16.7.2011 Samstag
Nach einem Monat 'Pause' zuhause in Albany setzen wir unsere Transamerika Tour etwas ungewöhnlich fort und fliegen mit dem Flugzeug zur Ostküste um uns den 'Rest' der USA, den wir aus terminlichen Gründen auf unserer großen Schleife nicht mitnehmen konnten, auch noch anzusehen. Geplant ist ein weiterer Roadtripp von Washington DC über Philadelphia, New York und Bosten bis nach Maine hinauf. Obwohl diese Tour sehr viel kürzer sein wird als die letzte, stehen insgesamt elf weitere Bundesstaaten auf dem Programm.
Es ist Samstag Nacht. Der "Bayporter" bringt uns von der Haustüre bis zum San Francisco Flughafen. Die Kinder schlafen schon im Bus ein werden aber am Flughafen SFO wieder wach. Sie sind (wie ihre Eltern auch) sehr aufgeregt. Schließlich wissen sie auch nicht, was sie erwarten wird.
Es ist Samstag Nacht. Der "Bayporter" bringt uns von der Haustüre bis zum San Francisco Flughafen. Die Kinder schlafen schon im Bus ein werden aber am Flughafen SFO wieder wach. Sie sind (wie ihre Eltern auch) sehr aufgeregt. Schließlich wissen sie auch nicht, was sie erwarten wird.
| Wir haben 2 Koffer, 2 Kinderwagen und 2 Kindersitze dabei sowie Handgepäck - Das ist für uns schon die Minimalausführung. |
Kim ist nicht ganz einverstanden und brüllt zum Start und zur Landung, weil sie nicht gerne angeschnallt stillsitzen will.
Jeder Sitz hat einen Fernseh-Screen und einige Fernsehserien und -sender sind kostenlos. Der Rest, wie z.B. Spielfilme, Snacks, Abendessen, Cocktails oder Decken gegen die kalte Luft sind käuflich. Man braucht nur die Kreditkarte am Bildschirm vorbeizuziehen.
Dies ist unser erster "Red Eye" Flug - so werden die Abendflüge von der West- an die Ostküste genannt, da man 5 bis 6 Stunden gegen die Sonne fliegt, 3 Stunden Zeitverschiebung hat und dann eine ganze Nacht verpasst hat.
Über San Francisco hängt dichter Nebel, so dass uns ein Blick auf unsere neue Heimat verwehrt bleibt. Über den Rockies ist es klar. Allerdings sieht man hier auch nicht viel, da Nacht ist. Die Kinder schlafen im spärlich besetzten Flieger ein und können sich lang machen, da wir zu viert zwei Reihen a drei Plätze haben. Auch andere Fluggäste nutzen den Platz um auf den leer gebliebenen Reihen zu schlafen. Andy bekommt kein Auge zu und darf während des Fluges einen wirklich wunderschönen Ausblick auf das nächtliche Chicago werfen: Ich habe die Stadt zunächst nicht erkannt. Laut GPS fliegen wir genau über Bloomington, Illinois. Erst als die ersten Sonnenstrahlen der noch hinter dem Horizont liegenden Sonne die Scenerie etwas erhellen erkenne ich den südlichen Teil des Lake Michigan und mir wird klar: Oh Gott, das ist Chicago.
Auf einer Höhe von knapp 40.000 Fuss wird die Welt klein. Denn aus dem Fenster der anderen Seite des Fliegers blickend erkennt man auch schon Indianapolis. Und in nur 4 Stunden überfliegen wir die Strecke, für die wir am Boden ganze zwei Wochen gebraucht haben.
17.7.2011 Sonntag
Unsere Nacht war also recht kurz und wir haben tatsächlich alle die roten Augen. Gegen 07:30 landen wir auf dem Dulles International Airport im Bundesstaat Virginia ganz in der Nähe von Washington, DC.
| Ankunft am Flughafen Washington D.C. Dulles Airport |
| Nach und nach trudeln alle Gepäckstücke ein und wir haben wieder alle Hände voll zu tun, den Gepäckwagen zu beladen. |
| Ein Shuttle Bus bringt uns zur Mietwagen-Station |
Wir hatten einen Crown Victoria gebucht, da wir ja Anjali treffen werden und dann 5 Leute und entsprechendes Gepäck in einem Auto unterbringen müssen. Man versucht uns allerdings einen Chevy Malibu anzudrehen - der Wagen ist noch kleiner als der Impala, den wir zu Beginn unserer USA-Zeit geliehen hatten. Wir erinnern uns noch zu gut daran, wie kaum Gepäck geschweige denn Kinderwagen in den Kofferraum passten, so dass wir eine größere Wagenklasse nehmen müssen. Oh Schreck - das soll nochmal mehrere Hundert Dollar mehr kosten!
