cerrito Plaza, den dieser hat heute besonders günstige Softwareangebote:
Duke Nukem 4 ever, Plants vs. Zombis und vorallem GTA4 nehmen wir für je 10 US$ mit und Barbara wird wieder `mal Clubmitglied. Am Ende zahlen wir mit Taxes nicht mal 300 US$ für das komplette Assemble. Am Vortag noch hätte man noch fast das Doppelte dafür ausgeben müssen ;)

Allerdings kommen wir heute nicht dazu, das System aufzusetzen und zu spielen, den ein Ausflug nach SF und zur GG-Brücke stehen auf dem Tourplan. Nachdem Barbara zur Arbeit gefahren ist und wir die Kinder in die Preschool gebracht haben, machen wir uns auf.

Moma zwischen Alcatraz und SF Stadtzentrum.
Das Golden Gate mit der roten Brücke drüber haben wir ja schon oft genug vorgestellt.
Mit Angelika und Annika sind wir zwar schon drüber gefahren, aber von unten sollte man sie auch mind. ein mal gesehen haben.
Auch am Montag sind einige Hobbyangler am Steg und versuchen ihr Glück.
Kleinere Fische werden an die Robben verfüttert.
Der schlafende Pelikan lässt das völlig unbeeindruckt.
Der Blick auf den Rock mit dem legendären Gefängniss.
Nachdem wir am "The Warming Hut" ein paar Heißgetränke mitgenommen haben verlassen wir den Park und fahren über die Brücke zum Vista Point Overlook für einen Blick auf die Brücke ... diesmal vom Norden aus.

Erst drüber ...
... und dann schon auf der anderen Seite, den Marin Headlands.
Es ist relativ ruhig an diesem frühen Montag Nachmittag.


Annika entdeckt sogar einen Kolibri.
Die sieht man an der Bay relativ häufig, aber einen so mit der Kamera einzufangen gelingt selten.
Wir fahren dann zum nur einen Steinwurf entfernten Hendrik Point.

Wir fahren natürlich auch noch ein Stück weiter an der Küste entlang den Berg hinauf, bis zur Bunkeranlage, wo die Straße dann wieder runter bis zur ehem. Nike Missile Site geht.



Wir machen natürlich unzählige Fotos als Erinnerung. Die Brücke wurde aber schon ausführlich genug in unserem Blog vorgestellt, weshalb wir an dieser Stelle auf allzuviele Bilder verzichten. Sie sieht auch bei jedem Wetter wieder anders aus.

Wir fahren dann wieder über die Richmond Brücke zurück nach Albany und haben noch etwas Zeit, bis Andi die Kinder von der Preschool abholen muss. Als die Kinder dann wieder bei uns sind, zieht sich Kira ihr Batgirl Kostüm an, das sie wegen der pinken Farbe sehr gerne anzieht.

Zeit um ein paar Plätzchen zu backen. Barbara hat den Kollegen Kekse versprochen, wenn sie bei einem Sit-In zur Paperdiskussion fuer die im Mai anstehende Konferenz erscheinen.
Der Zuckerguss ("Icing") ist schonfertig  - gefaerbt und mit Mint- bzw. Schokogeschmack.



Dienstag 29.November

Kim auf einen ausgeliehenen Firetruck.
Der Tag drauf gestaltet sich ähnlich: Die Kinder spielen morgens herum und halten uns Erwachsene auf Trab, bis wir sie um 12:30 zur Preschool bringen. Barbara ist auf Arbeit und wir drei (Angelika, Annika und Andi) fahren in die Muir Woods.

Nebel im Tal ... d.h. es wird sehr kalt in den Woods werden.
Annika und Angelika vor dem Eingang.
Für Andi geht es jetzt bereits zum dritten Mal in den Wald. Es ist wie immer sehr viel kühler als an der Bay. Das liegt am Nebel, der ständig im Tal hängt als auch an den hohen Bäumen, die hier das ganze Sonnenlicht abhalten. Wir haben Glück und finden einen Platz auf dem zweiten Parkplatz. Am Wochenende ist es hier immer sehr voll und man muss teilweise bis zu zwei Meilen die Straße weiter runter parken. Das bleibt uns erspart und so wandern wir gemeinsam unter den gewaltigen Redwood Trees entlang.


Wir verbringen über zwei Stunden im Wald, machen auch wieder viele Fotos. Der Muirwood hat allerdings auch schon zwei Beiträge im Blog und bedarf keiner weiteren Vorstellung. Nach der Marscheinlage im Grünen fahren wir wieder zurück. Diesmal haben wir allerdings noch etwas Zeit (so um die 30 Minuten) bevor wir Kira und Kim abholen müssen. Daher begibt sich Andi auf die Suche nach der USS Iowa, die seit einigen Wochen in Richmond vor Anker liegt.


Nach ein paar Irrfahrten an der Chevron Raffinerie westlich von Richmond, suchen wir den alten und mittlerweise verlassenen Hafen von Richmond auf und finden tatsächlich unser Dickschiff. Die USS Iowa (BB 61) war das erste von insgesammt vier Schiffen seiner Klasse: Die Iowa, die New Jersey, die wir schon bei unserer Ostküstentour gesehen haben, die legendäre Missouri auf der die Kapitulation der Japaner unterzeichnet wurde und die im Film 'Alarmstufe Rot' eine wichtige Rolle spielt und die Wisconsin.

Die Iowa Klasse ist das letzte große Schlachtschiff, das die Amerikaner gebaut hatten und war Anfang des Krieges (sie wurde Juni 1940 auf Kiel gelegt und lief nur 20 Monate später vom Stapel) das einzige Schiff, das mit den neuen und sehr schnellen Trägern der Essex Klasse (wie z.B. der Hornet) mithalten konnte, weshalb sie auch so gebaut wurde. Sie ist das schnellste Schlachtschiff überhaubt, ist allerdings um eine Geschwindigkeit von 33 Knoten zu erreichen wenig stark gepanzert. Ihre Aufgabe bestand zur Indienststellung darin, die Trägerflotte zu verteidigen. Die Kanonen ihrer Vorgängerklasse wurden um 20% verlängert, so daß sie weiter schießen konnte als jedes andere Kriegsschiff ihrer Klasse. Darüberhinaus konnte man sie Dank ihres Sonar und Wasserbomben zur U-Boot Abwehr einsetzen.

Leider ist die USS Iowa für Besucher noch nicht zugänglich. Sie soll aber so früh wie möglich und zwar bevor sie nach San Diego verlegt wird, für Schaulustige begehbar sein. Ich werde die Gelegenheit auf jeden Fall wahrnehmen und dann ausführlicher über dieses Schiff berichten.

Als wir mit den Kindern dann nach Hause fahren, sehen wir auf unserem Turkey-Feld noch ein Rehlein stehen.

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