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Oder wo sich unsere Familie sonst noch rumtreibt !

Sonntag, 12. Dezember 2010

Es Weihnachtet in Berkeley...


Nach etwas längerer Sendepause ist es an der Zeit, mal wieder etwas für den Blog zu tun. Wir leben uns ja langsam ein, das Spielzeug für die Kinder ist da und somit haben die beiden Kleinen auch dann etwas zu tun, wenn draußen schlechteres Wetter ist. Letzte Woche Freitag sind die Kinder und ich der Einladung von Noriko (eine unserer Nachbarn) gefolgt und sind zum Habitot, einem Indoor-Spielplatz in Downtown Berkeley gefahren. Leider habe ich keine Bilder von dort, da Fotografien nicht erlaubt waren und ich auch keine Kamera dabei hatte. Der Spielplatz war im Keller eines Gebäudes eingerichtet und auch höchstens 300 qm groß. Der Eintritt ist allerdings gesalzen. Wir hätten 9 US$ pro Person (27 US$ insgesamt) bezahlt. Noriko kaufte aber eine 5er Karte für Besuchergruppen bis drei Personen, die Dank AAA-Membership dann auch nur die Hälfte des angedachten Preises kostete, für 37,50 Dollar, mit der wir dann nacheinander reingehen konnten.
Im Habitot gab es mehrere Themenbereiche. So konnten die Kinder in einem Wasserbereich planschen und die physikalischen Eigenheiten von Flüssigkeiten anhand von Rinnsalen, Eimern, Schwämmen usw. erforschen ;) Es gab einen Malbereich mit Fingerfarben, einen Einkaufbereich mit kleinen Einkaufswagen,  vielen Utensilien und einem angeschlossenen Fastfood-Restaurant. Einen Windkanal mit künstlichem Laub gab es ebenfalls, und einen Bereich, der regelm. umgestaltet wird. Hier war ein kleines Spaceshuttle aufgebaut, über Funk konnten sich die Kinder im Cockpit mit der Bodenstation unterhalten, Raumanzüge anziehen, auf diversen Tasten und Knöpfen rumspielen und rumtollen. Eine Kletterhöhle gab es auch. Als Kira ihre anfängliche Zurückhaltung gegenüber seltsamen Kletterkonstruktionen abgelegt hatte (Papa hätte ihr in diesen kleinen Röhren nicht folgen können), und Kim ebenfalls schon anfing in den unteren Bereichen der Höhle herum zu klettern, kletterte sie sogar mehrfach bis ganz nach oben.
Die beiden hatten jedenfalls viel Spaß, und so blieben wir ganze vier Stunden in diesem Keller. Noriko hatte schon nach zwei h keine Kraft mehr ihre Blagen unter Kontrolle zu halten.


Die erste Woche im Dezember stand schon unter dem Zeichen der Weihnachtsfeiern – Babs hatte erst ein Post-Doc-Weihnachtstreffen und am nächsten Tag das Fakultätstreffen der Ingenieure, das zünftig in einer Brauerei gefeiert wurde. Allerdings war die Feier auf 3 Stunden von 5 – 8 p.m. angesetzt, was auch durch das obligatorische Einschalten der vollen Deckenbeleuchtung mit einer Zusatzstunde eingehalten wurde. Die Biersorten waren zum Teil abenteuerlich, wie das Apricot Ale, das wirklich stark nach Aprikosen schmeckte. Aber die amerikanischen Kollegen versicherten ihr, dass sie es lieben. 
Am Samstag hatte das International House der UC Berkeley zur Familienweihnachtsfeier eingeladen. Die Basteltische und der Magier mit dem weißen Kaninchen sorgten für Kurzweil. Vor allem Kim hätte das Kaninchen gerne mitgenommen. Vor dem Weihnachtsmann hatten Kira und Kim auch Respekt, obwohl er Bären mit Cal-Weste verschenkte. Kira hofft ja noch immer auf das pinkfarbene Barbie-Flugzeug. 
Leider habe ich an diesem Termin im Parkhaus bereits den Lack am rechten Kotflügel zerkratzt. Um Kim das Austeigen zu ermöglichen habe ich den Lincoln so nahe wie möglich an einer der Säulen platziert, nachdem Babs schon ausgestiegen war. Dabei habe ich mich am Außenspiegel orientiert und musste mit Schrecken feststellen, dass der Wagen an den Radkästen breiter ist als die Außenspiegel. Der Schaden ist nicht groß, aber nun haben wir mehrere Kratzer, wo der Lack runter ist. Die Grundierung ist unbeschädigt, ich werde die Tage versuchen einen Lackstift in Wagenfarbe aufzutreiben um die Stellen überlackieren zu können. Das professionell machen zu lassen lohnt sich nicht.  Apropos: Der Lincoln verliert auf einen der hinteren Räder leicht Druck, mit der elektrischen Pumpe (wird über den Batterieanschluss vom Auto betrieben) kann man den Druck zwar bequem wieder herstellen, aber eine Dauerlösung ist das natürlich auch nicht. Hoffentl. Kann man den Reifen noch vaporisieren, wenn ja, dann fällt der Wagen allerdings zumindest zwei Tage aus.

