Die Reise hat sich schon gelohnt, denn ich habe die Ehre, auch zu diesem Blog beitragen zu dürfen.
Als ich nach dem Katzensprung von 19 Stunden endlich an der North Berkeley Train Station ankomme, stehen zu meiner großen Freude Babs, Andi, Kira und Kim bereit, um mich im Lincoln abzuholen. Richtig amerikanisch sitzen wir drei Erwachsenen alle vorne auf dem Weg zum UC Village.
Hier bekomme ich als erstes eine Tour durch die Wohnung. Obwohl man Bilder von der Wohnung schon im Blog gesehen hat, macht das dann doch natürlich einen ganz anderen Eindruck. Während wir auf die bestellte Pizza im Riesenformat warten, bekommen die Kinder schon mal die erste Runde an Geschenken. Nach der Pizza (und dem ersten Budweiser) müssen die Kleinen bald ins Bett und ich kann mit Barbara die vielen Geschenke (von Conny, Tom, Sonja und Familie und mir selbst) verstauen, so dass die Kinder nicht direkt alle sehen. Haben wir uns zumindest so gedacht… Plötzlich kommt ein kleines Mädchen im rosa Prinzessinnen-Nachthemd um die Ecke und bekommt leuchtende, große Augen. Ich komme mir vor wie der Weihnachtsmann.

Am Samstagmorgen gibt es erst einmal eine große Geschenk-Orgie, an der Conny und Tom live via Skype beteiligt sind. Ich glaube, die Kinder freuen sich, weil es an jedem Tag, an dem Tante Anjali zu Besuch ist, Geschenke gibt.
Danach geht es bei strahlendem Sonnenschein zu einer großen Berkeley- und-Umgebung-Sightseeing-Tour. Da ich gerade aus dem kalten Deutschland komme, ist es unbeschreiblich toll, nur in T-Shirt und kurzem Rock rumlaufen zu können. Dabei hat mein Reisebüro mir noch abgeraten, da ja Regensaison in Kalifornien sei. Dann möchte ich allerdings nicht wissen, wie die Sonnenschein-Saison aussieht, denn es ist fast keine Wolke am Himmel zu sehen. Andor berichtigt aber, dass das Wetter nur jetzt so gut ist – wo ich halt da bin *g*
Als wir zum Schluss Barbaras Büro in der Etcheverry Hall angucken, platzt die Bombe: Kimie ist in Wirklichkeit diejenige, die das Stipendium bekommen hat und die Familie damit ernährt. Wie ein wahrer Wissenschaftler freut sie sich, auch am Wochenende noch etwas geschafft zu bekommen, und arbeitet konzentriert und fleißig (siehe Foto-Beweise).
Ich bin schon zufrieden und begeistert von dem, was ich alles gesehen habe, aber Babs und Andi haben noch mehr für mich geplant: Es geht hoch zum Grizzly Peak, von wo wir einen herrlichen Blick auf Berkeley, Albany, Oakland, die Bay und San Francisco haben. Beim Fotografieren vom Aussichtspunkt aus muss man aufpassen, nicht zu sehr zu atmen, da die Gras-Fahnen doch sehr dicht über uns hängen. Als Abschluss dieses tollen Ausflugs gehen wir beim Burgermeister von Berkeley (?!?) essen, es gibt natürlich in richtig amerikanischer Tradition Burger und Soft Drinks.
Zuhause hängen wir gemütlich mit den Kindern ab. Kim und Kira malen mit Buntstiften in Malbüchern bzw. ihre Zehen an. Dann bemalen wir Glassteine, was wirklich schön aussieht.
Am Sonntagmorgen macht Andor wie jeden Tag Bacon and Eggs, dann fahren Kira und er zum Soccer-Training, von dem Babs, Kim und ich die beiden später abholen. Es geht direkt zum Spielplatz des Villages, wo sich die Kinder austoben können. Andor fährt netterweise derweil zum Einkaufen in Costco (siehe Ketchupflaschengröße).
