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Oder wo sich unsere Familie sonst noch rumtreibt !

Dienstag, 26. Oktober 2010

UC Village und San Francisco

Am Montag ging es erst einmal zum AAA (gesprochen Trippel-A), weil sich dieser nur Unweit von unserer Traveloge auf der Univ.Ave befand und auch schon um 8:50 öffnete. Dort haben wir uns über unsere Möglichkeiten beraten lassen, eine kalifornische Drivinglicence (DL) und eine Car-Insurance zu bekommen. Es ist dann wohl wirklich so, wie wir durch unsre Recherchen in Erfahrung bringen konnten, das man unbedingt die DL benötigt um überhaupt ein Auto versichern zu können. Die DL kann man aber erst 30 Tage nach seiner Ankunft in den USA beantragen, zudem sollte man einen festen Wohnsitz in Kalifornien haben und nicht in der Traveloge wohnen. Zudem erkennt auch der AAA (wie jede Autoversicherung) die Schadensfreiheitsrabatte aus der EU nicht an, weshalb man als blutiger Fahranfänger betrachtet wird und in den ersten Jahren sehr hohe Versicherungsbeiträge entrichten muß. Trotzdem sind wir schon einmal dem AAA beigetreten (wurde auch vom ADAC empfohlen).

Nach einem Frühstück im Giant-Burger (siehe Bild), welcher gleich neben der Traveloge liegt, sind wir zum UC Student Housing gewandert, haben die 25 US$ für Aplication Fee dann doch bar bezahlen können (der Check wurde nicht angenommen, weil die Postbank diesen zwar per Post versendet, aber in EURO ausgestellt hatte) und haben auch gleich ein Termin für die Besichtigung zweier Wohnungen vereinbart. Also sind wir, nachdem wir einen kleinen Abstecher über das Universitätsgelände genommen und in der Sproul-Hall das Visitor Center aufgesucht hatten, mit der Buslinie 18 über Albany zum UC Village gefahren. Eine sehr schöne Wegstrecke, vorbei an kleinen Holzhäuschen und schattigen Alleen über die Magistrale von Albany, die an eine Touristen-Shoppingmeile in Italien erinnert.

Studentenleben an der UC Berkeley
Die Feuerwehr ist auch schon da

Auf unserem Weg zum Visitor Center stolpern wir versehendlich auf der Suche nach einem Zugang für den Buggy in das Büro der Campus Police.

Die Polizei ist hier strikt unterteilt. Es gibt die State Police, die Bay-Area Police, die Berkeley Police und selbst die UC hat ihre eigene Campuspolizei.

Und wir wissen jetzt auch, wo diese zu finden ist ;)



Da ich mich im Vorfeld schon genau über das Student Housing informiert hatte, fanden wir das Office auf dem riesigen Gelände recht zügig, obwohl wir ein mal auch nach dem Weg fragen mussten, aber dann waren wir auch schon da. Wohl 30 Minuten zu früh. Also sind wir ein wenig über das Gelände flaniert und haben unsere beiden Kiddis auf dem Spielplatz rumtollen lassen. Kira hat bei dieser Gelegenheit gleich ihren ersten engl. Satz gesprochen. Sie sagte (zu einem anderen Mädchen, etwa in ihrem Alter) „I am Kira“ und im Anschluss „Und das ist Kim“.
Wir hätten die beiden noch länger spielen lassen können, aber wir hatten ja einen Termin um 02:00 und begaben uns zum Office, trafen nette Leute, bekamen gegen einen Pfand zwei Schlüssel für zwei Wohnungen, eine Wegbeschreibung und machten uns dann entspannt auf den Weg.