Am Sonntag erweiterte Babs den Prepaid-Handy-Vertrag auf zwei Nummern, die sich gegenseitig umsonst anrufen können, und holte sich ein Android-Handy mit Webflatrate. Mich immer und überall anrufen zu können, erleichtert sie ungemein. Der Webzugang ist nett, da man über Skype erreichbar bleiben kann und ein interaktives Navigationssystems integriert ist.
Mit dem neuen Schreibtisch von IKEA kann man jetzt im Flur auch schön am Laptop sitzen und langsam füllt sich die Wohnung mit ordnenden Regalen. Babs hat einen kleinen Weihnachtsbaum für den Balkon mit einer bunten Lichterkette besorgt – Die Amis haben hier überall Plastik-Kitschbäume , aufblasbare Riesensantas, Rentierkutschen usw. stehen.
Die meisten Amerikaner haben ihre Weihnachtsbäume schon gekauft und voll aufgerödelt im Wohnzimmer stehen. Wahrscheinlich werden die Bäume am Morgen des 27ten Dezembers allesamt entsorgt. In Deutschland lief das ja immer anders ab, da wurden die Bäume immer erst am 24ten aufgestellt und geschmückt und erst gegen Sylvester wieder abgebaut.

Montag, Dezember der 6te, ist Nikolaus bzw. Santas-Day. In den USA wird dieser Tag nicht gefeiert, weil es der Nikolaus hier ja irgendwie in die Weihnachtsgeschichte geschafft hat. Ich erzähle Tim auf unserem wöchentl. Treffen in Point-Richmond vom europäischen Brauch, Santa Claus schon am 6ten Dezember zu feiern. Vor allem die Holländer beschenken ihre Kinder (zu Ehren von Nikolaus von Myra) am heutigen Tag und begehen Weihnachten mit einem Familienessen, welches eher an Thanksgiving erinnert. Den Weihnachten wird, wie wir alle wissen, die Niederkunft des Heilands gedacht (auch etwas, was viele Amerikaner nicht wissen, soweit sie nicht kreuzkatholisch sind).
Kira und Kim bekommen nur einige wenige Süßigkeiten und zwei blinkende Trinkgläser in ihre Stiefelchen gesteckt.






Den Abend verbringen Babs und ich mit dem Verpacken von Weihnachtsgeschenken. Die Päckchen für Kira und Kim verstauen wir im Kabuff vom Patio. Das ist neben dem Bad und dem Elternschlafzimmer einer der wenigen Räume, die man abschließen kann und somit die einzige Möglichkeit, die Geschenke vor den Kleinen zu verstecken.
Da das Versenden von Päckchen nach Europa unglaublich teuer ist (knappe 50 US$ für ein Packet mit 500 Gramm), packen wir alle Geschenke in einen einzigen Karton und versenden ihn zu Sonja nach Koslar. Sonja wird ebenfalls für alle Familienmitglieder Geschenke haben, so ist es für sie der geringste Aufwand, unsere gleich mit zu verteilen (hoffe ich).