Jetzt lässt sich die erste Karte nicht mehr belasten, so dass die zweite Visa-Karte und dann noch die dritte herhalten muss. Nein, eine vierte Karte haben wir nicht. Drei Angestellte der Mietwagenfirma versuchen die Transaktion zu retten - nach 1,5 h steht der Deal und man hat uns netterweise die Aufstockungskosten erlassen.
Wir bekommen einen schwarzen Ford Explorer, der übrigens in Minnesota angemeldet ist, wie uns das Nummernschild verrät.
| Barbara mit dem typischen amerikanischen Hausfrauenauto. |
Gegen 10.00 Uhr können wir los und fahren Richtung Hotel in Leesburg, Virginia. Das heutige Telefonat klärt allerdings, dass wir nicht vor 14 Uhr einchecken können. Wir fahren zu einer Einkaufsmall - Kira und Kim schlafen derweil schon ein. Es ist ganz schön warm mit ca. 35°C. Zunächst freuen wir uns noch über den plötzlichen Sommer.
| Barbara kauft im Safeway ein - Andor fotografiert die vielen Beulen und Kratzer im Mietwagen. |
Wir fahren ein wenig herum und wollen zum Ufer des Potomac-River. Ein edles Wohngebiet hindert uns jedoch zunächst daran unser Ziel zu erreichen.
| Der Spielplatz sieht toll aus... |
| ...allerdings gibt es fast keinen Schatten und die Luft ist tierisch heiß. |
Das Frühstück fließt davon und auch wir sind schon erschlagen von der Wärme. Daher gehen wir lieber ins Auto zur Klimaanlage. Hier im Osten leiden die Amerikaner unter Rekord-Temperaturen von über 100 Grad Fahrenheit (38 Grad Celsius und höher) ... an der Bay in Kalifornien wird es während unserer Tour nicht wärmer als 16 Grad Celsius sein.
| Die Gegend ist sehr grün. |
Wir versuchen noch immer zum Ufer des Potomac zu gelangen, fahren wieder durch ein Wohngebiet und müssen an gesperrten Straßen umkehren. Per Zufall gelangen wir auf den Parkplatz des "Ball's Bluff Battlefield".
| Viele Wanderwage laden zur Erkundung des Waldes ein. Kira und Andy stromern herum, während Kim und Barbara im Auto nappen. |
| Die Übersichtskarte verrät uns, dass wir uns inmitten vieler Schauplätze des Bürgerkrieges befinden. Unser Hotel ist in Leesburg (14) und momentan besuchen wir Ball's Bluff Battlefield (3). |
Hier am Potomac River gab es das erste Aufeinandertreffen von Truppen der Union (Norden) und der Konförderation (Süden) nach der Schlacht bei Mannassas. Eigentlich wurde hier an der Stelle wo unser Explorer nun parkt ein Spähtrupp der Nordstaaten durch einen Feuerüberfall aufgerieben.
Für Andy klärt sich nun ein Mythos, weil er in der Schule gelernt hat (lernen musste), dass der Süden 'bis nach Washington, der Hauptstadt des Nordens' vordringen konnte und somit 'fast gewonnen hätte'. Der Potomac ist allerdings die damalige Grenze zwischen dem Süden (Virginia) und dem Norden (Maryland) gewesen, so dass man keineswegs sagen darf, die Konförderierten wären bis hierher vorgedrungen ... es war ja ihr Gebiet. Hier am Potomac standen sich lange Zeit zwei gewaltige Heere (jeweils über 20.000 Mann stark) gegenüber. Der aufgeriebene Spähtrupp sollte feststellen, ob und wo man den Potomac überqueren könne.
| Kim ist wieder eingeschlafen |
| Kira und Barbara laufen durch den Wald... |
| ...bis zum eigentlichen Schlachtfeld |
| Barbara schaut sich die Schwerter und Gewehre an. - Diese Schaustücke sind Replika. |
Unser Erzähler ist ein Navy-Veteran und berichtet in epischen Breiten von den einzelnen Begebenheiten rund um dieses Schlachtfeld herum. Er schweift immer wieder ab, so dass nach 1,5 h nur noch wir (Kim schläft, Barbara und Kira waren im Auto und sind zurückgekommen) und ein offen bekennender Bürgerkriegsfan übrig sind. Als der Navy-Veteran über verflossene Liebeschaften und Geister von Großtanten erzählt, und wir immer noch hunderte Meter vom Schlachtfeld entfernt sind, wohin wir eigentlich zusammen wandern wollten, geben wir auf, verabschieden uns und fahren ins Hotel.
| Das Bett ist wieder superhoch, so dass Kira und Kim klettern müssen. Kim muss lernen, dass sie nicht ohne Hilfe vom Bett kommt. |
Anjali soll um 15.30 Uhr landen uns so machen wir uns wieder auf den Weg zurück zum Flughafen. Die fehlende Nacht macht sich langsam bemerkbar. Die Kinder verschlafen den halben Tag und Andy kann sich nur mit Kaffee wach halten.
(to be continued)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen