Donnerstag, der 28.07.2011
Die Nacht hat es mal wieder in sich. Barbara und Anjali suchen ein günstiges Hotel mit Küche in Cape Cod, einer der Küste von Massachusetts vorgelagerten Insel, wo Anjali unbedingt hin möchte. Sie rufen im Hoteloffice an, da man uns keine Zugangsdaten für das WiFi gegeben hatte. Nur zwei Minuten später klopft ein Cop bei uns an die Türe. Jemand hatte bei der Polizei wegen Ruhestörung angerufen (nein, das können unmöglich wir gewesen sein) und der Officer fragt uns, ob wir angerufen hätten (er sucht wohl die Person, die angerufen hatte). Anjali gibt zu verstehen, dass sie gerade eben noch mit dem Hoteloffice telefoniert hat und es kommt zu einigen Missverständnissen.
Nachdem der Officer mehrfach nachfragt, ob wir die Polizei nun gerufen hätten und wir dies verneinen, verabschiedet er sich mit dem Hinweis, nicht zu laut zu sein ;)
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| "Bitte nicht im ca. 20 cm tiefen Pool tauchen! Danke!" |
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| Wir beladen den Wagen und brechen auf. |
Wenn man schon einmal in New Haven, Connecticut ist, dann muss man sich auch die Yale University anschauen. Also begeben wir uns heute auf die Spuren der Gilmore Girls.
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| Die Uniklinik von Yale. |
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| Und das Krebszentrum. |
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| Vor dem Gebäude machen ein paar Ärzte in 'Scrubs' (das ist die lila Kleidung) Pause. |
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| Wie bei uns in Berkeley unterhält auch diese Uni eine eigene Buslinie. |
Wir fahren kreuz und quer über den Campus und halten Ausschau nach Rori Gilmore, die hier Journalismus studiert, können sie aber nicht finden. Interessant: Die Yale University ist die 'Mutter' der UC Berkeley. Fast alle Hochschulprofessoren wurden von Yale abgeworben. Aus diesem Grund ist eine der Farben von Cal auch das 'Yale-blue'. Als zweite Farbe wählte man 'gold', da Kalifornien der golden state ist und auch erst wegen des Goldrausches im grossen Stil besiedelt wurde. Yale hat als zweite Farbe das weiß.
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| Was der Cal ihre Bären sind der Yale ihre Athleten. |
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| Schleifer gibt es hier auch ... sogar getoastet. Und um dieses tolle Schild in den Fotoapparat zu bannen fahren wir auch mehrfach um diesen Block herum. Einsatz ist schließlich Einsatz. |
Etwas zur Universität: Der Vorläufer der Uni wurde per Beschluss bereits 1701 gegründet. Kurz darauf errichtete man die Bibliothek mit einem Trick. Einige junge Menschen aus Connecticut schrieben sich für ein Semester in Harvard (England) ein, bezogen ihre Lehrbücher aus der Bibliothek (sie liehen sich so viel wie es eben ging) und 'spendeten' ihre Bücher der University of Connecticut. In den Jahren darauf wurden viele Spenden gesammelt um das ehrgeizige Projekt weiterzuführen. Als 1718 ein gewisser Elihu Yale der Universität gewaltige Finanzmittel spendete wurde die erst zwei Jahre zuvor nach New Haven umgesiedelte Universität nach ihm benannt. Noch heute verfügt Yale über das zweithöchste Stiftungskapital der Welt.
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| "Licht und Wahrheit" ist das Motto der Uni. Berkeley nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau: Das Motto von Cal ist "Fiat Lux" (es werde Licht). Dafür hat Harvard nur Veritas.. |
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| Die bekannte Juristenschmiede von Yale. |
Yale ist auch in Sachen Eigenwerbung sehr aktiv.
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| Posche Bauten auf dem Universitätsgelände. Hier wohnen der Kanzler und weitere wichtige Persönlichkeiten. Die Nähe ihrer Häuser zum Campus erhöht natürlich den Reiz für Streiche der Studentenverbindungen... |
Wir verlassen New Haven und fahren nordwärts zur Hauptstadt von Connecticut. In der Nähe von Hartford liegt auch das fiktive 'Stars Hollow', in dem die Gilmore Girls leben. Das 'echte' Stars Hollow steht auf dem Gelände der Warner Brothers in Hollywood.
