Sonntag, der 30.07.2011
Wir frühstücken wie gehabt, packen unsere Koffer und machen uns auf zur Plimoth Plantation, einem "lebenden Museum" mit Darstellern und Nachbauten statt schnöden Fotos oder trockenen Erklärungen.
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| Noch mal unser Motel-Innenhof vom offenen Flur aus betrachtet. |
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| Haupteingang. Wir haben oben im (amerikanisch) 2ten Stock gewohnt. |
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| Diese Mühle steht gegenüber des Hotels. |
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| Der Eingang zur Plimoth Plantation |
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| Kira weiß nicht, was sie von diesem Kuh-Schiff halten soll. Sind so die ersten Siedler nach Amerika gekommen? |
Die Plimoth Plantation ist in drei Teile gegliedert - 1. Ein nachgebautes Dorf der Wampanoak, der Indianer, die zur Ankunft der Pilger hier lebten. 2. Ein naturbelassenes Feuchtgebiet, um den Eindruck zu erschaffen, man würde hier im Jahre 1620 anlanden. 3. Das nachgebaute erste Siedlerdorf der Mayflower-Pilger, die 1620 aus Mittelengland nach Neuengland kamen.
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| Im Kino werden wir fröhlich begrüßt |
Wir gucken uns einen interessanten Film an. Hier wird eindrucksvoll geschildert, wie die Indianer die Ankunft der Europäer erlebt haben. Viele Indianer waren skeptisch und diejenigen, die vertrauensvoll Kontakt aufgenommen hatten, wurden oft krank oder übers Ohr gehauen. Die Scouts vor den Siedlern hatten auch schon so viele Keime eingeschleppt, gegen die die amerikanischen Ureinwohner nicht resistent waren, dass ein Großteil der indianischen Bevölkerung schon vor der Ankunft der Siedler ausgerottet war. Das angelich "unbewohnte" Land wurde um so lieber von den Europäern besiedelt.
Auch die Mythen vom einträchtligen Thanksgiving werden etwas nivelliert, weil die Wampanoak damals den Siedlern essen aus reinem Mitleid schickten. Später wurde diese Entscheidung oft bitter bereut, weil die Siedler immer mehr Land beanspruchten.
Das Hinweisschild betont, dass man respektvoll mit den Darstellern umgehen soll und nicht etwa fragen soll, wie viel Prozent indianisches Blut in ihnen steckt. Die Indianer stellen den jetzigen Wissensstand dar und spielen keine Rolle aus dem 17. Jahrhundert.
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| Ein Wohnhaus der Wampanoag im Aufbau. |
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| Kira und Kim im Einbaum. Sie wissen zwar nicht, wofür er gut ist, aber zum spielen macht er Spass. |
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| Hier wird ein Fischernetz gesponnen |
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| Die Frauen kochen authentisches Essen. |
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| So soll es bei der Ankunft der Siedler ausgesehen haben. |
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| Voller Einsatz des Museumspersonals - Den hinteren Native American sehen wir später an der Snackbar in normalen Klamotten. |
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| Hier gibt es Beerenbrei |
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| Anjali stampft Maiskörner für's Mittagessen. |
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| Das ist eine Winterhütte mit dicker Bewandung. Etwa 20 Leute passen hierein, was schon eine große Halle darstellte. |
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| Kira und Kim schauen sich echtes Fell an |
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| Die Indianerin erzählt, wie man früher hier gelebt hat |
Die etwas in die Tage gekommene Wampanoag Frau erklärt uns die Unterschiede zwischen den Hütten, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten genutzt werden. Die Sommerresidenz wird durch Luftzirkulation gekühlt. Das Dach hat zwei Lagen. In der oberen Lage erwärmt die Sonne die Luft. Von unten nachströhmende Luft zieht dann in die Behausung. Die im Raum leicht erwärmte Luft ströhmt ihrerseits unter das Dach, wird dort von der Sonne erwärmt und entweicht.
Zudem weist sie darauf hin, dass sie dem Wald nur so viel Holz entnehmen, dass sie diesen nicht schaden und im Zweifelsfall eher kleinere Hütten bauen als den Wald zu roden ... Das ist natürlich ein krasser Gegensatz zum Vorgehen der ersten Siedler, die den Wald schonungslos roden.