Am Spielplatz bekommen wir von Noriko, der kanadischen Nachbarin japanischen Ursprungs, frischen Koriander geschenkt, den sie auf dem Farmers Market gekauft hat. Damit machen wir eine Art indische Kartoffelpuffer, die mit Chicken Nuggets verspeist werden.
Nachmittags macht Babs ein Nachmittagsschläfchen, Kira bleibt bei ihr und sorgt für sie, weil sie „krank“ ist. Kim, Andor und ich genießen die Sonne bei einem Spaziergang zum Solano Hill direkt am UC Village, von dem man wieder eine phantastische Aussicht auf die Bay hat. Zum Ende des Spaziergangs treffen wir uns mit der Rekonvaleszenten und ihrer kleinen Ärztin am Ocean View Spielplatz. Hier ist Kims Ausdauer zu Rutschen unermesslich. Auf dem Weg nach Hause werden wir von einem Gespann aus Polizei-Auto und herausgewunkenem Auto überholt, die aber dann um die Ecke verschwinden. Babs fasst in Worte, was wir alle hoffen, nämlich dass wir noch etwas zu sehen bekommen. Dieser Wunsch geht mehr als in Erfüllung, denn die gesamte Aktion inklusive Aussteigen und auf dem Bordsteinplatznehmen von Fahrer und Beifahrerin sowie der Konfiszierung des Wagens findet in der nächsten Stunde vor unserem Wohnzimmerfenster statt.
Am Montag fährt Barbara früh zum Institut. Wir anderen fahren zum Point Richmond, wo sich Andor ja montags immer mit anderen Eltern trifft. Die anderen Eltern erzählen mir, wie sehr sie sich freuen, Babs und Andi in ihrer Gruppe dabei zu haben. Insbesondere der kleine Cole scheint sehr beeindruckt von Kira zu sein, sein Vater erzählt, dass er täglich von Kira erzählen würde. Kira scheint auch gerne mit ihm zu spielen. Dabei nennt sie ihn meist Cole, nur wenn er nicht direkt hört, ruft sie: “Junge, komm mit! Komm mit, Junge!“
Barbara kommt heute schon mittags aus dem Büro, denn sie fährt Kira wieder zur Preschool und macht dann noch einige Besorgungen. Als sie zurück kommt muss sie noch ein wenig an einem Paper mit den Kollegen vom WZL arbeiten. Kim und Kira spielen währenddessen mit Andor bzw. mir. Es ist ganz witzig zu sehen, wie die Hierarchie auf ihrer Ebene funktioniert: Kira steht manchmal vor Kim und „erzieht“ sie, indem sie mit erhobenen Zeigefinder vor ihr steht und „Nein, Nein, Nein“ sagt. Kim schaut sich dies ab und wir können beobachten, wie sie ihrerseits vor ihrem Teddy mit erhobenem Zeigefinger steht und „Nein, Nein, Nein“ sagt. J
Am Abend machen wir alle einen Spaziergang zu Downtown Albany. Wir kaufen Sam Adams-Bier, ein Bostoner Bier, das ich sehr lecker finde, sowie Donuts. Ich freue mich darüber, dass entsprechend aller Klischees das Donut-Geschäft in Albany direkt neben der Polizeistation ist.
Mmmhhh...Donuts und der Burgermeister ( :-D :-D )! Aber jeder Donut hat mehr als ein Drittel der Points, die man ungefähr pro Tag essen darf .. :-D Euer Burgermeistermahl vermutlich sogar das Doppelte der essbaren Points :-D
AntwortenLöschenHi Anjali,schön,dass Du gut angekommen bist und Danke für den tollen Blogeintrag.Da hattest Du ja echt jede Menge Päckchen mitzuschleppen.Um so mehr Platz auf dem Rückflug.Hoffe,Du hast noch ne tolle Zeit bei den Vieren.Sonne wäre mir auch schon recht.Und einen guten Rückflug.19 Stunden sind ja der Horror.
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