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| Hartford, Connecticut. |
An Straßenlaternen wirbt die Stadt mit ihren Vorzügen. Hartford hat (wie wir bald lernen) alles: Geschichte, Glanz & Glamour, Essen ... und niederländische Wurzeln. Hartford wurde 1623 von den Holländern gegründet.
Als Anjali die Renovierungsarbeiten an dieser Kirche sieht, glaubt sie mir endlich, dass sogar massiv wirkende Steinsäulen (die sogar Lasten tragen) aus Holz sind. Auch Klinker als Fassade bedeutet nicht, dass dahinter eine Steinwand sein muss. In der Regel tut es das nämlich nicht.
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| Das State Capitol von Connecticut. |
Unsere geschichtsbewanderte Anjali weis natürlich, das Mark Twain sein Haus in Hartford hatte. Ich muss zugeben, ich wusste das nicht. Per Handy sucht Barbara nach dem Haus.
Auf dem Weg zum Mark Twain Haus finden wir das Anwesen von Harriet Beecher Stowe. Sie war aktive Gegnerin der Sklaverei und wurde durch den von ihr verfassten Roman "Onkel Tom's Hütte" bekannt. Das Buch beeinflusste die politische Meinung im Norden zur Sklavenfrage entscheidend. Bei einem Treffen mit Präsident Lincoln soll dieser zu ihr gesagt haben: "Sie sind also die kleine Frau, die diesen großen Krieg verursacht hat." Man muss allerdings auch kritisch anmerken, dass sie nie selber im Süden gewesen ist und das Bild, dass sie von den Südstaatlern in dem Buch zeichnet, zum einen auf den Geschichten entflohener Sklavenund zum anderen auf ihrer eigenen Fantasie basiert.
Nur Unweit der Villa liegt das Anwesen des bekannten Schriftstellers Mark Twain. Hier schrieb er einige seiner bedeutesten Werke, u.a. "die Abenteuer des Tom Sawyer" und "Huckleberry Fin".
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| Mark Twain saß oft rauchend auf dieser Veranda. Deswegen freuen sich Barbara und Anjali auch so sehr, dass ein älterer Herr auch rauchend auf der Veranda sitzt. Er bietet auch an, ein Foto zu machen. |
Die Unterhaltskosten des Hauses waren immens. Als Twains Druckerrei wegen einer fehlerhaften Setzmaschine in Konkurs ging war er hochverschuldet und musste das Haus wieder verkaufen.
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| Auf der Weiterreise halten wir an Rory's alter Highschool. |
Da weder Rory Gilmore's Highschool noch die Chilton Privatschule real existieren, lässt sich Barbara hier ablichten, vor der Hartford Public High School ... Wenn es Rory's Schule nicht gibt, dann existiert sie ja überall ... irgendwo in der Nähe von Hartford :)
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| Es geht über die CT-2 weiter nach Süd-Osten, wieder zurück zur Küste. |
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| Bei Westerly im Bundesstaat Rhode Island verlassen wir die I-95 und fahren auf der US-1 am Atlantik entlang. |
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| Sandbänke haben sich der Küste vorgelagert und Lagoonen (hier Ponds genannt) vom Meer abgeschnitten. |
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| Die US-1 in der Nähe des Quonochontaug Pond. |
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| Wir fahren auf der W Beach Rd zum Atlantik. |
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| Ende im Gelände am Quonochontaug Pond |
Hier ist die Quonnie-Beach, die wir zu Ehren von Conny besuchen wollen. Aber leider kommen wir nicht ganz 'drauf, so dass ein Foto über den Kanal reichen muss.
Das Handy lügt nicht, es geht nicht weiter. Das Wetter spielt aber leider auch nicht wirklich mit. Es ist sehr windig, es gibt keine Duschen, wir haben keine Lust aber mächtig Kohldampf.
Also fahren wir wieder zurück und in den Touristenort hinein ... auf der Suche nach etwas zu Essen.
Doch in Quonochontaug gibt es ausser Ferienhäuser nichts. Wir müssen auf die US-1 zurück und fahren in den nächsten größeren Ort 'Matunuck'.