Im Laufe der Woche besuchen wir noch mal das Mary go round im Tildenpark, welches bereits Mitte November für die Weihnachtszeit um dekoriert wurde. Nachts ist die Beleuchtung besonders schön. Kira und Kim fahren im Karussell , es gibt einige Weihnachtsbäume zu bestaunen, die nach verschiedenen Themen dekoriert sind. So gibt es einen Cal-Tree, einen Scary-Tree , einen Sports-Tree oder auch einen Lokomotive-Tree. Kira freut sich über Thomas und seine Freunde, wir  sehen Santa auf dem Karussell mitfahren. Kira traut Santa nicht so recht und wir vermeiden es daher, sie auf seinen Schoß zu setzen, als er auf einem Sessel in seiner Hütte Platz nimmt und Kindern Audienz gewährt. Kim fremdelt eh. Also kaufen wir Popcorn, schauen uns das Santa-Jazz-Ensemble unter dem riesigen Weihnachtsbaum an und verlassen die Szenerie.

An diesem Freitag verunglückte ein 39 jähriger Autofahrer mal wieder tödlich. Der wesentliche Grund, weshalb im Vergleich zu D. in den USA nahezu 10 mal mehr Menschen getötet werden (das sind relativ zur Bevölkerungszahl immer noch fast drei mal so viele) liegt übrigens nicht daran, dass die Amerikaner schlechte Autofahrer wären. Es liegt schlichtweg an der schlechten Anschnallmoral. Obwohl Kalifornien einer der wenigen Staaten ist, in der es eine Anschnallpflicht gibt, verzichten viele, vor allem junge Autofahrer, darauf. Erst letzte Woche ereignete sich ein Unfall in Berkeley (mit Tempo 25 mph = 40 km/h) bei dem zwei Insassen nur leicht verletzt wurden und zwei starben, weil diese nicht angeschnallt waren.
Der Unfall am Freitag war aber was anderes. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an Serien wie „Cops“, „Speeders“ oder „NYPD blue“, in denen von der Polizei freigegebenes Videomaterial veröffentlicht und man Zeuge wilder Verfolgungsfahrten wird und in denen der Delinquent innerhalb einer Bilderbuchaktion IMMER Dingfest gemacht wird .
Wie man sich sicherlich denken kann, gibt es auch Fälle, die nicht immer so ablaufen wie von der Polizei gedacht und deren Videomaterial dann nicht freigegeben wird. In diesem speziellen Fall befuhr ein Autodieb die nahe Interstate 80 mit hoher Geschwindigkeit von Oakland Richtung Richmond und wurde von einem Polizeifahrzeug im hinteren Bereich des Wagens touchiert, so dass der Verfolgte die Kontrolle über den Wagen verlieren solle. Das geschah auch, allerdings durchbrach der Wagen die Leitplanke, landete mit dem Auto auf der Eastshore Frontage Rd. Und wickelte sich dort um einen Baum. So zumindest die lokalen News.
An die morgendlichen Nachrichten muss man sich auch erst einmal gewöhnen. Es leben acht Millionen Menschen in der Bay Area, hier wird nahezu täglich jemand ermordet, vergewaltigt, zusammengeschlagen. Auf der Liste der gefährlichsten (kriminellsten) Städte des Landes stehen Oakland und Richmond im Süden und Norden von Berkeley übrigens auf Platz 5 und 6.

1 Kommentar:

  1. Das Bild,dass Babs gemalt hat,ist ja echt klasse.
    Bei Euch ist ja richtig was los mit Weihnachtsfeiern und Parties. Hier merkt man nichts von Weihnachten.Werden auch erst am 24. den Weihnachtsbaum schmücken,nach uralter überlieferter Rauschen-Tradition.Seit froh,dass Ihr nicht so ein Schneechaos habt wie wir.

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