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Oder wo sich unsere Familie sonst noch rumtreibt !

Montag, 4. Oktober 2010

Wie kommt man eigentlich in die USA?

Nun, das ist nicht so ganz einfach, wie es zunächst den Anschein hat. Schließlich wollte Babs für eine längere Zeit in den USA wohnen, leben und arbeiten. Da man ohne ein Visum lediglich maximal 90 Tage in den USA "Urlaub" machen kann, musste ein solches Visum beschafft werden, wofür man mehrere Möglichkeiten besitzt.
Um auf Fehler aufmerksam zu machen, die man bei einer Einreise in die USA machen kann, möchte ich an dieser Stelle auf eine Möglichkeit eingehen, die von vielen (Möchtegern-)Auswanderern genutzt wird, deren Schicksale in Doku-Soups wie z.B. "Deutschland - Die Auswanderer" (RTL) ein mahnendes Beispiel sein sollte, wie man es nicht macht.
Man beschließt also, weil man auf der einen Seite von Deutschland die Nase voll hat und die USA auf der anderen total cool findet, seinen Lebensmittelpunkt ins Ausland zu verlegen und reist, meist bar jeder (echten) Vor- oder auch Sprachkenntnisse und ohne zu wissen, was einen drüben überhaupt erwartet, erst einmal ohne Visa und somit maximal für 90 Tage in die USA ein. Oft fehlt dann auch noch ein finanzielles Polster, weshalb aus gutem Grund nur Leute einreisen dürfen, die ein gültiges Rückflugticket besitzen. Alles Hab und Gut kommt dann nach drei bis sechs Wochen mit dem Container an, man lebt derweil in einem Hotel oder einem Condo mit "Short-Term Leasing-Conditions", welches man bereits in D. gebucht hat, in der neuen Wahlheimat und in der Hoffnung, innerhalb der nächsten 90 Tage einen amerikanischen Arbeitgeber zu finden, damit man ein H-Visum beantragen kann, um länger bzw. vieleicht auch dauerhaft in den USA leben zu können.
Wer die RTL-Soup kennt, der weis, daß dies oft scheitert, vorallem wenn man vergessen hat, sich seine Berufsausbildung anerkennen zu lassen (falls man überhaupt eine besitzt) und daß ein Real- oder Hauptschulabschluss auch nicht gleichbedeutend mit einem Highshcool-Diploma ist. Dann platzt dieser Traum spätestens nach drei Monaten, man wird zurückgeschickt und zu allem Übel hat man auch nicht mal genug Geld übrig, um sich seine Sachen auch wieder zurück nach D. schicken zu lassen, so daß man dann hier auch wieder vor einem Neuanfang steht.
Aus dem Grund sind zwei Dinge bedeutsam: Den  Arbeitgeber schon vor der Einreise und ein ausreichend dickes finanzielles Polster zu haben.

Damit das Unternehmen USA auf jeden Fall erfolgreich in Angriff genommen werden kann, hat sich Babs (im Prinzip schon vor anderthalb Jahren) auf mehrere Posten beworben und sich letztendlich für die zwei Jahre in Berkeley entschieden, was ich persönlich ,im Bezug auf die Location, auch für die beste Wahl halte.
Im Vorfeld gab es also eine Menge Arbeit. Bewerbungen mussten geschrieben, Anträge eingereicht und viel Papierkram erledigt werden. Babs reiste für einige Tage nach Charlotte im Bundestaat North Carolina und führte dort ein Interview. Nachdem sie sich aber für Berkeley entschieden hatte, musste ein Papier, welches sich DS-2019 nennt und für das J-1 Visum benötigt wird, beschafft werden (dies kostet über die UCB bereits 410 US$ sowie weitere 500 US$ Department Processing Fee und 215 US$ SEVIS-Gebühr). Dann füllt man bei der Botschaft ein Onlineformular aus, welches für eine vierköpfige Familie nochmals 460 US$ kostet und für deren Bearbeitung wir trotz hervorragender Englischkenntnisse insgesammt etwa fünf Stunden brauchten, was größtenteils daran lag, daß man per try&error ein Bild einfügen mußte, welches vom Programm der Botschaft akzeptiert wird. Darüber hinaus braucht man neue Reisepässe mit neuem biometrischen Passfoto, polizeiliche Führungszeugnisse, man muss seine Geburts- und Heiratsurkunden notariell übersetzen und beglaubigen lassen und und und...

Das Interview in Frankfurt, welches jedem, der ein Visa für die USA haben will, bevorsteht wurde auf Fr. den 8.10. terminiert. Die Kinder müssen wir nicht mitnehmen. Zum Betreten der Botschaft gelten in etwa die Regelungen, die man vom Flughafen für den Sicherheitsbereich kennt.
Ich bin gespannt, vorallem, welche Kosten noch auf uns zukommen.