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| Ab und an erkennt man rechter Hand den Ozean. |
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| Matunuck liegt direkt am Atlantik. |
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| Unweit der Küste liegt das 'La Strada' Cafe. |
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| Der Pizzaofen steht vor dem Cafe. |
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| Ein alter Jetta steht auf dem Parkplatz. In Deutschland schon ein Klassiker. |
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| Wir bestellen zwei Pizza, welche alsbald im Ofen gebacken werden. |
Kim und Kira sind so wie wir auch fasziniert davon, dass unsere Pizzen draußen, direkt neben unserem Tisch in dem Steinofen gebacken werden.
Anjali und Andi gönnen sich ein Bierchen. Barbara muss nüchtern bleiben. Einer muss ja fahren.
Wegen des Windes streichen wir den Aufenthalt am Strand. Wir müssen sogar aufpassen, dass uns die halbleeren Bierbecher und die Pizza nicht wegfliegen. Ausserdem haben wir schon Nachmittag und erst die Hälfte der heutigen Wegstrecke geschafft.
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| Trailerpark am Rande des Touristenortes. |
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| Hier wohnen und leben die Angestellten. |
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| Die Jamestown Bridge verbindet das Festland mit der Atlantikinsel Conanicut. |
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| Barbara freut sich, gleich dürfen wir wieder unsere Toll-Flat nutzen. |
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| Die Newport Bridge verbindet Conanicut mit der Insel Rhode Island | |
Die größte Insel der Narragansett Bucht gibt auch dem Bundesstaat seinen Namen. Die Stadt auf der Insel, Newport, war einmal eines der bedeutensten Handelszentrum der USA, wurde allerdings im Unabhängigkeitskrieg von den Engländern eingenommen und fast vollständig zerstört.
John Madison merkt in seinem Buch an: "Natürlich muss der kleinste Bundesstaat des Landes den längsten Namen im Land haben." Rhode Island habe 4000 km^2, wovon 32 % Ozean seien. "Und um ganz ehrlich zu sein: Es ist sogar ein bisschen peinlich, dass etwas so Winziges zu einem so großen Land gehört."
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| In Newport angekommen fahren wir etwas durch die altehrwürdige Stadt. |
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| Der Bahnhof von Newport. |
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| Entlang am Newport Harbor, im 17ten Jahrundert die Schiffsschmiede der engl. Kolonien in Amerika. |
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| Blick auf den Hafen und Benton Cove. |
Das Fort Adams spielte keine wesentliche Rolle im Krieg von 1812 (gegen die Engländer). Die Amerikaner erkannten dies und bauten nach dem Krieg das Fort zu einer gewaltigen Festung aus. Kriegshandlungen fanden dann allerdings keine mehr statt, weder im Bürgerkrieg, noch in den Kriegen gegen Mexico.
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| Auf der Insel werden Weintrauben angebaut. Eine Winery gibt es auch. |
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| Kurz nachdem wir dei Insel Richtung Norden verlassen, sind wir auch schon im nächsten Bundesstaat: Massachusetts. |
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| Massachusetts ist unser neunter Bundesstaat auf dieser Tour. |
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| Bedford in Massechusetts ist die Heimat von Kapitän Ahab. Von hier aus stach er zum letzten mal in die See um den weißen Wal 'Moby Dick' zu erlegen. |
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| Cape Cod, das Kabeljau-Kap an der Atlantikküste, ist unser heutiges Ziel. |
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| Die Bourne Bridge führt über einen (künstlich angelegten) Kanal, der Cape Cod vom Festland abtrennt. |
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| Das Knights Inn in Bourne, in dem wir nächtigen werden. |
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| Kira und Kim freuen sich immer sehr, wenn sie ein neues Hotelzimmer 'erstürmen' dürfen. |
Während Papa den Wagen ausräumt, erkunden die beiden Kleinen gemeinsam die Hotelanlage.
Anjali und Barbara kaufen im nah gelegenen Liquor Shop zwei Karton Bier. Einmal Coors für Andi und eine Zusammenstellung von zwei mal sechs verschiedener Sorten "Sam Adams" Bier aus Boston, die Barbara und Anjali durchtesten werden.
Andor macht unterdessen die Erfahrung, dass 24/7 (24 Stunden, 7 Tage die Woche) in Cape Cod eine andere Bedeutung haben. Er will Wäsche in einer Coin Laundry machen, die am Hotel an der Strasse gleich neben einer Tankstelle liegt. Er hat die Kamera leider nicht dabei, aber auf einem Schild steht:
"Coin Laundry, open 24/7, Monday-Friday, 8am - 5pm"
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