Das UC Village von innen betrachtet
Kira auf der Rutsche
und in der Küche
Der Flur
Als wir die Schlüssel abgegeben hatten, nahmen wir diesmal den UC eigenen Bus (Linie 52), welche nicht nur einmal durchs Dorf fährt sondern auch gleich über die Univ.Ave an der Lodge vorbei, praktisch vor unserem Motel hält. Dort angekommen sind wir leider in einen etwas längeren Nachmittagsschlaf verfallen, haben uns aber gegen halb sechs wieder aufgemacht um einen T-Mobile Shop aufzusuchen, den wir auf dem Weg vom Visitor Center zur Bushaltestelle gefunden hatten. Dort haben wir uns deren Angebote zeigen lassen und aus pragmatischen Überlegungen erst mal einen Prepaid-Vertrag ohne Handy abgeschlossen und sind weiter in den nächsten Shop, der Anbieter hieß Very-Zone. Kim schlief schon wieder, leider drehte Kira (es war schon dunkel geworden) voll auf und lief ständig aus dem Shop auf die Straße um sich vom Papa fangen zu lassen, wollte durch die Luft geworfen werden und rumtoben. Daher musste Babs das letzte Gespräch leider ganz alleine führen. Als Babs dann fertig war, hatte ich erst mal keinen Hunger und wir kauften uns zwei Sandwiches und Fries für auf den Weg. An der Lodge angekommen bemerkten wir, das leider ein Sandwich fehlte. Also machte sich Babs, die es sich gerade gemütlich gemacht hatte, wieder auf dem Weg um das Sandwich abzuholen. Trotz dieses ‚Desasters‘ muss man sagen, das die Brotschnitten sehr gut waren.

Wir haben zwar noch Zeit, müssten uns aber irgendwann entscheiden, wie wir die nächsten zwei Jahre zu hausen gedenken. Wollen wir in Uninähe ein kleines Apartment, aber dafür halt ‚draußen‘ in einer amerikanischen City leben, oder etwas abgeschieden in einem abgesperrten Village, in dem man immer irgendwie das Gefühl hat, ‚drinnen‘ zu sein, abgeschnitten vom Leben draußen (was ja auch wirklich so der Fall ist) aber dafür den Kindern mehr Freiheiten geben kann. Denn für Kinder wäre das Village wirklich ideal, keine Penner, Gammler, Dealer oder Prostituierte als Nachbarn zu haben wünschen sich ja fast alle Amerikaner. Nur, das Village ist so amerikanisch wie Kreuzberg deutsch ist, da hier fast nur ausländische Studenten mit Familie leben, und bei vielen scheint die Familie aus dem Studenten, einem Kind und den Großeltern zu bestehen.

Die Bayarea Tour beginnt an Farbe zu gewinnen

Ein neuer Tag, und schon wieder hat man das Gefühl, auch viel erledigen zu können. Allerdings wüssten wir nicht, was? Man könnte sich, jetzt da Babs ein Phone hat, sich mal Wohnungen in Berkeley anschauen. Ein Blick auf die Craigslist genügt allerdings zu sagen: Wohnen in Berkeley, wenn nicht durch die Uni unterstützt, ist wirklich richtig, richtig teuer. Die Zweizimmer Apartment mit 70-90 qm gehen hier ab 2500 US$ los und können Downtown auch mal 3500-4000 US$ kosten. In den wirklich hübschen Berkeley Hills auch mal 7k-8k, was weit über unserem Budget liegt.

Wir beschließen daher, den heutigen Tag, auch weil das Wetter zum ersten Mal wirklich phänomenal gut ist, mit Sightseeing zu verbringen. Zuvor besorgen wir uns allerdings noch die drei Money-Order beim Post Office, die Babs der UC Berkeley für das Visa noch schuldig ist und bezahlen diese am Schalter mit zehn Traveler Checks zu je 100 US$. Die UC Berkeley akzeptiert neben diesen Money-Order leider nur Debit-Card, die wir zwar schon haben, aber auf der noch kein Geld ist, weil ein Geldtransfer von D in die USA halt mehrere Tage benötigt. Daher können wir weger Cash (soviel hätten wir bar eh nicht dabei) noch die Traveler Checks einlösen. So werden wir am frühen Morgen also bereits mit den verschiedenen Möglichkeiten des amerikanischen Finanzverkehrs konfrontiert, die hier alle nebeneinander in Einklang existieren und von verschiedenen Institutionen mal die oder mal die andere bevorzugt oder ausschließlich akzeptiert wird.

Als wir also die Money Order in der Hand halten, gehen wir nur einen Block weiter zur Avis und mieten uns einen Wagen. Einen Dodge Charger zunächst, jedoch stellt sich schnell heraus, das der Kofferraum zu klein ist, um Kims Kinderwagen aufzunehmen. Man gibt uns einen Chevrolet Impala, der Buggy passt diesmal, allerdings verdient die Handbremse ihren Namen nicht, denn sie befindet sich als drittes Pedal im Fußraum. Zum Glück nicht genau dort, wo sich die Kupplung normalerweise befindet, sonst hätten wir wohl ein kleines Problem. An das Automatikgetriebe muss man sich auch erst einmal gewöhnen, aber dafür kann man zur jeden Zeit beide Hände am Lenkrad halten.

Chevrolet Impala LT - 6 Cyl - 211PS - Automatik und Frontantrieb
Auf den Berkeley Hills mit Blick Richtung Bay
Unser erster Roadtrip in der Bay-Area führt uns nach Nordberkeley und die Hills. Die Aussicht über die Bay, SF-Downtown und die Golden Gate Bridge sind wirklich fantastisch. Der Chevy fährt sich wirklich gut, ruhig und leise. Als Babs, Kira und ich an einem Aussichtspunkt halten (Kim schlief schon wieder im Wagen) hält ein Amerikaner in seinem Wagen an und bietet uns an, ein Foto von uns dreien zu machen. Wir nehmen diese Möglichkeit auch dankend wahr. Später bemerken wir, das der Mann fortgeschrittenen Alters, in die gleiche Richtung zurückfährt, aus der er gekommen ist und in  eine nahe Wohnung fährt, also somit wohl extra für uns überhaupt erst rübergefahren ist. Ich glaube, solche Höflichkeit findet man in D. wohl nicht, ist aber laut Hörensagen wohl typisch amerikanisch. Wenn ein Deutscher höflich ist, dann versucht er einfach niemanden auf den Wecker zu gehen bzw. zu nerven. Hier ticken die Leute halt anders ;)

Wir fahren über Albany an der UC Village vorbei auf den Freeway, der zur Baybridge Richtung SF führt. In Richtung SF (Westbound) fährt man oben auf der Brücke und kann einen wunderbaren Ausblick auf SF genießen sobald man die Yerba Buena, eine Insel inmitten der Bucht, passiert hat. Auf dem Hinweg im Taxi hatte die Baybridge den Scharm eines Nachkriegs-Zweckbaues, da man in dieser Richtung auf der Unteren Etage unterwegs ist, der Blick nach oben verbaut ist und die Skyline von Oakland keinen Vergleich zu SF standhält.
Die Baybridge in der Anfahrt Richtung SF

Unter der Baybridge zwischen Yerba Buena und Downtown SF
Zur Seite raus schieben sich die Hochhäuser ins Blickfeld. Rechts der Coil-Tower.





Wir kommen also in SF Downtown an. Obwohl früher Nachmittag, steht die Sonne bereits tief genug, so das die Hochhäuser die Straßenschluchten in ihren Schatten verschlingen. Es ist wirklich unheimlich dunkel und beklemmend, denn im Vergleich zur Größe der Türme, die hier Schulter an Schulter stehen wirken die Straßen klein und schmal. Sich in SF zurecht zu finden ist aufgrund des rechteckigen Straßenlayouts sehr einfach und ohne Navi kein Problem. Wir genießen die Fahrt, die uns über den Nobhill mit seinen nur als irrsinnig zu bezeichnenden Steigungen führt zum bekannten Fisherman’s Warf, an der Nordküste von SF, flanieren eine Zeitlang umher und fahren mit unserer Reise Richtung Presidio fort.