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| Jetzt treten wir ins 17te Jahrhundert ein und die Darsteller im Pilgerväter-Dorf imitieren Sprache und Verhalten der damaligen Siedler. Jeder Darsteller spielt einen Passagier der Mayflower. |
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| Ein bisschen erinnert uns das hier an Kommern in der Eifel... |
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| Der Wachturm am Eingang des Dorfes. |
Auf der Treppe im Turm verliert Kim ihren Schnuller. Und scheinbar ist er irgendwie zwischen den Stufen in die Tiefe gefallen. Die Aufregung ist natürlich groß.
Das Foto entsteht, weil es unter der Treppe stockdunkel ist und wir den Schnuller nicht sehen. Durch den Blitz erkennen wir den kleinen grünen Gegenstand aber dann doch und dieser kann geborgen werden.
Barbara macht sich ganz schön schmutzig unter der staubigen Treppe.
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| Langsam ... wirklich langsam bummeln wir die Hauptstraße entlang. |
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| Und betreten so manches Haus. |
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| Die Leute erzählen einen Schwank aus "ihrem" Leben - mit seltsamen Vokabeln und altenglischem Dialekt. |
Wie würde es Anjali und Barbara hier ergangen haben?
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| Die Darsteller sind Rollenspieler und verhalten sich dementsprechend. |
Andor lässt sich von dem Herrn erzählen, wie er hierher gereist ist. Auf die Rückfrage, was Andor denn in Europa so mache, einigen sie sich auf Bauer (der sein Glück in der Neuen Welt sucht).
Man kann aus den Gesprächen erahnen, wie die puritanischen Siedler damals auf Gott vertrauten und gute und schlimme Zeiten als seine Bestimmung ansahen.
Wie es Amerikaner gewohnt sind, lernt man nur durch Fragen Stellen hier. In Deutschland hätte man Tafeln aufgestellt und die Besucher hätten alles durch Lesen erfahren. So erfahren wir 'aus erster Hand', dass alle metallische Gegenstände und auch die Möbel aus der alten Heimat importiert wurden und man sich in den ersten Jahren zunächst einmal darauf konzentriert autark in der Nahrungsmittelversorgung zu werden.
Die Plantation hat einflussreiche Sponsoren, die die kleine Kolonie zunächst mit allem nötigen versorgt. Werkzeuge, Eisennägel, Kleidung ... das alles kommt aus England. Nur frische Nahrungsmittel können aufgrund der langen Lieferzeiten nicht geliefert werden. Die Siedler setzen daher ihnen bekannte Nutzpflanzen aus und beginnen das sie umgebende Land zu kultivieren.
Was sie nicht wissen: In den Stoffen und Kleidern reisen Flöhe und Läuse mit, die in Amerika bis dato unbekannte Krankheiten einschleppen. Heute glaubt man, daß an der Ostküste und im Mittleren Westen nahezu 98% aller Ureinwohner diesen Krankheiten zum Opfer gefallen sind. Als nur 50 bis 100 Jahre später die ersten Scouts weit in den Westen vordringen, finden diese nur spährlich besiedelte oder sogar unbewohntes Land vor sich. Da die meisten Indianerstämme Nomaden sind, die in Zelten wohnten und kaum größere Siedlungen besassen, fehlen sogar Zeugnisse davon, dass das Gebiet früher mal bewohnt war.
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| Aus Europa eingeführtes Gemüse wächst in den Gärten der Siedler. |
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| Eine Kuh wird durch's Dorf getrieben ;) |
Die Gründe, weshalb die Siedler das Abenteuer auf sich genommen haben hierher zu segeln, könnten unterschiedlicher nicht sein. Die meisten durften ihre Religion nicht ausüben, eine junge Dame durfte ihren Geliebten nicht heiraten, andere hatten Spielschulden oder kein Land oder keine Perspektive in Europa.
Aber alle sind aus einem einzigen Grund hier: Man erhofft sich ein 'besseres' Leben.
Im Kinder-Center liegt viel Spielzeug und Lernmaterial. Andor spielt mit Kira "Fuchs und Gans", während Barbara und Anjali im Souvenir-Shop sind. Anjali holt sich das zeitgenössische Buch über das erste Jahr der Pilgerväter, das damals ein Renner in Europa war und viel zur Euphorie zur Auswanderung in das gelobte Amerika beigetragen hatte.
Wir setzen uns ins Auto und fahren weiter in die Innenstadt von Plymoth - dort liegt der vierte Teil des Museums, die Mayflower 2, ein Nachbau der originalen Mayflower. Das Originalschiff ist schon kurz nach der erfolgreichen Besiedelung Amerikas im 17ten Jahrhundert verschollen.
Höchstwahrscheinlich wurde es in England einfach abgewrackt.
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| Die 102 Siedler kamen größtenteils aus England - Barbara zeigt auf Worcester, wo sie 2002 7 Wochen Praktikumszeit verbacht hat. |
Das Schiff ist erstaunlich klein - Die Mayflower war etwa 28 Meter lang, neun Meter breit und besaß zirka 4 Meter Tiefgang laut Wikipedia. Der Nachbau der Mayflower, die Mayflower II auf der wir uns jetzt befinden, wurde in den 50ger gebaut und ist im Rahmen eines Experimentes (die Mythbusters lassen grüssen) aus eigener Kraft von England hierher nach Plymoth gesegelt.
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| Wir können die Kapitänskabine bestauen und unter Deck gehen. |
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| Es gibt sogar einen Ofen um frisches Brot zu backen. |
Der Kapitän hat etwas mehr Platz, muss ja aber auch hier auf dem Schiff leben. Trotzdem fragt man sich wie über 100 Leute mitsammt ihrem Hausrat (Betten, Stühle, Tische) sowie Werkzeug hier Platz gefunden haben sollen.
Die Überfahrt von Plymoth (in England) hatte etwa 66 Tage gedauert und zwei Menschenleben gefordert. Zunächst landete die Mayflower in der Nähe des heutigen Provincetown auf Cape Cod, obwohl sie eigentlich in die New York Bucht wollte. Die Strömungen ließen keine Weiterfahrt zu. Das sandige Cape Cod beunruhigte die Siedler, weil es keine Möglichkeit zur Landwirtschaft bot. Daher fuhr das Schiff nach zwei Wochen in die Cape Cod Bucht hinein zum Festland, wo die Bedingungen besser waren.
Wir lernen auch, dass die Passagiere im Schiff noch 8 Monate nach ihrer Ankunft in Nordamerika im Schiff wohnen blieben, während sie die Landschaft erkundeten und den Winter abwarteten um die neue Stadt Plymoth auf dem Festland aufzubauen.
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| Der Seemann quatscht mit uns über sein Leben. Hier spielen die Darsteller wieder die Originalfiguren aus der Geschichte. |
Die junge Frau schildert eindrucksvoll, wie beengt man hier auf dem Schiff lebt. Anjali fragt nach der Hygiene und wird auf die Pisspötte verwiesen.
Eine Besucherin will wissen, was aus der wahren Person, die die Frau nachstellt, geworden ist. Die Pilgerin bleibt in ihrer Rolle und antwortet: "Wissen Sie, was in Ihrer Zukunft liegt?" Daraufhin schnappt die Besucherin zurück: "I am outta here." und geht empört weg.
Auf dem Oberdeck sehen wir sie sogar mit Museumspersonal diskutieren, wie unfreundlich die Darstellerin war, aber die Museumsleute versuchen ihr den Sinn des Rollenspiels zu erklären.
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| Wir verlassen die Mayflower II und bewundern den heißen Schlitten |
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| Wir essen Fisch. |
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| Zum Nachtisch gibt's Spongebob-Eis für die Kleinen. |
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| Der Hafen von Plymoth hat momentan Ebbe. |
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| Hier ist Littering (Müll in die Gegend werfen) 10x so teuer wie in Kalifornien ;-) |
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| Wir fahren nach Boston, das etwa 40 Meilen nördlich von Plymoth liegt. |
Anjali leitet uns durch die Stadt und muss feststellen, dass man als Fußgänger viel weniger auf Einbahnstraßen achtet ;-)
Unser Hotel liegt eine halbe Stunde Fahrtzeit nördlich von Boston-Zentrum in Peabody. Es ist ein extended-Stay-Hotel für Leute, die längere Zeit im Hotel wohnen. Daher gibt es eine Küchenzeile und eine Wohnzimmer-Sitzecke.
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| Wir haben unterwegs noch im Target eingekauft. |
Kim ist schon k.o.
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