Downtown SF

Richtung Norden lichtet sich der Betonwald

Auf dem Nobhill Richtung Baybridge blickend

und Richtung Alcatraz

mit Blick Richtung Telegraph Hill

Cable Cars sehen wir hier auch



Presidio und das Goldene Tor

Das Gelände ist leider viel zu groß, als das man dieses an einem Tag, geschweige denn an nur einem halben Nachmittag erkunden könnte. So sehen wir weder das Gelände von Lucas Arts mit der Yoda-Statue, noch das Hauptquartier der Sternenflotte aus Star Treck V, welches eigentlich das Google Internet-Archive ist, in dem Google alle jemals veröffentliche Internetseiten, Portale, Boards und Foren seit 1994 speichert. Nach einem etwas längren Spaziergang fahren wir weiter auf einen Aussichtspunkt, von dem man einen schönen Blick über die Bay hat. Links die Golden Gate Bridge, voraus Alcatraz, etwas weiter, auf der anderen Seite der Bay, Richmond, Berkeley und Oakland. Ganz Rechts SF mit seinen bebauten Hügeln und den Hochhäusern dahinter. Die Kleinen interessiert der Ausblick wenig. Kim freut sich über die neu gewonnene Freiheit und buddelt im Dreck, wühlt den Rasen um und jagt allerlei Vögeln hinterher. Kira freundet sich mit zwei anderen Kindern an (Phil und Rebecca, wenn ich mich nicht irre) und lauscht einer Kindergeschichte, die deren Mutter den dreien vorliest.
Babs am Golden Gate

Und SF auf der anderen Seite
Es wird spät, und weil wir schon mal hier sind, fahren wir über die Golden Gate Bridge mautfrei Richtung Norden und über die dritte Brücke, die schon in den 30ern über die Bay gebaut wurden, Nach Richmond und nach Berkeley zurück in die Lodge. Barbara und die Kinder sind platt. Gerade Kira hat am Aussichtspunkt viel work-out betrieben und ist zusammen mit dem Jungen ständig einen Hügel hoch und runter gerannt. Dafür haben wir heute viel gesehen, sind mit unserer Arbeit aber auch nicht viel weiter gekommen. Morgen hat Babs ihren Termin mit Maria von der Fakultät… dann wissen wir mehr, scheinbar muss Babs eh mind. 10 Werktage in den USA anwesend sein, bevor sie die SSN haben kann, bei mir sind es 3 Monate, falls man diese nicht als Familie gleich alle zusammen beantragen kann.

Wir werden sehen.

Die Golden Gate Bridge Richtung Norden

Ob Kira die Fahrt auch so spannent findet ?

Noch mal einen Blick auf SF erhaschen

Irgendwo bei Sausalitos

Die nördliche Bridge zwischen Sausalitos und Richmond

4 Kommentare:

  1. Hallo ihr vier,

    das ist jetzt schon mein zweiter Versuch, einen Kommentar zu veröffentlichen :-). Schön, dass ihr endlich etwas besseres Wetter habt und bisher alles ganz gut läuft. Habt ihr noch kein Heimweh?

    Noch eine kurze Frage an Barbara: Hast du den Stick in Barmen gelassen oder mitgenommen?

    Bis bald,

    Verena

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  2. Schönschön. Schade nur, dass die Fotos so klein sind... :(

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  3. Eure Behördengänge scheinen ja echt Stress zu sein bei den ganzen Sonderregeln und Ausnahme und Zusatzregeln zu den Sonderregeln.Wäre schon nichts für mich.Zum Glück habt Ihr ja jetzt nen Wagen und schöneres Wetter,um mal die Gegend zu erkundigen.Hoffe,Ihr findet bald ne Wohnung,damit Ihr es Euch ein bisschen häuslicher machen könnt.

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